Auch heute war ein traumhaftes Wetter gemeldet, weshalb es noch einmal hoch hinaus auf die Berge gehen sollte. Bei guter Sicht verspricht die Kampenwand einen traumhaften Panoramablick auf den Chiemsee. Kaum hatte die Reisegruppe die Augen geöffnet, war aber schon klar: Wandern wird heute nichts. Schon im Liegen bahnte sich bei allen Teilnehmer ein herrlicher Muskelkater an. Das war gestern wohl etwas zu viel für die Hobbywanderer. Der Gang zur morgentlichen Toilette stellte schon die erste große Herausforderung des Tages dar. Entsprechend schnell wurde umgeplant. Die Wanderschuhe und Stöcke wurden gegen Flip Flops und Bücher ausgetauscht. Ein sehr gemütlicher Urlaubstag auf den beiden Chiemsee Inseln wurde angestrebt. Ganz so gemütlich wurde es dann doch nicht, denn zum Auto mussten erst einmal zwei Stockwerke Treppen überwunden werden. Gar nicht so einfach mit einem bösen Waden-Oberschenkel-Popo Muskelkater. Gut, dass die Füchse der Truppe schnell heraus fanden, dass die Treppe rückwärts deutlich besser bewältigt werden kann. Gut, dass niemand Opa und Omi auf dem Weg zum Auto beobachtet hat…
In Gstadt angekommen, ging es runter zum Hafen. Auch hier sollte uns der Rückwärtsgang bei der größten „Steigung“ helfen. Mit dem Schiff ging es dann zu unserem ersten Ziel, der Herreninsel.
Die 2,3 km² große Herreninsel ist eine unbewohnte Insel, auf welcher es das alte und neue Schloss zu besichtigen gibt. Letzteres ist ein „Klein-Versailles“ Nachbau von König Ludwig II.
Wir humpelten gemütlich über die Insel und ließen uns auf einer schattigen Parkbank nieder. Bei ein paar entspannten Kapiteln in unseren Büchern erholten wir uns von dem für uns heute doch sehr anstrengenden Spaziergang. Die folgende Toilettenbesichtigung im Schloss stellte für die Gruppe wieder eine kleine Herausforderung dar: Es musste eine schmale Treppe zum Untergeschoss bewältigt werden. Aufgrund des anwesenden Publikums dieses mal aber im schwierigen Vorwärtsgang. Der ein oder andere Zuschauer hätte dabei denken können, wir hätten es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette geschafft. Ein Trugschluss!
Im Anschluss ging es weiter zur Fraueninsel. Bei der Überfahrt hatten wir richtig Glück, wurden wir doch tatsächlich von der Ludwig Fessler, dem einzigen Schaufelraddampfer der Chiemsee Flotte, abgeholt. Entsprechend groß war die Freude in der Gruppe, alle waren vollkommen aus dem Häuschen. Mit dem typischen Flap-Flap-Geräusch wurde dann zur Fraueninsel übergesetzt.
Die Fraueninsel ist eine kleine süße Fischerinsel, welche in 20 Minuten zu Fuß umrundet werden kann. Ihren Namen erhielt die Insel von dem ansässigen Kloster Frauenchiemsee. Keinesfalls sollte man die Insel verlassen, ohne sich mit den angeblich weltbesten Fischbrötchen gestärkt zu haben. Folglich schlugen wir beim ersten Stand zu und jeder gönnte sich ein Chiemsee Renken Brötchen. Keine zwei Meter weiter entdeckten wir einen weiteren Fischbrötchenstand und uns wurde ohne zu probieren klar: Verdammt, wir waren am falschen Stand! Tapfer würgten wir die trockenen Brötchen hinunter, nur um uns gemeinsames ein Drittes, dieses mal aber vom richtigen Stand, zu verdienen. Und ja, auf der Fraueninsel gibt es tatsächlich die „weltbesten“ Fischbrötchen!
Nachdem wir die Insel umhumpelt hatten, erfrischten wir uns noch in einem lokalen Brauhaus bevor es auch schon wieder nach Hause ging.
Nach dem anstrengenden Tag gestern hatten wir für heute genug erlebt.




