Von Vögeln, Kühen und Katzen

Der gestrige Abend sollte noch eine kleine Überraschung bereit halten. Während der allabendlichen Lüftung des Schlafzimmers hatte sich ein Vogel in die Gemächer verirrt. Helle Aufregung in der Ferienwohnung. Doch glücklicherweise konnte der Kammerjäger der Reisegruppe ausrücken und zum Wohle aller eingreifen. Ein Glück, der Schlaf war gerettet.

Da der Wetterbericht mal wieder Regen voraus gesagt hatte, fiel die Entscheidung gegen eine Wanderung und für die Umrundung des Chiemsee mit dem Fahrrad. In Prien ging die wilde Fahrt bei ziemlich kaltem und trübem Wetter los. Ungefähr 60 Kilometer standen bevor.

Die Strecke führte nicht immer direkt am Chiemsee entlang, dafür aber durch idyllisches Grün.

Die ersten Kilometer waren trotz enormem Gegenwind schnell gemacht. Immer wieder passierte man kleine Biergärten oder Cafés – die Versuchung, gleich nach 20 Kilometern einzukehren, war groß, doch wir konnten widerstehen. Und zwar so sehr, dass wir beinahe in einer Tour durch fuhren. Nur für ein kleines Vesper wurde pausiert.

Während sich manch einer nach 40 gefahrenen Kilometern schon im Ziel sah, mahnte der andere vor den letzten 20 noch zu fahrenden Kilometern. Und die hatten es wirklich in sich. Parallel zur Autobahn ging es, inzwischen unter Sonnenstrahlen, viele Kilometer gerade aus. Doch weder der Gegenwind noch die zwei Meter entfernten rasenden Autos trugen hier zu gemütlicher Fahrradtouratmosphäre bei. Kämpfen war die Devise. Ohne jegliche bisherige Einkehr ging es nach vielen Kilometer wieder an die schöne Seite des Sees.

Das Fischrestaurant Minholz kurz vor Prien lud zur gemütlichen Einkehr ein. Erstmals gab es eine Chiemsee-Renke, die tatsächlich nur am Chiemsee vorkommt und dort angeboten wird

Man hat das Gefühl, dass die Bayern Corona sehr gut im Griff haben, wenn es um die Themen Mundschutz und Abstand im Restaurant geht. Ohne Mundschutz kommt definitiv keiner rein, auch wenn es sich um einen Biergarten im Freien handelt. Auch die Tische sind so weit auseinander, dass man keinerlei Berührung mit anderen hat. Oftmals muss der Ausweis gezeigt werden, damit keine falschen Namen auf die Adressliste gelangen. Da kann sich Baden-Württemberg tatsächlich eine Scheibe abschneiden.

Die letzten 5 Kilometer nach Prien waren schnell gemacht. Von dort ging es mit dem Auto zum Hofcafé Utz in Gollenshausen, das die Reisegruppe leider noch nie zu dessen Öffnungszeiten ansteuern konnte. Hier gab es herrlichen Kaiserschmarrn und ne Katze gleich obendrauf – die hatte keiner bestellt.

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