Think local für Fortgeschritte: Heute ging es auf zum malaysischen Kochkurs in der „Bumbu“ Kochschule.
Da unsere Reisegruppe morgens immer etwas schwerfällig in die Gänge kommt, wurde extra bei Zeiten aufgestanden. Um nicht zu spät zu kommen, scheuchte uns der Reiseleiter im Stechschritt durch Kuching, sodass wir kurz vor knapp, um fünf nach halb neun, an der Kochschule ankamen. Pünktlich um 9 Uhr betraten wir voller Tatendrang die „Kochgarage“ und wurden prompt von Joseph, unserem heutigen Kochlehrer, begrüßt. Normalerweise ist der Kochkurs für 10 Personen ausgelegt. Aber wir hatten wieder besonderes Glück: Privat Kurs, da sich keine weiteren Teilnehmer gemeldet hatten. Das heutige Menü: „Sarawak Chicken Curry“ garniert mit „Sambal Midin“, zum Desert „Tako“. Wie bei jedem Essen in diesem Urlaub: Keine Ahnung was dies schon wieder ist, wir lassen uns mal wieder überraschen. Hauptsache kein Reis mit Gemüse.
Nach der Begrüßung ließ Joseph sich nicht lange bitten und wir legten direkt los. Als erstes wurden die Hühnchen Schenkel für das Chicken Curry mariniert. Die Marinade besteht dabei aus einer einfachen CurryPowder-Salz-Zucker-Wasser Mischung. Ganz wichtig in der asiatischen Küche: Koche so wenig wie möglich mit den Händen, weswegen die Schenkel umständlich mit dem Löffel mariniert wurden. Hygiene geht vor.

Nach der Marinade ging es nun auf zum Markt, die meisten Zutaten wurden extra frisch eingekauft. Auf unserem Einkaufszettel standen unter anderem „Gren Pea Flour“, „Pandan Leaves“, „Galangal“ und natürlich „Mindin“. Zuhause nachkochen wird somit eine kleine Herausforderung.
Auf dem Weg zum Markt erklärte uns Joseph viel über das Leben der Bauern in den umliegenden Dörfern. Jeden Tag fährt ein Teil des Dorfes mit frischer Ware in die Stadt. Je nachdem welche Lizenz die Familie besitzt, darf an unterschiedlich guten Ständen gehandelt werden. Diese reichen von überdachten, täglich geöffnete Marktständen bis hin zu einer einfachen Decke auf dem Boden, und das auch nur am Wochenende. Fleisch kauft man in der Regel am besten schon um 4 Uhr morgens, ansonsten sind bereits zu viele Mücken auf der Ware. Sein Wissen bezieht Joseph übrigens aus erster Hand. Aufgewachsen ist er in einer 12-köpfigen Familie im Dschungel. Bevor er seine Kochschule in der Stadt eröffnete, fuhr er ebenfalls regelmäßig als Händler zum Markt.


Ausgerüstet mit zwei stylischen Bastkörben schlängelten wir uns durch die Markstände. An keinem Stand kauften wir mehr wie eine Zutat, um möglichst viele Bauern zu unterstützen. Die Preise liegen dabei fast immer im Centbereich, wem das immer noch zu teuer erscheint, der darf auch gerne feilschen. Fragt man Joseph sind die Preise aber immer noch zu teuer. Er kann auch einfach in den Dschungel fahren und die Zutaten selber sammeln. Der Dschungel selber ist nämlich schon ein rießiger Supermarkt. Man bekommt alles an Essen, selbst Medizin in Form von Pflanzen. Man muss halt nur wissen wie…
Neben dem eigentlichen Einkauf lernten wir noch Wissenswertes über die einheimischen Früchte: Wie man gute von schlechten Bananen unterscheidet, von welchen Früchten man lieber die Finger lässt, … Alles Dinge, die wir diese Woche natürlich schon falsch gemacht haben. Die Aussagen von Joseph können wir somit bestätigen.
Mit voll gepackten Körben ging es zurück zur Kochschule. Nächster Programmpunkt: Tako schalen aus Pandan Blätter basteln. Und dann gleich 25 Stück, schließlich sind wir zwei ja richtig gute Esser. Die Schalen werden dann mit ein bis zwei Maiskörnern und selbst gemachter Kokosmilch befüllt. Die Kokosnuss, auf malaysisch Bumbu, darf in der Bumbu Kochschule natürlich nicht fehlen. Gut, dass wir in diesem Urlaub unsere üblichen Gewohnheiten über Board geworfen haben, schließlich fahren wir auch neuerdings Speedboot, sitzen im Bus in der Mitter oder gar im Taxi auf der Rückbank. Da essen wir auch gerne Bumbu.

Weiter geht es nun mit dem Hauptgericht: Bei Mindil handelt es sich um ein einheimisches Gemüse. Die Beschreibung „grüne geschlengelte Dschungelalge“ kommt dabei wohl am ehesten hin. Mit einer selber gemörserten Asiapaste wird das Gemüße im Wok aufgekocht und fertig ist das Sambal Midin. Parallel wird die Currypaste für das „Sarawak Chicken“ vorbereitet. Auch diese wird zusammen mit dem Hähnchenfleisch aufgekocht, danach wird endlich gegessen.


Streng nach malaysischer Tradition isst der Gastgeber jedoch nicht mit seinen Gästen. Dies ist scheinbar nicht üblich wenn man sich das erste mal sieht. Erst bei der zweiten Begegnung darf man zusammen am Tisch sitzen und essen. Also saßen wir gemütlich zu zweit am Tisch und haben gegessen, während Joseph zwei Meter weiter uns zugeschaut hat.
Geschmacklich war es eines der besten Essen in diesem Urlaub. Proppevoll und begeistert von diesem tollen Erlebnis ging es dann zurück ins Hotel.

