Endlich war es so weit, nach gut einem Jahr begeben sich Erwin und Fritzle wieder auf Reisen. Zwecks Corona dieses Mal ohne Flieger in die weite Welt, stattdessen mit Familienkutsche und Fahrradträger ins benachbarte Bayern. Wie üblich im Hause Quack-Hofmann ging es Freitag Abend um 10 ins Bett, schließlich will man ja für den großen Reisetag fit sein. Geklappt hat dies aber nicht, im Gegenteil: Vor lauter Aufregung wurden Teile der Reisegruppe in der Nacht mehrmals von Onkel Flotter Otto besucht. Die
Abfahrt stand auf Messersschneide. Eine leichte Panik breitete sich folglich in der ganze Gruppe aus, schließlich würde eine all zu verspätete Abfahrt das erste Reisehighlight, der Heilige Berg in Andechs, stark gefährden. Entsprechend schnell wurde gehandelt. Um 06:30, pünktlich zur Ladenöffnung der Bäckerei Trölsch, wurden Laugenbrötchen gekauft. Ausnahmsweise mit Salz, schließlich mussten ja wertvolle Mineralien zurückgewonnen werden. Und die Stärkung zeigte ihre Wirkung. Nach einem anschließenden kleinem Après Frühstücks Nickerchen war die Gruppe wieder bei Kräften und startklar. Schnell noch die Küche putzen und von den Tomaten verabschieden, dann ging es los.
Nach drei Stunden Autofahrt der lang ersehnte Moment: Wir standen am Fuße vom Heiligen Berg in Andechs. Im Stechschritt ging es die letzten Meter hinauf. Der eine freut sich auf die lang ersehnte kühle Erfrischung, der andere auf die lang ersehnte erste Pipipause. Im berühmten Braustüberl angekommen, wurden wir erst einmal von dem vorherrschenden Tohuwabohu erschlagen. Wochenende und bestes Wetter hatte zahlreiche Gläubige angelockt, eine vollkommen ungewohnte Situation in Tagen von Corona. Nachdem wir einen guten Platz auf der Ostterasse gefunden haben, wurde sich gestärkt. Der eine begnügte sich mit drei Gabeln Kartoffelsalat, der andere mit einer Riesenhaxe, ohne Beilage und Sauce, Haxe pur sozusagen. Kulinarisch hatten die Menüs uns folglich nicht ganz so überzeugt. Ganz anders die Getränke. Sowohl das Wasser als auch das Andechser Hell Spezial schmeckten vorzüglich. Der Umweg zum Kloster hat sich nun doch gelohnt. Folglich wurde noch ein Bubatäschle als Erinnerung organisiert.
Nach der Stärkung besichtigten wir noch kurz die Klosterkirche. Kurz bedeutet in diesem Fall die Köpfe in die Kirche hineingesteck, „Ups eine Hochzeit“ und schnell und leise wieder hinaus.
Im Anschluss ging es zackig weiter nach Almersham, dem Ziel unseres diesjährigen Urlaubes.
In Almersham angekommen wurden wir prompt mit Mundschutz und Desinfektionsmittel von unserer Vermieterin Frau Rösle begrüßt.
Die Formalien wurden schnell geklärt, danach konnten wir „einziehen“. Die Wohnung ist super, Schlafzimmer, Toilette, Badezimmer, Küche, Wohnzimmer und Balkon mit Bergblick. Nachdem alle Türgriffe desinfiziert wurden sind wir uns sicher: hier lässt es sich für die nächsten 12 Tage aushalten.

Nach dem Einzug, der langen Fahrt und der doch etwas kürzeren Nacht übermannte uns nun die Müdigkeit. Gut, dass es in unserem Dorf neben ein paar Bauernhöfen auch ein Gasthaus gibt.
Kurz wurde noch die Abendgarderobe diskutiert: Pulli ja oder nein?
20% Regen wurden für den Tag gemeldet, keine Wolke in Sicht: T-Shirt und kurze Hose sollten reichen.
Leicht skeptisch ging es zum Gasthaus Waldwinkel, schließlich konnte noch nicht jeder abschätzen, ob die deftige bayrische Küche einem taugt. Ein kurzer Blick auf die Karte ließ aber so manche Augen erstrahlen. Als Dessert wurden angeboten: „Kaiserschmarrn mit Apfelmus“, „“Apfelkücherl in Zimt-Zucker“ und „Marillenknödel mit Zwetschgenröster“. Mindestens drei neue Pflichttermine wurden umgehend in die Urlaubsplanung eingebucht. Gegessen wurde dann aber ein sehr leckerer Sommersalat mit gebratenen Pfifferlingen. Der Rest der Reisegruppe verdaute stattdessen noch seine Haxe und blieb bei Flüssignahrung.

Feucht-flüssig ging es nun auch ungewollt weiter: Die 20% Regenwahrscheinlichkeit hielt ihr Wort, ein herrliches Sommergewitter setzte schlagartig ein. Erstmals konnten wir uns im Gasthaus in Sicherheit bringen. Aber auch hier war irgendwann Schluss.
Im Sauseschritt rannten wir im Dunkeln zurück zu unserer Wohung. Der Hintere immer darauf bedacht, nach einem „Pflatsch“-„Scheiße“ Warnruf schnell einen Haken zu schlagen, um nicht selber die Schuhe zu baden. Vollkommen durchnässt ging es zu Hause noch schnell unter die warme Dusche, ehe wir vollkommen erschöpft in unser neues Bett fielen.


