Der längste Kurzstreckenflug aller Zeiten

Nach zwei Jahren war es endlich soweit: Erwin und Fritzle gehen wieder auf Tour. Nach 15 Minuten strammem Aufstiegs gab es dann um 06:45 Uhr den ersten wohlverdienten Snack an der S-Bahn Ditzingen. Gut gestärkt ging es dann recht zügig weiter zum Flughafen Stuttgart.

Der erste Flug nach Amsterdam verlief erfreulicherweise reibungslos. Einzig, dass der Pilot etwas zu früh zur Landung ansetzte und nach Einschätzung einiger Passagiere bereits in Den Haag (Anmerkung der Redaktion: 70km südwestlich von Amsterdam) landete, trübte etwas die Stimmung. Schließlich waren nur 40 Minuten Umstiegszeit in Amsterdam geplant, hoffentlich geht alles gut. Aber Glück im Unglück: Zum einen war Pilot Bieberle sportlich auf dem Rollfeld unterwegs und zum anderen schafften es unsere Koffer unter wachsamer Beobachtung der Passagiere ebenfalls in den Anschlussflieger.

Laut Co-Reiseführer war dies ein lockerer 20 Minuten Flug, entsprechend entspannt wurde eingecheckt: Platz 31-F und 31-E, letzte Reihe.  Und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Mit drei Zähnen, Crocs und einer unbeschreibaren Duftwolke rückte unser erster „waschechter“ Schotte an. Und es kommt natürlich, wie es kommen musste: Platz 31-D. Aus den lockeren 20 Minuten wurden aufgrund Zeitverschiebung auf einmal 1 Stunde und 20 Minuten, Stau auf dem Rollfeld taten ihr übriges bei. Den ganzen Flug über wurde kein Wort gesprochen. Einige Reisende nutzten ihr Halstuch als Atemfilter, andere klebten ihre Nase an die Flugzeugscheibe. Nach quälend langen 2 Stunden dann endlich die Landung und frische Inselluft. Wie üblich ging es erst einmal zur Toilette, danach suchten wir den Weg zur Tram. Regen, Sonne, Wind, kalt, warm – Alles in 5 Minuten, das Wetter scheint hier sehr sprunghaft zu sein. Die Fahrt vom Flughafen zur City verlief reibungslos. Kaum ausgestiegen lachte uns auch schon ein Café an. Apple Pie und Pulled Pork Sandwich, jeder war zufrieden.

Das Hotel ist solide, manch einer würde sagen, typisch britisch. Kurz wurde noch die Kleiderwahl diskutiert: kurze oder lange Hose? Die Gruppe war sich uneinig, einer wird später noch mehrmals jammern… Danach ging es los in Richtung Altstadt. Erste Station war der Princes Street Garden, eine sehr schöne idyllische Parkanlage mit einem herrlichen Blick auf Edinburgh Castle.

Der serpentinenartige Aufstieg zur Burg war leider verschlossen, weshalb wir von unsere geplanten Route abwichen und den Park vollständig durchliefen. Glück gehabt, gab dies uns doch noch die Möglichkeit, den berühmten dicken Elefanten zu besichtigen.

Anschließend ging es den Berg hinauf auf die Royal Mile, die wohl berühmteste Straße in Edinburgh. Kleine Kopfsteinpflaster Gassen und tolle Häuser Fassaden bilden dabei eine beindruckende Kulisse. Am Ende der Royal Mile befindet sich der Eingang zur Burg. Scheinbar schließt diese schon um 16:30 Uhr, da haben wir dann für heute wohl Pech gehabt.

Die üblichen Geschäfte in der Altstadt lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Touriläden, Cashmere Geschäfte oder Whiskyshops. Insbesondere Letztere lösten bei Teilen der Gruppe eine große Begeisterung aus.

Am anderen Ende der Royal Mile befindet sich das Scottish Parliament und der Palace of Holyroodhouse. Letzterer ist die offizielle Residenz der königlichen Familie in Schottland. Berühmter ist das Schloss aber als Wohsnitz der ehemaligen Königin Maria Stuart im 16.Jh. Da sich aber nicht alle der Gruppe für „solche“ (auf Nachfrage: politische oder historische) Gebäude interessieren, ging es recht zügig weiter in den benachbarten Park. Bei tollem Wetter wurde sich hier gesonnt und Kraft getankt.

Danach bummelten wir langsam zurück in Richtung Hotel. Unterwegs hielten wir die Augen offen nach einem schönen Pub für das Abendessen. Gar nicht so einfach, die schottische Küche ist recht speziell. Das Nationalgericht Haggis (Schafslunge-Herz-Leber-Mix mit Rüben und Kartoffeln) ist nicht Jedermanns Sache. Ansonsten gibt es bevorzugt Sandwiches aller Art. Nach langer Suche wurde es dann doch der bewährte Italiener, da kann man nicht so viel falsch machen.

Nach einer leckeren Pizza ging es noch auf einen Absacker in den benachbarten Pub. Ein traditionell britisch gezapftes Lager und ein Sauvignon liesen einen spannenden ersten Tag ausklingen.

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