Von Autofahren und Schnecken

Wieder einmal stand ein eher ausgiebiger Reisetag bevor. Doch zunächst ging es zum Frühstück in der Agama Lodge. Sehr vielversprechend: gab es Omelette, Pancakes und das Wichtigste: Nutella. Wie in allen anderen Locations war es auch in der Wüste morgens noch sehr frisch. In langer Hose und Pulli ging’s zum Frühstück. Sobald allerdings die Sonne raus kommt, wird es wieder ordentlich warm. Nach einem kurzen Pitstop in der Sonne konnte es gegen 9 Uhr auf die Piste gehen. Schließlich wollte die C27 bis zum Ende von uns befahren werden.

Schon zum zweiten Mal kreuzte ein „Planierbagger“ die Route der C27. Was auch immer dieses Gefährt da macht. Es sieht aus wie eine Mischung aus Bagger und Planierraupe. Man vermutet, es begradigt die Straße. Gefühlt schiebt es allerdings nur den einen Schotterhaufen auf den nächsten. Nach kurzer Fahrt wurde direkt wieder die Handbremse gezogen. Bei Mc Gregory‘s Bakery wurde nochmal gut geladen: ein Meat Pie und ein Apple Pie. Für Zweiteres ist Gregory über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Absolutes Highlight: der Espresso kostet hier gerade einmal umgerechnet 10 Cent. Und hat im Vergleich zu den bisherigen auch echt gut geschmeckt. Witzigerweise traf die Reisegruppe hier auf eine andere deutsche Reisegruppe, die sie bereits auf dem Kamm der Düne „kennengelernt“ hatte. Es scheint doch immer wieder dieselben Routen zu geben.

Weiter ging es in Richtung Walvis Bay und dann nach Swakopmund. Die Strecke sollte ca. 4h dauern. Doch da die Reisegruppe sowohl den Bummelgang als auch die Handbremse angezogen hatte, sollte es etwas länger dauern. Sobald die C27 verlassen wurde, ging es auf einen Abschnitt, der ganz schön viel Wildlife bot. Insbesondere Oryx (das Leibgericht eines Reiseteilnehmers). Doch nicht nur auf dem Teller liebt er diese, sondern auch zum Spotten und Ablichten. Immer wieder wurde angehalten, um ein möglichst noch schöneres Bild zu schießen. Lockrufe wie „Komm Ory“ waren keine Seltenheit. Einmal wurde sogar eine Zebraherde gesehen – allerdings zu weit weg für unsere Linsen.

Die Fahrt verlief mal wieder sehr abwechslungsreich. Die Landschaft änderte sich ständig. Lange Zeit führte die mehr als holprige Piste durch einen engen, serpentinenartigen Canyon.

Die Strecke war hoch frequentiert. So viele Autos hatte man in ganz Namibia noch nicht zu Gesicht bekommen. Was die Sanifair Angelegenheit umso schwieriger machte. Manch ein Reiseteilnehmer wurde bei einem Sanifair-Gang scheinbar sogar von einem Vogel attackiert und ging mit einem braunen Fleck auf dem T-Shirt als Verlierer vom Platz.

Irgendwann wurde die Straße deutlich besser und es machte richtig Laune, dort lang zu fetzen. Einige Oryx und Vogelstrauße später näherte sich die Reisegruppe Walvis Bay. Man konnte zuschauen, wie die Temperaturanzeige immer tiefer viel. Bei 15 Grad stoppte sie. Ganz schön fresh. Die Einfahrt in Walvis Bay verlief entlang großer Flamingoherden.

Vor Ort ging es noch kurz in die Touriinfo, um mehr über eine mögliche Tour zum Sandwich Harbour zu erfahren. Dazu morgen mehr. Touris erkennt man in Walvis Bay an ihrem sommerlichen Outfit. Kurze Hose, T-Shirt und im Zweifel sogar noch Flip Flops. Während die Einheimischen in Winterklamotten herumlaufen.

Und schon ging’s weiter nach Swakopmund, der letzten Stadt der Reise. Hier galt es, nochmal alle Lager aufzufüllen. Die Stadt wirkte deutlich geschäftiger als alles andere, was bisher gesehen wurde. Die Unterkunft der nächsten beiden Nächte nennt sich Bushbabies Inn und ist eher ein Motel als sonst irgendwas. „Richtig schäbig“, würden es sogar manche bezeichnen. Ein kleines Zimmer mit Küchenzeile. Und direkt das Zimmer am Eingangstor. Jackpot. Erstmals in diesem Urlaub musste der Putztrupp der Reisegruppe ausrücken und für hygienische Zustände sorgen.

Anschließend ging es zum erprobten Super Spar. Mit reichlich Wasser (4 Liter pro Person am Tag wurden kalkuliert) und etwas Verpflegung rollte der Tanklaster wieder in die Unterkunft, um sich um die Tour für den nächsten Tag zu kümmern. Gar nicht so einfach, wenn man so spät dran ist. Kurzerhand wurde der nahe gelegene Touranbieter persönlich aufgesucht. Leider ohne Erfolg – trotz eigentlicher Öffnungszeit war niemand Zuhause. Aber glücklicherweise hat es noch geklappt und der morgige Tag wird mit einer Tour zum Sandwich Harbour beginnen.

Da die Unterkunft nicht wie angegeben Frühstück serviert, musste die Reisegruppe abermals ausrücken. Denn schließlich ist Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Dies brachte den ein oder anderen Teilnehmer der Reisegruppe schon unter Druck – hatte nicht jeder sein Winteroutfit bereits an. Und um 18 Uhr war ja schon der Tisch fürs Abendessen reserviert.

Obwohl das Restaurant nicht weit von der Unterkunft entfernt war, entschied sich der Reisegruppenrat, mit dem Auto vorzufahren. Soll man bei Dunkelheit nicht unbedingt alleine draußen rum laufen. Der Atlantik zeigte sich von seiner rausten und kräftigsten Seite.

In traumhafter Kulisse direkt ganz vorne am Steg lag das Jetty.

Das Restaurant machte ganz schön was her. Geile Fischkarte, geile Lage und herrlicher Sonnenuntergang.

Doch so schön es war, so viel gab es aus Sicht eines Reiseteilnehmers auch zu bemängeln. Während sich der Franzose innerhalb der Reisegruppe für Schnecken als Vorspeise entschied, versucht der Rest der Gruppe seine Gefühle gegenüber dieser Vorspeise zurückzuhalten – ohne Erfolg.

Außerdem wurde von sensiblen Reiseteilnehmern bemängelt, dass das Restaurant schwankte. Zwar stünde dieses „auf Betonpflöcken“, allerdings sorgten der Wind sowie der heftige Wellengang für ein Schwanken. Bleibt zu hoffen, dass da keiner seekrank wird.

Weiter ging es mit der Essensbestellung. Manch einer freute sich auf seinen allabendlichen Oryx, manch andere auf einen frischen Thunfisch. Dieser sollte ganz durch sein – glasig kommt in der Reisegruppe nicht so gut an. Der Kellner konnte das nicht ganz nachvollziehen und bestand darauf, dass das nicht schmeckte. Also kam das Essen natürlich viel zu roh.

War von Vornherein klar, dass das den Gourmets innerhalb der Gruppe nicht runter gehen würde. Aber was soll’s. Bei einem weiteren guten Espresso endete der lange Tag.