Highlight Overload

Nach einer richtig erholsamen, langen Nacht klingelte um 7 Uhr der Wecker. Schließlich wollte die Reisegruppe zeitnah in den ersten Road Trip Tag starten. Mit einem richtig nicht namibischen, sondern deutschen Frühstück, startete der Tag überragend. Schließlich gab es Nutella. Und das sogar ohne eine allergische Reaktion mancher Reiseteilnehmer.

Die Unterkunft „The Elegant Guesthouse“ war ziemlich cool. Mit einem kleinen Minus: in den Räumen lebten nicht nur Touristen, sondern auch winzige Ameisen. Zum Entsetzen manch eines Reiseteilnehmers waren sie überall unterwegs.

Nach dem Frühstück ging es direkt los. Elias öffnete die Tore zur Unterkunft und schon konnte der SUV Richtung Bagatelle Farm starten. Morgens ist es noch frisch, aber sobald die Sonne raus kommt hält man es nur noch in kurzer Hose aus. Keine Ahnung, wie die ganzen deutschen Rentner Touris das immer gelöst bekommen. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit: sie laufen in ihrer beigenen Wander-Zipp-Hose mit Wanderstiefeln rum. Wo auch immer sie hier wandern gehen!? Sneakers sind hier eher selten anzutreffen.

Auf der Fahrt Richtung Mariental gab es so einiges zu erleben, auch wenn die Strecke laut unserem Reiseanbieter als „eher langweilig“ eingestuft wurde. Los ging es mit einem kleinen Malheur. Einige Teilnehmer der Reisegruppe haben das Auto im Linksverkehr in mehrerlei Hinsicht noch nicht ganz im Griff: statt dem Blinker wird immer wieder der Scheibenwischer betätigt. Bei dem staubigen Untergrund hier ein echtes Highlight für die Windschutzscheibe. Und als Sahnehäubchen wurde die Reisegruppe dann kurzerhand noch zum Geisterfahrer. An einer viel befahrenen Schnellstraße oder auch Autobahn biegte ein Teilnehmer der Reisegruppe auf die falsche Spur ab. Sehr zum Entsetzen aller anderen Verkehrsteilnehmer. Mit einem gekonnten Herumreißen des Lenkrads gelang gerade noch so die Flucht. Aufatmen.

Nach Navi fahren macht hier wenig Sinn, da man einerseits kein Internet hat und andererseits nur wenig komplizierte Straßen vorhanden sind. Daher lässt es sich ganz lässig mit einer oldschool Straßenkarte fahren.

Der Weg führte entlang einer Teerstraße, eigentlich immer gerade aus. Kaum Verkehr und unendliche Weite standen auf dem Plan. Immer wieder standen am Straßenrand Einheimische, die trampen wollten. Auch wenn es sich richtig komisch anfühlt: einfach weiterfahren.

Der Plan, einfach mal weniger zu trinken, um die Pipipausen zu umgehen, scheiterte kläglich an der Hitze. Und dann war es auch soweit: der erste Sanifair Rastplatz musste angesteuert werden.

Weiter ging es Richtung Lodge. Kurz vor dem Abzweig auf eine Schotterpiste sollte eigentlich nochmal getankt werden. An der letzten Tankstelle vor der Kreuzung ging es raus. Von einem vermeintlichen Tankstellenmitarbeiter wurde man heraus gewunken. Dabei entpuppte er sich als Straßenkind, das eigentlich nur Geld wollte und dies nach dem Tanken haben wollte. Der Tankwart war ebenfalls bester Laune und versuchte zu verklickern, dass gerade erst Benzin geliefert wurde und es 50 Minuten bis zum Tanken bedürfe. Da der Tank nicht so leer war viel die Entscheidung darauf, weiterzufahren. Mit 40 namibischen Dollern lies sich der Tankwart abspeißen – er wollte schließlich auch etwas Geld für seinen Smalltalk. Der Straßenjunge war nicht ganz so begeistert, leer auszugehen. Kurz darauf war es endlich soweit: außer einem Affen konnte schon erstes Wildlife gespottet werden – zwei Giraffen am Straßenrand.

