Die heutige Nacht war für den ein oder anderen deutlich früher als gedacht zu Ende. Schließlich mussten die Camper heute Untergrund bedingt anders herum als gewohnt im Camper schlafen – was den kompletten Schlafrhythmus von manch einem durcheinander brachte. Denn um 5 Uhr war es schon sowas von hell im Camper, dass es gefühlt 9 Uhr war. Blöd nur, dass nicht jeder wieder einschlafen konnte.

Nachdem dann auch die restlichen 50 Prozent aus ihrem Schönheitsschlaf erwacht waren, konnte die Frühstücksprozedur losgehen. Heute auf dem Speiseplan: Scones mit Nutella und Bagels mit Ei. Könnte schlimmer sein. Wie jeden Morgen plätscherte die Zeit nur so vor sich hin. Daher ging es gemütlich um 11.30 Uhr los. Das erste Ziel für heute: Ballater. Ein kleines Dorf, das laut unserer Strandbekanntschaft super schön sein soll. Und da wir mit unseren „Must Haves“ sowieso durch sind, können wir uns nun ganz entspannt treiben lassen.

Der Weg nach Ballater war wieder mal ziemlich beeindruckend. Vorbei an Destillerien, Kuh Herden, freilaufenden Schafen und, wer hätte es noch für möglich gehalten, tatsächlich einer Herde Highland Cows. Da schlug so manch ein Kuhfanherz höher. Ohne Rücksicht auf Gegenverkehr, Wind und Wetter wurde die Handbremse gezogen und mit einer Kamera ausgerüstet lostgerannt. Die sind einfach so toll!


Nach einem kurzen Fotoshooting ging die wilde Fahrt weiter. Dabei passierte die Gruppe die A939, auch bekannt als Cockbridge-Tonintoul-Straße, die ziemlich hügelig und kurvig ist. Aber eine Fahrt allemal wert. Dabei kommt man auch über den Lecht-Pass, auf dessen Spitze es ein kleines Skigebiet mit einfachen Pisten gibt. Dort angekommen wurde wieder mal der Anker ausgeworfen und die Handbremse reingehauen. Eine kleine biologische Pause hat noch niemandem geschadet. Die Reisegruppe fand eine uralte Ski Hütte vor, in der momentan Kleinigkeiten verkauft werden. Bei einem Espresso ließ es sich super auf die sommerlichen Pisten schauen.



Immer wieder werden hier Cafés von der Reisegruppe angesteuert. Üblicherweise gibt es entweder einen Espresso oder auch mal einen Cappuccino. Festzuhalten bleibt allerdings, dass die Schotten nicht wirklich für ihre guten Espressi bekannt zu sein scheinen. Entweder schmecken sie ultra bitter oder total sauer. Sollen sie mal lieber beim Whisky bleiben.

Weiter ging es mit dem Roadsurfer über die geilsten Straßen überhaupt. Berge, Täler, Schafe, Sonne, Regen – und das alles im Wechsel. Einfach geil. Immer mal wieder konnte der souveräne Fahrer des Kastenwagens ein kleines Achterbahngefühl bei allen Mitreisenden verursachen. Gab es doch richtig geile Hügel, über die mit dem Wagen drüber geschossen werden konnte. Ein Hoch auf unseren Busfahrer!

In Ballater angekommen wurde schnell ein Parkplatz gesucht und der Ort besichtigt. Richtig süß dort. Mit vielen kleinen Cafés und Restaurants, aber auch Souvenir- und Outdoorläden. Eine Eisdiele hatte der Ort sogar auch. Das ließen sich Teile der Reisegruppe nicht zweimal sagen.


Einen Regenerguss später ging es weiter zum Balmoral Castle. Der royale Außensitz, in dem die Royals regelmäßig Urlaub machen, ist gleichzeitig der Sterbeort der Queen. Dorthin sollte es gehen. Und siehe da, die Reisegruppe besichtigte sogar erstmals ein „historisches Gebäude“. Die Gegend rund um das Castle nennt sich Royal Deeside, abgeleitet vom Fluss „Dee“, der hier entlang fließt. 16 Pfund kostete der Eintritt ins Castle. Mit inbegriffen war hier der Ballsaal mit einer Ausstellung. Ansonsten konnte man sich frei auf dem Gelände bewegen. Gesagt getan. Im Ballsaal gab es zahlreiche Fotos der Roylas zu sehen. Erst im Mai diesen Jahres waren Charles und Camilla für ein Fotoshooting am Außenstandort.



Einen kurzen Pitstop im Gift Shop ging es über den Cricketplatz und den Garten der Royals wieder raus zum Roadsurfer. Zu erwähnen bleibt, dass sie sogar eine eigene Highland Cow Herde haben, was sie schon wieder ziemlich sympathisch macht.
Nach kurzem Kriegsrat fiel dann die Entscheidung, die weitere Reise in Richtung Auchavan anzutreten. In dieser Ecke soll es Lachs Treppen geben, die morgen besucht werden wollen. Für die Nacht ging es auf eine Park4Night Parkplatzempehlung, die mal wieder mitten im Nichts liegt. Hier sagen sich wirklich Fuchs und Hase gute Nacht. Perfekt für uns. Bei einem bereits erprobten Pesto konnte der Abend gemütlich ausgeklungen werden.


