Whisky, Whisky und nochmal Whisky

Der Morgen begann wie der Abend endete: mit Robby der Robbe. Um 8 Uhr morgens war der glitschige Kumpane echt noch an derselben Stelle, wie er abends zuletzt beobachtet wurde. Leider konnte das nicht jeder Teilnehmer der Reisegruppe bezeugen, da der ein oder andere noch in den Federn lag, als Robby das letzte Mal mit seiner Flosse zum Abschied wedelte. Danach wurde er leider erst eine Stunde später wieder gespottet.

Bei einem Frühstück mit Meerblick ging der Tag los. Doch dann herrschte schnell helle Aufregung: schließlich sollte sich die Reisegruppe um 10.30 Uhr am Scottish Dolphin Centre in Elgin einfinden. Hier sollte der Tag starten. Das zehn Minuten entfernte Centre ist angeblich einer der Orte, von dem aus man am besten Delfine von Land aus beobachten kann. Zudem befindet sich hier die Mündung des River Spey.

Gesagt, getan! Um 10.20 Uhr fuhr der Roadsurfer an dem historischen Gebäude vor. Da dieses erst um 10.30 Uhr öffnete, ging es erst noch eine Runde an den Strand. Immer wieder wurde ein vermeintlicher Seehund entdeckt, der sich schlussendlich allerdings als Ente entpuppte. Mehrmals wurde daher einer Ente aufgelaufen.

Wieder einmal zeigte sich, dass Schotten einfach sehr nett sind. Von einer vierköpfigen Frauengruppe wurden wir um ein Foto gebeten und danach noch in ein Gespräch verwickelt. Eine Einheimische interessierte sich nicht nur dafür, woher wir kamen, sondern gab auch noch super Tipps, wo es schöne Spots gäbe.

Im Dolpine Centre angekommen gab es erstmal einen Kaffee und einen Scone (die es übrigens zu jeder guten Gelegenheit hier gibt). Das Centre beeindruckte am meisten damit, dass es eine Tafel gab, auf der festgehalten wurde, welche Meerestiere in den vergangenen Tagen gesichtet wurden. Sehr interessant! Leider waren an diesem Tag viele Boote auf dem Meer unterwegs, was eine Robben oder Delfinsichtung von Land aus sehr schwer machen würde.

Der Ausflug wurde als guter Kaffeespot gewertet. Weiter ging es nun Richtung Speyside, um endlich mal wieder eine Destillerie zu besuchen. Hatten wir ja nicht erst. Das erste Ziel war die Glenfiddich Destillerie. Unter Whiskykennern eine eher „verpöhnte“ Destillerie, da Massenabfertigung und Tourinap vorprogrammiert schienen. Aber der Reihe nach.

Die Anfahrt zur Destillerie führte wieder mal über kleine Straßen und tolle Ausbuchtungen, da nur ein Auto die Straße passieren kann. Kein Problem für erfahrene Brummifahrer. Die Destillerie lag fast schon malerisch, mit diversen Lagerhallen und spitz geformten Dächern der Gebäude. Der Besucherparkplatz war gut gefüllt. Los ging die wilde Sause mit einem Bild an der „berühmten Bank“. Kein Problem für die Hobbyfotografen.

Im Anmeldebüro stellte sich dann heraus, dass es für den Nachmittag sogar noch freie Plätze für eine Führung inklusive Verkostung gab. Endlich konnten wieder alle durchatmen. Um 14 Uhr sollte die einstündige Tour inkl. vier Verkostungswhiskys starten. Da es erst 12.45 Uhr war, konnte die Reisegruppe glücklicherweise noch die „The Balvinie“ Destillerie besuchen. Hier hatte leider keiner Tickets für eine Besichtigung ergattert. Die Destillerie ist bis Oktober!!! ausgebucht. Dennoch ließ es sich die Reisegruppe nicht nehmen, den Parkplatz der „super Destillerie“ anzusteuern. Auch wenn es laut Schild hieß „Hier nur weiter, wenn man eine Besichtigung gebucht hat“ hielt das die hardcore Whisky Hooligans nicht ab, den Weg einzuschlagen. Man konnte gar nicht so schnell schauen wie sich die Gruppe im Fanshop der Destillerie befand. Kurzerhand wurde (wieder mal) ein Whisky Glas mit der Aufschrift der Destillerie gekauft. Wer auch immer aus all diesen Gläsern trinken soll?

Da die beiden Destillerien direkt nebeneinander liegen, ging es nach dem kurzen Abstecher wieder zurück zu Glenfiddich. Hier wurde nochmal ein weiterer Abstecher gemacht. Schließlich hatten Teile der Reisegruppe auf der Fahrt eine zweite Herde Highland Cows entdeckt. Diesem Gerücht musste auf den Grund gegangen werden. Schließlich gab es diese erst einmal im ganzen Urlaub zu Gesicht. Und siehe da, es gab sie wirklich.

Um 14 Uhr ging dann die Führung los. Von einigen Reiseteilnehmern wurde befürchtet, dass die Führung ganz schlecht werden würde. Doch sie wurden eines Besseren belehrt. Die Führung ging länger als gedacht, war besser als gedacht und schmeckte auch noch besser als gedacht. Leider konnte die Produktionsstätte aufgrund von Wartungsarbeiten nicht besichtigt werden, dafür wurden die Lagerplätze der Fässer gezeigt, was schon ziemlich beeindruckend war. Somit ergänzte sich die Talisker Besichtigung ganz gut mit der von Glenfiddich. Zum Abschluss gab es dann noch vier edle Tropfen zu probieren. Die einen bekamen sie direkt, die anderen ihr Driver Kit mit abgefüllten Flaschen.

Leider waren auch hier fast nur Deutsche bei der Führung dabei. Im Ausland sind die einfach nervig…. Nach knapp zwei Stunden war die interessante Führung dann doch zu Ende. Das Fazit: besser als gedacht! Glenfiddich hat als Familienunternehmen echt einiges zu bieten und ist dazu noch ganz schön erfolgreich. Eine Besichtigung ist also definitiv zu empfehlen.

Im Anschluss an die Verkostung ging es Richtung „Dufftown Campsite & Parkmore Holiday Cottages“, einem Campingplatz direkt hier ums Eck. Der Campingplatz wirkte unscheinbar, hatte es aber absolut in sich. Die Besitzerin ist nicht nur ultra nett gewesen. Auch die sanitären Anlagen sind sowas von gut, das hatte man bisher noch nicht gesehen. Sauber, modern und wirklich anstandslos.

Während es sich die einen im Camper gemütlich machten, starteten die anderen eine erneute Sporteinheit. Leider kann hier nur direkt an der Straße gejoggt werden. Etwas schade, aber trotzdem ziemlich geil!

Nachdem alle Reiseteilnehmer eine herrlich saubere und vor allem erfrischende Dusche genießen konnten, wurde langsam fürs Abendessen gekocht. Auf dem Speiseplan für heute: vegetarisches Curry! Da der Campingplatz als „sehr leiser“ Campingplatz einzustufen ist, musste während dem Kochen die Lautstärke der Musik des Roadsurfers gedrosselt werden. Schließlich waren schon genug Deutsche auf dem Platz. Die Ludwigsburger direkt neben uns waren dabei nur das I-Tüpfelchen.

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