Der Abzweig auf die Schotterpiste war spannend. Recht holprig ging es weiter. Und auch sehr tierisch. Vogelstrauß und Kudus konnten gesichtet werden. Und natürlich alles ziemlich staubig.

Nach 25km Schotter gelangte man zum Eingangstor der Bagatelle Range. Und weiter ging’s auf sandigem Untergrund. Vielleicht wäre das 4×4 Auto doch besser gewesen. Mit ordentlich Drift wurde die Range erreicht. Mit einem Begrüßungssekt ging’s gut los. Da das Zimmer noch nicht fertig war, musste man sich mit dem Pool begnügen. Gibt deutlich Schlimmeres. Und wenn dann sogar noch Wildlife zu Besuch kommt, umso schöner.

Schon beim Check-In wurde der „Combination Drive“, bestehend aus „Herumfahren“, Geparden füttern und Sundowner gebucht. Nach einem kurzen Auspacken und einem rasend schnellen Kuchenstop ging’s auch schon los. Mit zwei weiteren Abenteuerlustigen ging es in die Wildniss. Mit großem Erfolg. Zunächst konnten Antilopen, Springbok, Oryx und Bat Eard Foxes gespottet werden. Der Fahrer Gabriel berichtete von zwei Nashörnern, die hier leben würden, allerdings nur morgens zu sehen seien. Und keine 5 Minuten später hielt er an und rief, dass er Nashörner gesehen hätte. Also Rückwärtsgang und ab gehts. Von weitem konnte man die beiden Nashörner tatsächlich sehen. Jedoch nicht wirklich gut. Daher beschloss der beste Fahrer überhaupt, näher ranzukommen. Und er gab alles. So viel, dass die Gruppe im Sand stecken geblieben ist. Doch nicht verzagen, Gabriel fragen. Kurzerhand lies er etwas Luft in den Reifen ab. Die Reisegruppe musste natürlich aussteigen. Und siehe da, es klappte. Mit heißem Reifen näherte man sich den beiden Nashörnern. Gabriel, bester Mann!

Nach ausgiebigem Gucken ging es weiter. Und siehe da: zwei Giraffenherden waren zu sehen. Eine cooler als die andere. An einem Wasserloch durfte das Safarigefährt sogar verlassen werden. Giraffen scheinen extrem gechillte Tiere zu sein. Selbst mit ein paar fotografierenden Touris waren sie mehr als entspannt.

Von den Giraffenherden ging es zurück Richtung Range. Dort gab es 5 Waisen-Geparde, die dort aufgezogen wurden. Diese mussten gefüttert werden. Also ging es (mit erweiterter Reisegruppe) in die riesigen „Gehege“ bzw. Flächen, in denen sich die Tiere aufhielten. Von ihren Rangern wurden sie mit Kudu-Fleisch gefüttert. Ganz schön gefährliche Angelegenheit. Beim 5. Gepard durfte sogar die Reisegruppe näher ran.

Nach der Raubtierfütterung ging es erneut mit heißem Reifen Richtung Sundowner Place. Auf einer Anhöhe fanden sich zahlreiche Touris ein, um bei einem alkoholischen Getränk den Sonnenuntergang zu begutachten. Herrliche Angelegenheit, wenn man die restlichen Leute ausblenden kann.

Auf dem Rückweg kam es dann nochmal zu einem Highlight: die beiden Nashörner, vor einer Stunde noch ewig weit weg gespottet, wackelten durch die Range. Direkt am eigenen Bungalow vorbei – richtig geil.

Und schon war es soweit, dass es Abendessen gab. Vor traumhafter Kulisse am Lagerfeuer konnten Oryx, Kudu, Fisch und Kürbis genossen werden. Die Unterkunft ist echt ein Knaller. Wer weiß, welches Wildlife heute Nacht noch einen Abstecher hier vorbei macht.