Die pfiffigen Camper der Gruppe haben sich bereits am Vortag heimlich das Sortiment des Campingplatz Bäckers angeschaut, schließlich will man ja rechtzeitig wissen, was einen am nächsten Morgen erwartet. Zur Überaschung aller gab es italienische Laugenknoten! Da das Brötchensortiment nicht verraten wurde, mussten die unwissenden Camper zwangsweise vom Schlafanzug in die Sonnenbrille schlüpfen und den morgenlichen Brötchendienst übernehmen.

Nach einem gemütlichen Frühstück im Freien ging es dann mit den Fahrrädern auf in Richtung Meran. Einige des Rennteams hatten sich extra einen „Alpensattel“ zugelegt, welcher eingeweiht werden wollte. Da der Radweg nach Meran ständig bergab geht, lässt er sich aber auch sehr gut ohne Alpensattel bewältigen.
Traumhaft gelegen schlängelt man sich mal links oder rechts an der Passer vorbei.
Interessierte Radler rätsel, was wohl mit den vielen Äpfel gemacht wird. „Vermutlich für den Apfelstrudel auf den Hütten“, wird der Gedankengang abgeschlossen.


Nach 30 Minuten Fahrt war man auch schon in Meran. Die Fahrräder waren schnell abgeschlossen, die Stadt will schließlich zu Fuß erkundet werden.


Auf der Agenda standen verschiedene Programmpunkte, welche nach Wichtigkeit abgearbeitet wurden.


Aufgrund eines kleinen Fahrradkettenöl Unglücks verbunden mit einer spontanen Rey Putzaktion kurz vor der Abreise, wurde blöderweise der Gürtel eines Reiseteilnehmers vergessen. Ohne Gürtel gab es einen akkuten Hosenmangel, was uns direkt zu Agenda Punkt 2 führte. Ein neuer Ledergürtel „Made in Italy“ war schnell gefunden. Fachmännisch und sehr akribisch wurde noch ein weiteres Loch hinzugefügt. Wie bei allen Qualitätsgürten beträgt der Lochabstand eine schräge italienische Daumenbreite.
Neben dem Gürtel wurde auch noch fleißig weiter geshoppt. Die neueste Mode kommt schließlich immer aus Italien, berichteten die Experten der Gruppe. Deswegen wird nun nach Deutschland die „Ballonhose“ eingeführt. Die Hose verdankt den Namen ihrer Form, viel Spaß beim Vorstellen…
Punkt drei der Agenda waren Südtiroler Schinken und schwarzer Risotto Reis. Der Schinken war schnell gefunden, der Risotto Reis stellte sich als schwieriger heraus. Nach etlichen vergeblichen Versuchen in „Speckhäusern“, ließ man sich dann letztendlich in einem Feinkostladen beraten. Schwarzer Risotto Reis kommt wohl aus Piemont, da ist das Klima entsprechend gut. Deswegen gibt es den weltbesten Risotto Reis nur aus Piemont. Diesen hat er auch zufällig hier im Laden. Neben Risotto Reis gibt es in Piemont auch übrigens den weltbesten Wein, den weltbesten Käse und das weltbeste Olivenöl. Alles vorrätig! Zur großen Überraschung der Gruppe ließ sich der Oberschwabe überzeugen und kaufte den 10€ Risotto, um noch weitere Piemont Produkte abzuwehren.
Da Shoppen bekanntlich anstrengend ist, wurde sich nun ausgeruht. Rein zufällig stolperte man in ein örtliches Brauhaus.

Bei der Pause wurden nun die Restaurant Möglichkeiten für den Abend sondiert. Zum größten Unverständnis einiger, herschen in Meran recht ungewohnte Gepflogenheiten, was die Esskultur betrifft. Vor 18:00 Uhr ist es quasi unmöglich, ein Restaurant mit warmer Küche zu finden, die meisten Lokalitäten öffnen erst 18:30 oder 19:00 Uhr. Um keine weitere Verzögerung in Kauf zu nehmen, wurde prompt in einem Restaurant, welches um 18:00 Uhr öffnet, reserviert.
Die verbleibenden 90 Minuten wurden mit dem letzten Programmpunkt, dem Tappeinerweg, überbrückt. Der Tappeinerweg ist eine 4km lange Höhenpromenade, welche einen atemberaubenden Blick auf die Stadt gewährt.

Aber ganz so spontan und ohne Vorbereitung lässt sich der Hungerrythmus nicht von Deutschland auf Italien umstellen.


Um 17:30 Uhr (noch 30 Minuten bis zur Öffnung des Restaurants) entdeckte man auf dem Höhenweg ein weiteres idyllisch gelegenes Restaurant. Auch dieses öffnet erst um 18:00 Uhr, würde aber keinen weiteren Fußmarsch mehr verlangen. Verzweifelt versuchte man spontan einen Tisch zu ergattern. Email, Telefon und herumtigern vor dem Restaurant Eingang blieben ohne Erfolg.

Egal, man ging ins Risiko. Hauptsache keinen hungrigen Abstieg vom Höhenweg. Und das Warten sollte sich lohnen!


Schon nach der leckeren Oliven-Zuccini-Tomaten Bruschetta, kam die gute Laune zurück. Das passiert uns nicht mehr, ab morgen gibt es immer einen Nachmittagssnack.
Nach dem vorzüglichen Essen ging es hurtig zurück zu den Fahrrädern. So angenehm der Hinweg war, so zäh gestaltete sich der Rückweg. Gut, dass wir mit einem Alpensattel ausgerüstet waren. Nach 40 Minuten erreichten wir recht erschöpft den Campingplatz. Auch hier mussten wir den Preis für unsere tolle und hohe Terassenausicht erste einmal bezahlen. Mit einem gepflegten und lauten „Leck mich am Arsch“, welches den Nachbarn ein Schmunzeln entlockte, erreichte der Rennstall den Camper.

Bei einem schönen Buch und Kerzenschein wurden dann der anstrengende Tag ausklingen gelassen.

