Ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Wo könnte man diese entspannter Revue passieren lassen als im „besten Hotel der Stadt“, wie uns Yepi aufklärte. Und tatsächlich lässt sich die Unterkunft ganz gut an. Nach einer kurzen Erkundungstour des abendlichen Pangkalan Bun, bei dem erstmals Rast an einem einheimischen Essensstand gemacht wurde, gab es dann doch noch etwas Richtiges im Hotel zu essen. Außerdem gelang es endlich, unsere dreckige Wäsche in den Waschservice zu geben – dringend notwendig. Die Nacht war eher kurz, schließlich sind unsere Körper an das frühe Aufstehen im Dschungel gewöhnt und auch der Muezzin von Pangkalan Bun kennt keine Gnade – 4.30 Uhr und so. Leider konnten aufmerksame und empfindsame Hotelgäste in den frühen Morgenstunden wieder einmal kleine Ameisen im Bett ausmachen. Spätestens hier war die Nacht sowieso gelaufen. Komischerweise waren auch auf dem Koffer Krabbeltiere sichtbar. Es konnte allerdings ausgeschlossen werden, dass wir sie vom Boot mitgebracht hatten. Denn der genaue Beobachter konnte das Leck im Zimmer ausfindig machen. Leider war somit auch klar, dass unsere Reisegruppe in diesem Zimmer nicht mehr sicher oder glücklich sein würde. Nach einem schnellen Frühstück wurde sehr zur Scham eines Teils der Reisegruppe die Rezeption über den Ungezieferbefall unterrichtet. Sie boten an, Gift in unserem Zimmer zu sprühen, was jedoch nicht so gut ankam. Also boten sie ein neues Zimmer an. Für die Reisegruppe hieß das, alles wieder zusammenpacken. War ja nicht so, dass bereits alles wild im Zimmer verteilt war. Kurze Zeit später klingelt es und wir wurden ins Nachbarzimmer verlagert. Innerhalb kürzester Zeit war ersichtlich, dass sich das Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert hatte. Auch hier spazierten die Biester gemütlich auf dem Bett entlang. Da eine weitere Beschwerde wohl sinnlos gewesen wäre – es scheint, ein bekanntes Problem hier zu sein, packten wir unsere Koffer wieder aus und entfernten alle ersichtlichen Mitbewohner. Keine halbe Stunde später klingelte es und ein Hotelmitarbeiter verkündete uns die frohe Botschaft, dass wir ein Upgrade in die Royal Suite bekommen hätten. Das war jedoch nicht jedem so recht. Während die eine Hälfte der Zimmergemeinschaft Freudensprünge machte und schnell wieder alles, was bereits ausgepackt war, zusammensuchte, schämte sich die andere Hälfte so stark, dass sie extra langsam zusammenpackte. Wir wanderten also ein weiteres Zimmer weiter und fanden hier eine kleine Wohnung mit Wohnzimmer, Ankleidezimmer und endlich auch einem großen Bett vor. Außerdem hatte der Hotelmanager uns einen Gruß aus der Küche vorbereitet. Die mögen wir ja besonders gerne. Aber was tut man nicht alles für seine VIP-Gäste. Das Beste an der Sache: bis jetzt konnten keine Mitbewohner ausfindig gemacht werden – das ist wirklich ein Upgrade.
Wir machten uns erneut auf den Weg Richtung Innenstadt, um einige Dinge zu erledigen. Highlightprogrammpunkt: Flip Flops reparieren lassen. Leider war nicht jeder der Reisegruppe am Abend zuvor umsichtig unterwegs und war daher über ein Holzbrett auf dem Boden gestolpert. Blöderweise riss dabei die Halterung des Schuhs. Auch der kurz darauf erworbene neue Schuh konnte nicht überzeugen, weshalb es ganz nachhaltig an die Reparatur des kaputten Schuhs ging. In einem Vorhanggeschäft entdeckten wir Nähmaschinen. Kurzerhand standen wir im Laden und erkundigten uns, ob man uns hier helfen könnte. Der patente Besitzer zückte Nadel und Garn und nähte den Flip Flop wieder zu einem Teil. Das Geld nahm er dafür nur widerwillig an. Viel mehr war er an einem Foto mit dem witzigen Gast interessiert.



Den Rest des Tages verbrachten wir am Hotelpool, an dem sogar Bikinis erlaubt sind. Endlich. Und das Allerbeste: es waren weit und breit keine Kinder in Sicht. Also zogen wir in aller Ruhe unsere Bahnen und sonnten uns auf den Liegen. Bis die Ruhe dann schnell wieder vorbei war. Das altbekannte Spiel: eine Meute asiatischer Kinder stürmte den Pool. Die Kinder können sich dann nicht wie normale Kinder im Wasser verhalten, sondern sie versuchen, so viel Wasser wie möglich aufzuwirbeln oder aus dem Pool zu schwemmen. Gut, dass unsere Liegen direkt am Kinderbecken stehen. Wir nahmen nämlich jede Arschbombe mit.

