Andere Länder andere Sitten, sagt man. Sehr zutreffend ist dieser Spruch im Vergleich zwischen Deutschland und Asien im Allgemeinen. Ein ganz besonders spannendes Kapitel nimmt die Toilettengewohnheit der Asiaten ein. Manch ein Asienreisender wird mit einem Fragezeichen im Gesicht auf dem stillen Örtchen stehen und sich fragen, was hier nun zu tun ist.
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es verschiedene Ausführungen und Modelle der asiatischen Toilette gibt:
- Das Dusch-WC in unterschiedlichen Varianten
- Die Hocktoilette
- Die westliche Toilette
Die verschiedenen Ausführungen sind auf den öffentlichen Toiletten auch immer direkt gekennzeichnet.


Das Dusch-WC (umgangssprachlich “Popodusche“)
Prinzipiell sind die Toilettengewohnheiten der Asiaten deutlich gesünder und hygienischer als sonstwo. Der Charme eines Dusch-WCs ist, dass direkt mit Wasser statt mit Klopapier gearbeitet wird. Toilettenpapier ist daher nicht unbedingt in jeder Kabine vorhanden. Besser gesagt nur in seltenen Fällen. Häufiger findet man, wenn überhaupt, Papier im Bereich der Waschbecken, das man sich abreißen und mitnehmen kann.
Das Dusch-WC haben wir bisher in zwei Varianten kennen gelernt. Einerseits mit automatischer Spritzfunktion und andererseits mit einer Handbrause.
Die automatische Spritzfunktion ist die modernere Variante des Dusch-WCs. So manch einer ist schon ziemlich erschrocken bei der Anwendung dieser Maßnahme. An der Seite der Toilette befindet sich ein kleines Rad, das man aufdrehen muss. Je weiter es geöffnet wird, umso mehr Wasser spritzt aus einem kleinen Stäbchen nach oben. Ist die richtige Position gefunden, sollte der Waschvorgang beginnen. Oberste Regel: mit der linken Hand wird gearbeitet! Daher gilt diese im asiatischen Raum auch als unrein, man sollte weder jemandem die linke Hand reichen noch mit dieser Essen. Nachdem der Spritzvorgang beendet wurde, wird das Hinterteil möglicherweise etwas nass sein. Dies stellt für die Asiaten kein Problem dar. In den seltensten Fällen wird sich um die Trocknung gekümmert. Schließlich ist es sowieso so heiß, dass ein bisschen Abkühlung und Erfrischung nicht schadet – trocken wird es allemal.



Die Handbrausen-Variante des Dusch-WCs hat ebenfalls ihre Vorzüge. So befindet sich neben der Toilette ein extra Schlauch mit einer kleinen Brause am Ende, die über einen Druckknopf betätigt wird. Auch hier kann die Stärke des Wasserstrahls manuell eingestellt werden. Allerdings sollte der Schlauch vor der ersten Verwendung auf seine Strahlstärke getestet werden. Denn diese variieren tatsächlich sehr. Nicht selten hört man Aufschreie aus Toiletten, wenn der Strahl zu stark ist. Die Anwendung unterscheidet sich bei Männern und Frauen. Während Männer die Brause von oben nach unten verwenden, sollten Frauen darauf achten, von vorne nach hinten zu arbeiten, um Harnwegsinfektionen zu vermeiden. Bei nicht ganz treffsicheren Nutzern kann es auch passieren, dass die volle Wasserladung erst einmal auf dem unteren Teil des Toilettendeckels landet, der das Wasser wiederum auf den Nutzer zurück spritzt. Doch, wie wir wissen, ist ein bisschen Wasser überhaupt nicht schlimm.

Die automatische Spritzfunktion wird von Fachexperten als hygienischere Variante des Dusch-WCs eingestuft, da hier lediglich an einem Rad gedreht werden muss, um den Vorgang zu starten. Im Falle der Handbrause kann man sich nie so sicher sein, wer den Schlauch schon in der Hand hatte.
Die Hocktoilette (umgangssprachlich „Stehklo“)
Das Stehklo findet sich oftmals bei nicht ganz so wohlhabenden Familien bzw. eher ursprünglichen Familien wieder. Auch in öffentlichen Toiletten gibt es immer wieder diese Art des stillen Örtchens. Dieser ist für Ausländer anfangs zunächst sehr fremd. Bezeichnend ist, dass oftmals ein Eimer voll Wasser sowie eine Schöpfkelle neben diesem Loch im Boden stehen. Eimer und Kelle haben unterschiedliche Verwendungszwecke. Zunächst sollte man das Wasser vor dem Toilettengang als Reinigungsmöglichkeit nutzen. Also einmal die Kelle voll machen, über den Bereich, auf den die Füße nachher kommen (rechts und links vom Loch) gießen und hoffen, dass alle Spuren des Vornutzers beseitigt wurden. Anschließend geht es ans Eingemachte. Füße in Position bringen und treffen ist die Devise. Toilettenpapier ist hier definitiv nicht vorhanden. Wer schlau genug war, sich welches von außen mitzunehmen, kann dieses nutzen. Wichtig ist allerdings, das benutzte Papier nicht ins Loch zu werfen, das packt die Spülung nicht. Vielmehr sollte das Papier in den nebenstehenden Mülleimer geworfen werden. Wer kein Papier zur Hand hat, kann sich erneut eine Kelle Wasser schöpfen und diese zur Reinigung verwenden. Nach der ganzen Prozedur muss natürlich noch abgeschwenkt werden. Also, nochmal Wasser aus dem Eimer holen und kräftig ins Loch kippen. Ganz wichtig: immer gut aufpassen, dass man nicht versehentlich mit den Füßen ins Loch abrutscht.
Die Nutzung des Stehklos ist anfangs befremdlich, jedoch mit etwas Routine ganz einfach. Außerdem ist die Haltung, die hier eingenommen wird, die deutlich gesündere als auf einer normalen Toilette.


Die westliche Toilette (umgangssprachlich „Klo„)
Glücklicherweise befinden sich in sämtlichen Hotels, Malls oder Restaurants immer normale Klos. Die Nutzung dürfte jedem hinreichend bekannt sein. Wie schon erwähnt, kann sich oftmals jeder Toilettengast aussuchen, welche Art des stillen Örtchens er bevorzugt. Entsprechend nass, laut oder sauber sind die Kabinen dann auch. Die normale, westliche Toilette ist in den meisten Fällen kombiniert mit einer Handbrause, die daneben angebracht ist.
Wir wünschen allzeit gutes Gelingen!