Laut Reiseführer ist die Speyside die trockenste und wärmste Region Schottlands. Das können wir bis jetzt aber noch nicht so bestätigen. Wir wachten auf wie wir eingeschlafen sind, mit brasselnden Regentropfen auf unserem Camperdach. Wie immer in solchen Fällen hieß dies dann automatisch „extra gemütliches Frühstück“, sehr zur Freude der Bummler im Team. Da der Campingplatz von allen besuchten Plätzen den mit Abstand besten und saubersten „Wellnessbereich“ besaß, entschied sich die Gruppe noch für eine kleine Vorsorgedusche, wer weiß, wann wir unsere nächste Dusche bekommen. Danach wurde zusammengepackt, immer mal wieder unterbrochen von einem kurzen aber knackigen Regenschauer.
Bei auf einmal strahlendem Sonnenschein ging es dann los in den zugehörigen Ort Dufftown (sprich: „Dufftn“). Kaum eingeparkt, setzte direkt wieder ordentlich Regen ein. Von Dufftown gesehen haben wir dann nicht viel, recht bald waren wir wieder zurück im Van.

Nun griffen wir auf unser bewährtes Regenrezept von Isle auf Skye zurück: Herumfahren und die Gegend aus dem Auto heraus erkunden. Da es in der Speyside auf kompaktem Raum über 50 Destillerien gibt, hatte der ein oder andere auch ein paar Vorschläge parat. Nummer 1, Strathisla, die älteste Destille in den schottischen Highlands. Sieht von außen zumindest mal ganz nett aus.

Das Wetter spielte uns heute übrigens den ganzen Tag über Streiche. Gefühlt im 5 Minuten Takt hieß es Regenjacke an und dann wieder Regenjacke aus und Sonnenbrille auf. Da wir mittlerweile keinen Fuß mehr aus dem Camper machen ohne unseren Rucksack mit Regenausrüstung, waren wir immer vorbereitet.
Nach Strathisla ging es Richtung Charlestown in Aberlour, direkt am Ufer der Spey. Auch hier gibt es natürlich, wie könnte es auch anders sein, eine weitere schöne Destillerie. Nun stand für jeden im Team etwas „Me Time“ auf dem Programm, das muss auch mal seiny wenn man zwei Wochen in einer rollenden 1 Zimmerwohnung lebt. Konkret bedeutete dies für einen Teil eine 1-stündige Verkostung in der Aberlour Destillerie. Die wohl letzte Destillerie für diesen Urlaub, irgendwann hat auch der größte Whisky Fan im Camper genug „Pot Stills“ gesehen. Der Rest der Mannschaft entspannte in der Zwischenzeit zu Hause und hörte wahrscheinlich den Bierkapitän in Endlosschleife.

Das Wetter schien endlich etwas zu halten, also schnappten wir uns schnell unseren Rucksack und erkundeten die Speyside nun endlich auch zu Fuß. Selbst die größten Speyside Kritiker konnten der schönen Landschaft nun etwas abgewinnen. Ganz einig wurde man sich im Team über die Speyside trotzdem nicht. Von „hoffentlich verschlägt es mich mal wieder hierhin“ bis zu „hab ich jetzt gesehen, das reicht mir“ war alles an Meinungen dabei. Vollständig trocken überstanden wir den Ausflug aber natürlich auch nicht, am Ende retteten wir uns mal wieder zu einer schönen Cappuccino/Espresso Pause.




Nach der Pause fuhren wir die gekommene Strecke wieder teilweise zurück. Auf dem Hinweg entdeckten wir nämlich einen schönen Parkplatz zwischen Craigellachie und Mulben, unser Lager für die Nacht. Mit einem schönen Blick in das Fiddich Tal wurde gekocht. Die Surf and Turf Station dabei draußen, die Pasta Station drinnen. Nach einem sehr leckeren Essen wurde der Abend bei einer hitzigen und spannenden Runde Canasta ausklingen gelassen. Glückwunsch an den Gewinner.



