Stets ein Lied beim Marsch parat

, das ist wichtig Kamerad.

Die Nacht in unserem Luxuszelt war sehr gut und erholsam. Die Bedenken von einigen Naturliebhabern, welche einen großflächigen Spinnenangriff erwarteten, hatten sich nicht erfüllt. Wir hatten wohl richtiges Glück. Scheinbar war es für Spinnen und Co. aber auch einfach viel zu kalt. Wir hatten die Nacht über Temperaturen von 5°C. Da bei einem Zelt die Außentemperatur gleich der Innentemperatur ist, waren wir morgens ziemlich durchgefroren. Einige hätten nachts gerne noch den Schlafanzug aufgerüstet, trauten sich aber nicht aus dem Bett. Der Security Service schlief tief und fest und war zu nichts zu gebrauchen. Nächste Nacht wird es sicherlich einige Optimierungen geben. Eventuell kommt auch die berühmte Insektenhaube zum Einsatz.

Mit den Taschenlampen machten wir uns auf den Weg zum Restaurant. Vor diesem brannte bereits ein kleines Lagerfeuer, wir spendierten zwei Minuten und freuten uns über die Wärme.

Die Unterkunft überraschte uns immer wieder mit kleinen Aufmerksamkeiten.
Wenn die Frühpatrouille naht…

Um 06:45 Uhr, wir waren die Ersten, wurde gefrühstückt. Wie zu erwarten in unserem Luxuxcamp war auch das Frühstück sehr lecker. Scheinbar waren wir aber nicht die Einzigen, die vollkommen durchgefroren waren. Auch das Nutella Glas kämpfte mit den tiefen Temperaturen. In liebevoller und gut gelaunter Manier wurde es von den Schoko-Liebhabern aus dem Glas gebohrt und auf das Toastbrot gewalzt. Eine recht krümelige Angelegenheit. Im Anschluss an das Frühstück richteten wir uns mit dezentem Zeitdruck für die anstehende Safari. Mit Zähneklappern cremten sich die Hellhäutigeren mit 50er Sonnencreme ein, schließlich sind es tagsüber über 33°C bei kaum Schatten. Die extremen und schnellen Temperaturunterschiede sind ganz schön anstrengend für den Körper.

Um 07:30 Uhr war dann bereits Abfahrt, unser Guide Peter wartete schon ungeduldig vor seinem Safari Express. Und wir hatten schon wieder Glück. Mangels Teilnehmern veranstalte Peter eine Privattour nur für uns. 

Außer uns keine weiteren nervigen Touristen an Bord.
Poncho, Kaputze, Halstuch. Es half alles nichts gegen den eisigen Fahrtwind.

Rund eine drei viertel Stunde föhnte uns Peter  mit der eisigen Damaraland Morgenluft, ehe er langsamer wurde und anfing zu „pirschen“. Scheinbar hatte er etwas entdeckt, was sich uns auf dem Hochsitz weiter hinten noch nicht erschloss. Erst als er noch näher hinfuhr und uns die Richtung mit dem Finger zeigte, erblickten auch wir sie. Eine ganze Gruppe von Giraffen, futterte genüsslich von den umliegenden Bäumen. Es ist einfach sehr erstaunlich, dass die Giraffen trotz ihrer Größe so gut getarnt sind. Tierkenner sprechen hier auch gerne von dem „Giraffen Paradoxon“. 

Die Kameras der Touristen klickten im Sekundentakt, während Peter uns Fragen zu den Giraffen beantwortete. Wir kamen voll auf unsere Kosten.

Nachdem unsere Finger wund waren, ging es weiter mit der wilden Fahrt. Immer den großen Dunghaufen und runden Fußspuren hinterher. Wir waren nun auf Elefanten Jagd. Wir fuhren bestimmt eine weitere dreiviertel Stunde querfeldein bis wir fündig wurden. Ein sehr großer grauer Hintern wackelte vor einem grünen Busch. Peter hatte ihn natürlich wieder lange vor uns gesichtet. Kaum waren wir näher dran, drehte er sich auch um und wir sahen ihn: Unseren ersten Wüstenelefanten.

Im Gegensatz zu normalen Elefanten sind Wüstenelefanten an die rauen Umgebungsbedingungen angepasst. Sie haben einen längeren Rüssel, um besser aus tieferen Wasserlöchern trinken zu können. Im Notfall können die Elefanten auch zwei bis drei Tage ohne Wasser auskommen. Auch haben sie größere und rundere Füße, sodass sie im weichen Wüstensand nicht so einsacken.

Ähnlich wie Giraffen sind auch Elefanten soziale Tiere und immer in Gruppen unterwegs. Peter wusste das natürlich und fuhr um den Busch herum. Insgesamt 5 Elefanten und 1 Baby Elefant futterten von den Sträuchern.

Es dauerte nicht lange und weitere Safari Fahrzeuge sammelten sich um die Fundstelle. Alle waren bis unters Dach voll mit quatschenden Touristen – wir waren so froh, dass wir eine „private“ Führung erwischt hatten. In einem Fahrzeug erblickten wir sogar Dieter und Gabi mit ihrer Digitalkamera, die beiden „Schalker“ von der Fish River Lodge.

Unsere Kameras feuerten natürlich wieder aus allen Rohren. Nachdem wir uns ausgetobt hatten,  klappte Peter einen kleinen Tisch über der Stoßstange aus. Bei Kaffee, Tee und Keksen schauten wir ganz entspannten den Elefanten zu.

Wir denken bereits über eine ähnliche Erweiterung für unseren Golf nach.

Auf dem Rückweg erblickten wir noch eine zweite Elefantengruppe. Dieses mal aber in der offene Fläche und ganz alleine, ohne weitere Safari Fahrzeugen. Ganz vorne Colonel Hathi, gefolgt von seinem Trupp. Die Elefanten marschierten ein paar Meter direkt an unserem Fahrzeug vorbei. Bis auf ihre gemächlichen Tritte im Sand war nichts zu hören. Es war herrlich.

Elefantologe bei der Arbeit.
Hopp, zwei, drei, vier, ein Lied, zwei, drei, vier.
Ausgeklügeltes Kühlsystem. Die Elefanten pusten sich regelmäßig Sand auf den Rücken.

Nach diesem Erlebnis machten wir uns auf den Heimweg. Mittlerweile war es so heiß, dass wir uns aller Winterklamotten entledigen mussten. Im Camp angekommen wurden wir abermals mit einem feuchten Waschlappen und einer kühlen Limonade begrüßt. Das ganze Personal sorgt sich schon sehr gut um seine zwei Gäste.

Heute Abend wird eine weitere Reisegruppe erwartet. 18 Italiener, das Camp ist dann wieder ausgebucht. Bis dahin nutzen wir aber unsere Ruhe vollständig aus. Mit Kaffee, Kuchen und unseren Tolinos entspannten wir ganz alleine am Pool, mitten in der schönen Damaraland Landchaft.

Unsere Lektion von gestern hatten wir gelernt. Heute gingen wir schon vor dem Abendessen duschen. Nach dem Essen ist es einfach zu kalt. Die Koffer für eine frühe Abreise sind selbstverständlich ebenfalls bereits gepackt.

Frisch geduscht setzten wir uns erst einmal ans Aperitif Feuer.

Das Abendessen war mal wieder sehr lecker. Um halb neun ging es mit Taschenlampen wieder zurück ins Zelt.

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