Wer eine Reise tut…

…der kann was erzählen.

Diese Erzählung beginnt um 5.12 Uhr in der Stuttgarter U-Bahn. Da Lufthansa bei der Unterstützung einer Anreisealternative leider nicht glänzen konnte, ging es mit dem frühen Zug an den Frankfurter Flughafen.  Die Prognosen für Wartezeiten vor Ort waren nicht berauschend, daher musste ordentlich Puffer her. Wider Erwarten klappte alles ganz problemlos. Nach einem schnellen Check-In bei AirCanada ging es fast genauso schnell durch die Sicherheit. Also blieb genug Zeit, um sich noch etwas zu entspannen.

Um 12.30 Uhr sollte dann das Boarding beginnen. Doch AirCanada bewies nicht unbedingt großes Organisationsgeschick. Ein absolutes Durcheinander: erst alle Passagiere raus aus dem Wartebereich. Dann alle kontrollieren. Dann boardet die Hälfte. Dann wird das Bodenpersonal sauer, weil alle durcheinander stehen. Dann Kommando zurück. Dann muss doch noch Handgepäck eingecheckt werden. In Summe kostete uns die Aktion 1,5 Stunden Verspätung.

Schließlich konnte dann doch an Bord gegangen werden. Auch wenn man sich zwischenzeitlich unser sein musste, ob der Flug nach Calgary oder nicht doch nach Neu Delhi ging. Zudem scheint Kanada ein sehr kinderfreundliches Land zu sein. Das ist die einzige Erklärung dafür, dass gefühlt die Hälfte der Passagiere unter 2 Jahren und in Krawallmodus war.

Auch AirCanada glänzte nicht mit Service während des gesamten 9,5-stündigen Fluges. Das mag wohl auch an mangelndem Personal liegen. Es war deutlich zu spüren, dass an allen Ecken und Ende gespart werden musste. Sei es noch am Flughafen bei sämtlichen Self-Checkin-Station oder eben auch an Bord.

Doch dank überragender Plätze im Flieger – ganz hinten in einer Zweierreihe – gingen die Stunden doch einigermaßen zeitig vorüber. Absolutes Highlight während des Fluges: Grönland einmal von oben zu sehen. Wahnsinnige Weiten an Schnee, Bergen und Eisschollen.

Der Fensterplatz hat sich gelohnt

Nach 5 Filmen und einem Snack konnte der Landeanflug auf Calgary beginnen. Von oben sah die Provinz Alberta auf jeden Fall sehr grün aus. Die Rocky Mountains erstrecken sich am Rande der vielen Grünflächen.

Nach einer gemschmeidigen Landung ging es Schlag auf Schlag. Immigration – wobei es hier keinen Stempel mehr in den Reisepass gibt. Und dann die Koffer abholen. Hier gab es einen ersten kurzen Dämpfer: von zwei Gepäckstücken hatte es scheinbar nur eines nach Calgary geschafft. Etwas traurig ging es zum Baggage Service, um den Koffer vermisst zu melden. Hier stellte sich einen Anruf später heraus, dass unser Koffer im Außenbereich des Flughafens sei, da ihn jemand fälschlicherweise mitgenommen hatte. Den Abgabeort zu finden war gar nicht so einfach und kostete viel Zeit. Doch nach der Wiedervereinigung konnte es dann endlich Richtung Mietwagen gehen.

Ein kleiner Toyota, der aber völlig ausreicht. Schwieriger war es, sich mit den Eigenheiten des Wagens vertraut zu machen. Doch schnell konnte es los Richtung Hotel in Calgary, dem Sandman in Downtown, gehen.Eine kurze Schlüsselpanne später wurde eingecheckt. Um der schlimmen Müdigkeit noch etwas zu entgehen, war der Plan, mit der kostenlosen Tramlinie in Calgary noch in die „Innenstadt“ zu fahren. Nach einigen Stationen stiegen wir auf Laufen um, was jedoch genauso gruselig wie in der Tram selbst war. Calgary scheint zu 80 Prozent aus Junkies zu bestehen, die auch keinen Hehl daraus machen. Da wird auf offener Straße gespritzt oder in der Bahn was eingeworfen. Wir entschieden uns, den Rückweg anzutreten, da wir uns nicht besonders wohl fühlten. Bis auf die tollen hohen und modernen Gebäude hat Calgary City unserer Meinung nach nicht wirklich viel Schönes. Wir fragen uns, was dieser Stadt, die auf Platz 4 der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit ist, zu diesem Titel verholfen hat. 

Calgary City
ist die größte Stadt in der Provinz Alberta

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