Perth, not worth!

Die Nacht auf dem Campingplatz war ganz schön regnerisch. Die Tropfen prasselten so richtig schön aufs Camper Dach. Durch die Verdunklung im Camper war die Nacht heute auch etwas länger als sonst. Und wieder einmal verlief der Morgen, wie alle anderen Morgen: gemächlich. Um 10.54 Uhr rollte der Roadsurfer vom Campingplatz. Wirklich früher war es bisher noch nie.

Das heutige Ziel war zunächst St. Andrews. Der Küstenort, in dem Prinz William studierte, soll laut unserer Strandbekanntschaft sehr schön sein. Eine Golferhochburg. Mit dem angeblich schönsten Golfplatz der Welt. Das ließ sich die Reisegruppe nicht zweimal sagen. Der Roadsurfer wurde auf den Parkplatz gezirkelt und schon ging es in größtem Regen los. Ein Glück hatte der ein oder andere Reiseteilnehmer bereits eine Regenhose geshoppt. Der Regen kam nämlich von allen Seiten.

Schnell war der so bekannte Golfplatz gefunden. Er besticht durch seine malerische Sicht auf das offene Meer. Manch ein Golfer könnte sich daher heute sehr ärgern – grau in grau traf es eher.

Bei geschmeidigen 10 Grad startete die Stadtbesichtigung. Zunächst führte das Reisegruppenmitglied mit dem Schirm die Gruppe zum Castle. Die Ruine direkt am Meer wurde allerdings nur vom Sandstrand aus begutachtet. Es genügte schon, dass manch einer einen Beinaheunfall beim Abstieg an den Strand erlitt. Da musste das Schicksal nicht noch mehr herausgefordert werden. Wobei dazu gesagt sein sollte, dass der Reiseteilnehmer weich gelandet wäre – schließlich hatte er zwei Hosen und fünf Oberteile an.

Weiter ging die Tour zur Cathedrale, einem fast gleich aussehenden Gebäude ein paar Meter weiter entfernt. Während manch Einer das richtig spannend fand, waren Andere froh, dass es derzeit keine Besichtigungen der Ruine gab.

Schließlich fand sich die Reisegruppe auf der Shoppingmeile von St. Andrews wieder. Das Wetter wurde aber trotzdem nicht besser. Im Gegenteil: es prasselte so richtig runter. Da macht es selbst dem größten Shoppingfan keinen Spaß mehr. Daher wurde der Marsch zurück zum Camper angetreten.

Einfach super, wenn man so viele nasse Klamotten hat und gar nicht weiß, wohin damit. Doch auch darauf ist die Reisegruppe inzwischen spezialisiert. So wird der Camper schnell zur rollenden Wäscheleine umfunktioniert. Und der absolute Insidertipp: sollte sich die Sonne doch mal blicken lassen, trocknet die Wäsche am Allerbesten in der Windschutzscheibe – egal ob bei Stillstand oder während der Fahrt.

Die Reiseplaner hatten als nächsten Stop für den heutigen Tag die Kleinstadt Perth auf der Liste stehen. Schlechter konnte das Wetter hier ja auch nicht sein. Daher ging es weiter. Und siehe da, der Himmel klarte auf. Damit hätte wirklich niemand mehr gerechnet. Wieder mal wurde das Schiff geparkt und in die Innenstadt marschiert. Allerdings war schnell klar: wirklich cool ist es hier nicht.

Der Reiseführer hatte maßlos übertrieben. Da es heute allerdings noch keinen Cappuccino gab, wurde ins nächstbeste Café eingekehrt. Und da tatsächlich mal kurz die Sonne vorbei schaute, wurde die Gelegenheit genutzt, sämtliche nasse Stücke auszupacken und zu trocknen.

Da Perth von allen Reiseteilnehmern als „Drecksloch“ eingestuft wurde, ging es zügig wieder zurück in den Camper. Für den nächsten Tag steht die Stadt Stirling auf dem Plan – und hierhin sollte es jetzt schon gehen. Zumindest mal in die Richtung. Da sich während der Fahrt unerklärlicherweise ein Fenster des Campers wie von Geisterhand öffnete, musste schnell auf der Autobahn Einbuchtung gehalten werden. Und, welch ein Zufall, das war genau gegenüber der Destillerie Tullibardine. Da witterte manch einer die Chance, auch mal „eine kleine, unbekannte Destillerie“ zu besuchen. Gesagt, getan.

Für eine Verkostung war es allerdings schon zu spät. Sehr schade! Der heutige Nächtigungsplatz stammt mal wieder von Park4Night. Mit einem Blick auf die Burg von Stirling. Etwas am Waldrand gelegen, fuhr der Roadsurfer auf seinen Schlafplatz. Ein Glück wurde hier fachkundige Personal vorgefunden, dass beim Einweisen in die Parkbucht half.

Zum Abschluss des Tages ging es in einem 20-minütigen Fußmarsch die 80%-Steigung der Straße wieder hinunter. Dort gab es ein kleines Restaurant, das Teile der Reisegruppe unbedingt besuchen wollten. „Kein Bock auf Nudeln“ war hier das Argument. An einer tollen Bar mit diversen Whiskys fand man sich daher wieder und ließ den Abend ausklingen.

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