Die lichtempfindlichen Schläfer wachten (mal wieder) pünktlich um 5 Uhr auf. Für alle zukünftigen Schottland Urlauber empfiehlt es sich eventuell eine Schlafbrille mitzunehmen. Aufgrund unseres geregelten Schlafrhythmus wissen wir leider nicht genau, wann und wie lang es hier dunkel ist, aber ab ca. 23 Uhr fängt es an zu dämmern. Nächtliche Pipigänger berichteten allerdings um 4 Uhr morgens bereits von Tageslicht.
Vor dem Frühstück schafften wir dann noch einen weiteren Meilenstein in unserem Camperleben. Die Campingtoilette war erstmals voll, ab nun hieß es haushalten mit unseren Ressourcen. Hier lässt sich nun gut ein Fazit bezüglich Reichweite unseres Campervan ziehen. Spätestens alle drei Nächte müssen wir einen Campingplatz aufsuchen. Größter limitierender Faktor ist tatsächlich die notwendige Dusche der Campercrew, dicht gefolgt von der nun vollen Toiletten. Unser 100 Liter Frischwassertank (und parallel das Abwasser) waren bis jetzt maximal zu 50% verbraucht. Die Batterie ist zwar nach einer Nacht in der Regel heruntergewirtschaftet, lädt sich während unser täglichen Fahrt aber immer wieder vollständig auf.
Entsprechend wurde nach dem Frühstück geplant. Tagesziel war der Craigtoun Meadows Holiday Park, ein Campingplatz nahe St Andrews. St Andrews und die umliegende Küste wurde uns, wie auch schon unser gestriger Ausflug, von der schottischen Lady vom Strand an der Spey Bay empfohlen.
Nach 1 Stunde Fahrt erreichten wir das schöne Dorf Pitlochry. Zeit für die mittlerweile übliche Espresso Pause.

Neben leckerem Espresso zählt der River Tummel samt Kraftwerk zu den Attraktionen des Dorfes. Mit etwas Glück bekommt man hier Lachse zu sehen, die die Fischtreppe zum Loch Faskally hinaufschwimmen bzw. -springen (alle Kraftwerke müssen eine Fischtreppe haben, über die Lachse stromaufwärts wandern können).



Wir hatten aber kein Glück. Nach der erfolglosen Lachssuche wanderten wir zurück in den Ort und schlenderten noch etwas durch die kleinen Läden.
Kaum waren die Roadsurfer wieder auf der Straße, wurde der Busfahrer von einer heftigen Hungerattacke heimgesucht. Nun musste mal wieder schnell improvisiert werden. Was ein Glück, stand auf dem nächsten Straßenschild doch „Aberfeldy“, Heimatort der Aberfeldy Destillerie. Also kochte sich der Busfahrer auf dem Parkplatz schnell mal eine Portion Pasta während sich die Passagiere um und in der Destillerie begeistert die Zeit vertrieben. Was ein unerwartetes Vergnügen.


Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir dann gegen späten Nachmittag den Campingplatz. Kaum eingeparkt drängten die sportsüchtigen Urlauber direkt wieder nach draußen, der Rest passte auf den Camper auf.

Danach war es dann endlich so weit, die erste Dusche nach drei Tage. Ein tolles Gefühl. Nach dem Duschen wurde wieder gemeinsam gekocht, gespült und natürlich Karten gespielt.
