Robby, die Robbe

Der Morgen ging gut los, musste der mitgereiste Campersanitäter erst einmal den ebenfalls mitgereisten Zeckenköder verarzten. Insgesamt schon die dritte schottische Zecke, die auf diese Weise beobachtet werden konnte. Im Anschluss wurde bei schönem Wetter am Meer gemütlich gefrühstückt. Leider drinnen, da die Campinganfänger über Nacht ihre Stühle nicht ordnungsgemäß weggeräumt hatten und es somit keine trockenen Sitzmöglichkeiten gab. Nach dem Frühstück wurde der Camper zum Aufbruch vorbereitet, denn heute ging es wieder zurück auf das schottische Festland, geplantes Tagesziel war Loch Ness. Mittlerweile hatte die Mannschaft richtig Routine bekommen und ist deutlich schneller geworden beim „seeklar machen“ des Campers. Jeder hat seine eingespielten Aufgaben.

Die Fahrt nach Loch Ness verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse. Um halb zwei erreichten wir das Dorf Fort Augustus am südlichen Ufer des Sees. Eigentlich wollten wir dieses nur passieren, da es im Vorbeifahren aber ganz nett aussah, haben wir einfach angehalten und sind ausgestiegen.   

Verzweifelt wurde das Ungeheuer Nessie gesucht, leider aber ohne Erfolg.

Wie dem auch immer, die Suche löste eine kleine Hungerattacke aus, weshalb es nun im Sauseschritt in ein schönes Restaurant direkt am See ging.

Eigentlich hatten wir mal wieder nur einen kleinen Snack geplant gehabt, bis zum Abendessen ist es ja nicht mehr so lange. Aber der kleine 15:00 Uhr Snack artete wieder so aus, dass es für den Rest des Tages nur noch Kaugummis, magenberuhigenden Fencheltee und mehrere Verdauungsspatziergänge gab. Nach der Pause fuhren wir die Ostküste des Sees entlang bis nach Dores, unserem heutigen Zielort. Unterwegs hielten wir bereits nach idyllischen Parkmöglichkeiten Ausschau. Eventuell sind wir hier von Isle of Skye etwas verwöhnt, auf jeden Fall wurden wir nicht zufriedenstellend fündig. In Dores angekommen, hielt die komplette Crew deswegen bei einem Espresso Kriegsrat. Von Nessie war weit und breit keine Spur und der See selber überzeugte uns auch nicht wirklich. Schnell war klar, hier bleiben wir nicht. Teile der Mannschaft wollten bereits in Richtung Speyside, der nächsten großen Attraktion dieses Urlaubes, fahren. Andere zog es eher wieder ans Meer. Also kombinierten wir einfach beides, lösten die Handbremse und fuhren wieder los. Nach ca. 60 Minuten Fahrt änderte sich die Landschaft deutlich. Die Berge der Highlands wurden gegen große Gerstenfelder ausgetauscht. Willkommen in der Speyside. Und prompt tauchten auch die ersten Destillerie Wegweiser auf. Der Beifahrer  hatte nun alle Hände voll zu tun, den Camperlenker auf den Straßenverkehr zu fokussieren. Bei der vierten Destillerie gönnten wir uns eine kleine Pause: Ein erster Verdauungsspaziergang gepaart mit einem kleinen Fotoshooting. 

Glen Moray, zwar noch nie getrunken aber immerhin gibt es jetzt schon mal ein Foto in unserem Album. Weitere 30 Minuten später erreichten wir dann unseren heutigen Schlafpunkt, den Portgorden Beach. Als einziger Camper am Dorfrand stehen wir auf einem sehr ruhigen Platz. Wie schon die letzten beiden Tage wieder mit Meerblick aus unserer Küche. Anstatt Atlantik heißt es nun aber Nordsee. Da noch nicht jeder seinen Nachmittagssnack vollständig verdaut hatte, stand mal wieder der bei allen sehr beliebten spätabendliche Verdauungsspaziergang an. Die Meckerei innerhalb der Gruppe wurde aber recht schnell im Keim erstickt, poppten im Meer doch immer wieder runde schwarze Köpfe (manche behaupten auch Dreiecke) auf, welche wieder nach ca. 30 Sekunden verschwinden. Nach ausgiebiger Analyse und Fachsimpelei ist man sich einig, wir sind doch nicht so ganz allein und haben für heute Nacht Seehunde als Nachbarn.

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