Isle of Skye – Insel des Nebels

Heute standen alle nicht geschafften Ausflugsziele von gestern, also „Brotherˋs Point“, „Mealt Falls and Kilt Rock“ und „Quiraing“ auf dem Programm. Da wir dieses Mal keine fixen Termine hatten, sollten diese auch gut machbar sein. Ein morgentlicher Blick aus den Fenstern ließ aber wettertechnisch nichts Gutes erahnen. Die uns umgebenden Cuillins Berge waren verschwunden, stattdessen umhüllte uns Nebel, Regen prasselte auf unser Dach und der Wind schaukelte unseren Camper. Solange man nicht vor die Schiebetür musste, eine ziemlich gemütliche Angelegenheit. Also wurde das Aufstehen hinausgezögert und das Frühstück in die Länge gezogen. Aber am Ende hilft es ja alles nichts, bei strömendem Regen fuhren wir langsam los. Die Gruppe ärgerte sich lautstark über die schlechte Reisevorbereitung. Bis auf zwei Regenjacken und zwei Miniknirpse hatten wir dem Regen nichts entgegen zu setzen. Unsere Schuhe und Hosen kämpften zusätzlich immer noch mit den Folgen der Naturdusche von gestern. Aber woher hätten wir das mit dem vielen Regen in Schottland auch wissen können?

Da kein Land in Sicht war, planten wir unterwegs mal wieder spontan um. Ein kleiner Verzögerungscappuccino lässt den Himmel bestimmt etwas aufklaren. Also schmissen wir beim nächst schönen Café den Anker und machten nach 10 Minuten Fahrt bereits Pause. Aus dem Cappuccino wurde bei dem ein oder anderen dann sogar noch ein zweites Frühstück. Die Verzögerungstaktik hatte leider nichts gebracht, also griffen wir noch einmal in unsere Trickkiste: Der abendlich geplante Einkauf wurde vorgezogen, das Wetter kann schließlich ja nur noch besser werden.

Nach dem Einkauf machten wir uns dann ungeachtet des Wetters auf den Weg zu den geplanten Zielen. „Brothers Point“ und „Quiraing“ beinhalten jeweils eine kleinere Wanderung, weshalb wir diese, wenn möglich, nur aus der Ferne besichtigen wollten. Kleiner Spoiler: Aufgrund des Nebels keine Chance. Die Isle of Skye leitet ihren Namen übrigens vom altnordischen Wort „sky-a“ ab, auf Deutsch „Insel des Nebels“. Wir wissen jetzt auch warum. Unsere Hoffnung lag auf den imposanten Klippen „Kilt Rock“, welche man scheinbar ohne langen und feuchten Fußweg von der Straße aus begutachten kann. Aber auch hier war uns das Glück nicht hold, der einzige Zufahrtsweg war gesperrt. Die Fahrt zu den Kilt Rocks hat uns aber erstaunlicherweise mit jeder Meile besser gefallen. Zwar ist die Sicht nicht weit und es fehlt die Sonne, aber der Regen gepaart mit dem Nebel verwandelten die Insel in eine sehr mystische Landschaft.    

Kurzum beschlossen wir einfach, unseren bisherigen Roadtrip auszudehnen und die nördliche Halbinsel Trotternish vollständig zu umrunden. Am nördlichsten Zipfel angelangt, wagten wir uns sogar wieder aus unserem mobilen Zuhause hinaus. Da wir bereits gestern unsere Lektion gelernt hatten, dieses Mal mit unserer vollständigen Regenschutzausrüstung. Konkret bedeutete dies in unserem Fall Flipflops, Badehose und Regenjacke. Alles was schnell wieder trocknet. Und wir hatten richtig Spaß.

Sehr aufgeregt setzten wir unsere kleine Rundfahrt fort. Gegen Nachmittag machten wir noch halt in dem kleinen Fischerdörfchen „Portree“. Da die restlichen Dörfer auf der 80 km langen Insel lediglich aus ein paar Häusern bestehen, ist Portree sozusagen so etwas wie die Hauptstadt von Isle of Skye. Direkt einer der ersten Läden war ein Fachgeschäft für Outdoor Equipment. Was ein Glück, konnten Teile der Schottlandfans die vorhandenen Lücken im Kleiderschrank nun teilweise schließen. Umgehend wurde die neu erworbene Schutzausrüstung in einer nahe gelegenen Umkleide angelegt.

Einer entspannten Portree Besichtigung stand nun nichts mehr im Wege.

Nachdem wir jedes Geschäft des Ortes besichtigt hatten, aßen wir in einem gemütlichen Fischlokal zu Abend. Im Anschluss an das Essen machten wir uns auf zur Stellplatzsuche für die Nacht. Da wir morgen früh zum Leuchtturm am Neist Point möchten, fuhren wir in diese Richtung, immer die Augen offen nach einem schönen Parkplatz.

Die Straße von Portree nach Bracadale ist zwar noch einmal ein Stück schmaler wie üblich, besticht aber deswegen wieder mit vielen unglaublichen Panoramablicken.

Unterwegs fanden wir einige gute und einsame Parkmöglichkeiten, aber wir spekulierten auf einen Platz direkt am Meer. Und dieses Mal hatten wir für heute Glück. Zusammen mit einem  weiteren Van stehen wir in einer kleinen Parkbucht hinter dem 3 Häuser Dorf Ebost, keinen Steinwurf vom Meer entfernt. Eigentlich dachten wir unser gestriger Platz in Mitten des Cullins Gebirge wäre nicht zu toppen, aber die salzige Meerluft und das rauschen der Wellen setzen einer schönen Aussicht noch eins drauf.

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