Nach dem sehr einprägsamen Tag gestern geht es heute weiter in die Stadt Bogor. Bogor ist eine kleine 1 Millonen Einwohner Stadt und liegt etwa 60 km südlich von Jakarta. In Bogor hauen wir dann urlaubstechnisch das erste Mal richtig auf den Putz. Ein vier-Sterne-Hotel ist gebucht. Kostenpunkt: stolze 40 Euro pro Nacht. Entsprechend groß ist natürlich unsere Vorfreude. Die Anreise sollte ursprünglich mit dem Zug erfolgen. Nach der gestrigen Besichtigung des Hauptbahnhofes entschied sich die Reisegruppe jedoch umgehend für das Taxi. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel (je nach Vorliebe Nasi Goreng oder Zwieback-Rosinen-Schnecken) ging es um 12 Uhr auf nach Bogor. Nach einer Stunde Autofahrt passierten wir die Stadtgrenze und wurden prompt von einheimischen Ampelhändlern begrüßt. Diese schlängeln sich durch die im Stau stehenden Autos und bieten den Autoinsassen diverse Leckereien an.


Auf den ersten Blick scheint der Smog in Bogor nicht ganz so dicht zu sein, am Horizont erkennt man schemenhaft die Umrisse von Bergen. Ansonsten ähnelt alles jedoch schon der Hauptstadt Jakarta. Es fehlen die blauen Tuk Tuks, stattdessen gibt es offentürige grün-blaue Minivans, die durch die Gassen pesen. Wir fahren gerade durch ein recht schnuckliges einheimisches Viertel, als der Taxifahrer unverhofft links abbiegt und auf unser Hotel zusteuert. Das moderne, hochstöckige Hotel thront dabei etwas deplaziert über den einheimischen Gebäuden, sodass es auf eine gewisse Art und Weise surreal wirkt. Wie eine Blase, in welcher man der hiesigen Außenwelt entfliehen kann. Nach einem kurzen Bombencheck unseres Autos mithilfe eines Spiegels und einem Selfie mit dem Fahrer, checkten wir ein. Das Hotel lässt keine Wünsche offen. Unser mit Abstand größtes Zimmer, tolle Kaffebar, (westliches) Restaurant und Poolanlage. Auch eine Kühlkammer mit Laufband und 5 Hanteln, dem „Gym“, wird geboten. Ob alle Reiseteilnehmer den Pool tatsächlich nutzen können, ist noch nicht final geklärt. Teile der Gruppe haben blöderweise ihre Burkini vergessen, was eventuell einige der hiesigen Badegäste verärgern könnte. Experten vermuten, dass diese schwierige Fragestellung uns wahrscheinlich den kompletten Indonesienaufenthalt beschäftigen wird.

Nach einem sehr leckeren Kopi (Kaffee) in der Hotelbar ging es dann auf Erkundungstour. Wer auf der Suche nach einem guten gebrauchten Mobiltelefon ist, wird in Bogor bei einem der zahlreichen Handyteppichhändler sicherlich fündig. Auch scheint sich die Stadt auf den Fahrradhandel und die Couchtisch Produktion spezialisiert zu haben. Zumindest lassen die zahlreichen umherwandelnde Tische diese Vermutung zu.




Europäer gibt es hier quasi keine, weshalb wir unterwegs viele Blicke und Rufe ernteten. Was genau gerufen wird, können wir nicht so richtig einschätzen. Unsere Indonesischkenntnisse werden von dem ein oder anderen hier doch deutlichst überschätzt. Ebenfalls interessant: Im Gegensatz zu unserem Taxifahrer sind die Einheimischen hier nicht sonderlich auf Selfijagd, sondern möchten viel lieber von uns mit unserer eigenen Kamera fotografiert werden. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten, jedes Zahnpastalächeln wird mitgenommen! Im Vergleich zur Hauptstadt scheint die Geruchslandschaft hier auf der Straße noch ein bisschen einprägsamer zu sein. Der heute meist gehörte Satz war „Ich glaub ich kotz gleich“. Auch fehlen in Bogor die großen westlichen Luxus Malls. Zumindest haben wir bis jetzt lediglich zwei eher einheimische Malls entdeckt. Die lokalere von beiden hatten wir sicherheitshalber nur rudimentär erforscht.







Kleines Erfolgserlebnis: Im örtlichen Tritschler entdeckten wir endlich den heißgesuchten Kopi-Maker. Für stolze drei Euro wurde dieser umgehend erworben. Mangels vorhandener Restaurants, welche unseren schon deutlich abgesenkten Hygieneansprüchen genügten, ging es zum Abendessen zurück ins Hotel. Da nicht alle am Tisch ihre Portion packten, wurde uns angeboten, die Überreste aufs Zimmer tragen zu lassen. Jedoch habe wir als gute Gäste den Resteteller selbstredend ohne fremde Hilfe auf unser Zimmer getragen. Nun lassen wir den Abend gemütlich auf unserem Zimmer ausklingen und freuen uns auf weitere spannende Tage in Bogor.