Wie an jedem unserer Reisetage hieß es auch heute wieder: Sehr früh aufstehen und ja nicht bummeln Gryffindors, schließlich wollen wir ja nicht unseren Flug verpassen. Folglich tappten wir schon um kurz nach 6 durch den Frühstückssaal. Scheinbar etwas ungewohnt für die Angestellten, die ihr eigenes Frühstück noch nicht einmal beendet hatten. Die Eierstation war leider auch noch nicht besetzt. Dies war aber nicht ganz so tragisch, schließlich gab es ja die gewohnt große Auswahl: Reis mit Gemüße, Suppe mit Fleischklöpse, Nudeln mit Ketchup, … Das übliche eben.
Der Flug stand unter guten Sternen. Da wir in der letzten Reihe saßen, durfte unsere Reisegruppe direkt nach den Rollstuhlfahrern das Flugzeug besteigen. Entsprechend prächtig war die Stimmung in der Gruppe. Dies sollte aber nicht all zu lange anhalten. Sehr zum Ärger einiger Passagiere drängelten sich quasi alle anwesenden Flugzeuge beim Anstellen zur Landebahn vor. Ein Reisverschlussverfahren scheint es wohl nicht zu geben. Insgesamt 45 Minuten haben wir auf dem Rollfeld verbracht!
Zusätzlich wurden einige Reiseteilnehmer von den Stewardessen mehrmals auf ein Kopfhörer Verbot beim Start hingewiesen. Vollkommen unverständlich. Damit noch nicht genug, der komplette Flug stellte sich zusätzlich als eine äußerst wackelige Angelegenheit heraus. Der Supergau dann kurz vor der Landung. Auch hier wurde man verärgert auf das Kopfhörer Verbot hingewiesen. Scheinbar ist den Stewardessen nicht bewusst, daß der ein oder andere seine Fliegernervosität mit Musik bekämpft. Zum Glück konnten die Betroffenen ganz tief in die Trickkiste greifen und das Verbot mit ihrer Gangsterkaputze umgehen.
Die Stimmung war nach der Landung dementsprechend etwas gedämpft. Verstärkt wurden diese Emotionen auch noch durch ein akkutes Hungergefühl und ein starkes Pipibedürfniss. „Das war der beschissenste Flug überhaupt“, „Mit Scoot fliege ich nimmer“ oder „Hier riechts nach Pisse und ich wars nicht“ waren nur ein paar wenige Zitate, welche die Stimmung an Bord widerspiegelten.
Kaum haben wir das Flugzeug verlassen, war all dies wieder vergessen. Wir waren zurück in der Zivilisation!
Alles war auf einmal sauber, keine auffälligen Gerüche tangierten unsere Nase, keine Mr und Mrs Rufe mehr, wir wurden nicht von penetranten Taxigeiern umzingelt, öffentlicher Nahverkehr stand auf einmal wieder zur Verfügung, die Menschen bildeten Warteschlangen, …
Eine solche Warteschlange bildete sich auch prompt an der Passkontrolle. Und direkt auch noch ein äußerst langes Exemplar.
Sehr zum Verdruss unserer mitgereisten Indonesier. Aber die Besten unter ihnen ließen sich auch davon nicht aufhalten und mogelten sich mal wieder geschickt nach vorne.

Unsere Koffer schafften es folglich deutlich schneller als wir zum Gepäckband. Scheinbar sind am Changi Flughafen nur eine gewisse Anzahl von Gepäckrunden erlaubt, weshalb unsere Koffer bereits neben dem Band stehend auf uns warteten. Das hatten wir auch noch nie.
Mit unseren geliebten rollenden Kühlschränke ging es dann auch schon los zum Hotel. Ein bisschen vermisst hatten wir solch eine komfortable Technik schon. Im Hotel angekommen wurden wir direkt mit einem „Free Upgrade“ unseres Hotelzimmers begrüßt. Schon das zweite Mal in diesem Urlaub. Das zweistöckige Zimmer lässt nichts zu wünschen übrig, klein aber fein. Im Zimmer liegt sogar ein Hotelhandy samt mobilem Internet. So eine Spielerei ist aber selbst für uns nicht notwendig. Das Ding bleibt mal schön im Zimmer. Die Gruppe ist sich einig, es ist das modernste Zimmer in unserem Urlaub. Einzig die Hotelflure überfordern uns noch etwas. Da hat man mal schnell die Orientierung verloren.
Kaum eingecheckt, ging es auch direkt wieder los. Der Tag ist schon weit fortgeschritten, nicht bummeln Gryffindors! Mit einem leerem Koffer und einem Taxi, schließlich hatte niemand Lust auf eine erneute Plastiktüten Odyssee, ging es auf zu Michaelas Familie, unser eingelagertes Gepäck abholen. Danach wieder schnellstens zurück ins Hotel, Koffer abstellen. Nicht bummeln Gryffindors!
Die Uhr zeigte mittlerweile schon halb acht abends an. Jetzt gilt es noch etwas Urlaub zu machen. Die Lichtershow in „Gardens by the Bay“ war unser Ziel. Hierbei handelt es sich um eine tolle Parkanlagen neben dem Marina Bay. Hingucker sollen dabei insbesondere die „Supertrees“ sein, künstlich angelegte Bäume, an denen sich verschiedenste Pflanzen hochschlängeln. Die Bäume sondern am Tag bis zu 100 Liter Wasser ab, um auf diese Weise ein mediterranes Klima zu erzeugen.
Da wir nicht genau wussten, wann die Lichtershow losgeht und es schon dunkel war, beeilten wir uns lieber mal wieder. Also schnell Taxi Nummer 3 gerufen und los geht’s. Nicht bummeln Gryffindors!

Wir irrten noch etwas planlos durch den Garten, da hörten wir schon die Musik der Lichtershow.
Punktlandung, ging gerade los.
Die Lichtershow ist eigentlich eine richtig kitschige Touristenattraktion. Die Bäume erstrahlen in bunten Farben, untermalt mit klassischer Musik. Gassenhauer wie der Radetzky Marsch oder die Tex Avery Show wurden gespielt. Alles in allem gefiel uns die Show so gut, daß wir extra noch eine Stunde warteten, um die selbe Show noch einmal zu sehen. Diesmal mit besseren Plätzen und einem leckeren 11 Dollar Bier. Richtig toll. Der eine Abend in Singapore gefiel uns schon jetzt besser wie vier Tage Surabaya.





Im Anschluss an die Show schlenderten wir gemütlich zu einem bekannten Foodcourt, Lau Pa Sat.
Hier gab es lokales und günstiges Essen. Sehr lecker, nur etwas zu scharf für die Gruppe. Nach dem Essen ließen wir den Abend noch an einer Bar an der Marina Bay Promenade ausklingen.
Ein großes Ziel steht am morgigen letzten Urlaubstag noch aus:
Durian, die Königin der Früchte, auch Kotzfrucht genannt, möchte gerne probiert werden. Neben ihrem markanten Geruch und einem intensiven Geschmack wird der Frucht auch eine leicht berauschende Wirkung nachgesagt.
Es bleibt spannend, ob diese Aufgabe am letzten Tag bewältigt werden kann und inwieweit ein weiteres Nahrungsexperiment kurz vor dem 12 Stunden Heimflug sinnvoll ist.

