Eine harte Nacht lag hinter der Reisegruppe. Hatte manch ein Sheriff doch kurz vor Mitternacht festgestellt, dass vor der Hütte in regelmäßigen Abständen Lichtzeichen abgesetzt wurden. Ob es sich um Polarlichter oder doch einen Einbrecher handelt? Es war unklar. Um das Mysterium zu lösen, befand sich die gesamte Reisegruppe auf Habacht-Stellung und nahm die Fährte auf. Nach einiger Zeit konnte Entwarnung gegeben werden. Der Feuermelder reflektierte so ungünstig, dass man von einem Einbrecher mit Taschenlampe ausgehen musste. Polarlichter, Fehlanzeige.
Entsprechend schnell konnte natürlich in den Schlaf gefunden werden. Nicht. Entsprechend kurz war die Nacht. Vom Wind geweckt ging es ans Packen. Weiter ging die wilde Fahrt in Richtung Salla. Es hatte sich bereits bis zur Vermieterin der Hütte herumgesprochen, dass die Reisegruppe starke Türprobleme hatte. Und sie berichtete, dass der diesjährige Winter sehr mild sei und es nur die Hälfte des sonstiges Schnees gäbe.

Auf herrlich Schnee bedeckter Straße ging es los. Schon innerhalb kürzester Zeit musste ein Teil der Reisegruppe dringend aufs Klo. Da die Sanifair-Angebote in Finnland quasi nicht vorhanden sind, gestaltete sich dies erneut schwierig. Auch der Fahrer trug dabei nicht zu einer schnellen Lösung bei. Mehrmals wurde die Ausfahrt „verpasst“. Schlussendlich konnte die namibische Pipipause auch hier adäquat angewandt werden.

Im Zuge des Halts gab es dann direkt auch schon den ersten Snack: Schoßpizza, beste Pizza!

Obwohl Teile der Reisegruppe den Nationalpark Oulanka nahe Russland als Zwischenstopp vorgeschlagen hatten, machten sie dann doch recht schnell einen Rückzieher. Einsamkeit will gelernt sein.

Je näher es Richtung Salla ging, umso mehr Infrastruktur gab es abseits der Straßen. Wo sonst keine Tankstelle, kein Café und schon gar kein kleiner Parkplatz waren, konnte man sich hier gefühlt kaum davor retten. Okay, dann wird halt in ein Café eingekehrt. Englisch wird hier zunehmend schwieriger. Mit Hand, Fuß und Deepl kennen sich die Einheimischen allerdings bestens aus.


In the Middle of Nowhere angekommen, wurde einer guten Tradition folgend erst einmal in den Supermarkt eingekehrt. Und man muss sagen – so komisch Salla als Ort auch daher kommt, so toll ist doch der Supermarkt. Größter und vielfältigster bisher! Chapeau!

Im Anschluss ging es in den Salla Wilderness Park. Einmal kurz den Rentieren hallo gesagt ging es auf einen Schneespaziergang in den Wald. Auch wenn die Route über den nahe gelegenen See traumhaft erschien, traute nicht jeder dem dicken Eis.




Und schon ging es weiter zur heutigen Unterkunft. Der Kuuru Lakeside. Ein winzig kleiner Bungalow mit riesiger Fensterfront, die von außen verspiegelt ist, sodass man (fast) nicht rein schauen kann. Schade, dass die Chancen auf Polarlicher heute sehr gering sind. Der Blick auf den See ist aber auch schon überragend.


Zum Abendessen ging es in ein nahe gelegenes, finnisches Restaurant. Die Auswahl ist hier nicht sonderlich groß, daher gab es wenig Entscheidungsspielraum. Zur Überraschung aller gab es ein richtig leckeres Abendessen mit dem Fisch des Tages.


