Es ist Samstag und das bedeutet, dass der Urlaub dem Ende zugeht. Genauer gesagt heute Abend. Doch bis dahin stand noch einiges auf dem Programm. Da die Unterkunft ca. 3 Stunden vom Flughafen entfernt liegt und der Flug erst um 19 Uhr geht, konnte der heutige Morning Drive noch mitgemacht werden.
Die Nacht verlief endlich mal wieder ruhig. Lediglich eine Oryx-Orgie, die lauthals gefeiert wurde und ein dicker Regenschauer (das glaubt kein Mensch) brachten eine kurze Schlafunterbrechung. Da hatten wir schon schlimmere Aufwachphasen hinter uns. Und die Wachphasen waren ein guter Anlass, um kurz zu prüfen, ob die Warzenschweine noch an der Hauswand schliefen. Witzige Geschichte: taten sie.
Der Wecker klingelte um 5.30 Uhr. Um 6 Uhr mussten sich alle Leopardenfans am Hauptgebäude einfinden. Dort gab es ein kurzes Heißgetränk und einen Muffin, ehe es um 6.30 Uhr los ging.

Das heutige Ziel war es, in das riesige Gebiet der Leoparden zu fahren und glücklicherweise einen zu finden. Da einige der Tiere vor vielen Jahren gechipt wurden, konnte man dies als Anhaltspunkt nehmen, um deren Signale zu orten. Aber zunächst einmal ging es bei kalten Temperaturen los.


Nachdem das gesicherte Tor passiert wurde, ging es querfeldein in das riesige Areal. Eine gigantische Landschaft bot sich dar. Unser Guide hatte große Freude daran, mit seinem Peilsender umherzulaufen und sich schlussendlich sogar aufs Autodach zu stellen, um ein besseres Signal zu empfangen. „Je lauter man den Piepton hört, umso näher ist ein Leopard.“

Er war sich ziemlich sicher, auf einem hohen Berg ein Signal empfangen zu haben. Für alle anderen im Jeep klang es eher so, als sollte er mal wieder einen Senderdurchlauf machen. So macht man das zumindest, wenn man im Radio das gleiche Signal hört, wie er aus seinem Peilsender. Naja, sein Job. Und den machte er tatsächlich sehr gut. Nachdem Giraffe, Kudus, Springböcke und sonstiges Getier umfahren wurden, wurde das Signal tatsächlich lauter und piepender. Wir fuhren wild umher, durch Dickicht und nahmen dabei auch jeden Baum mit. Die Seiten des Jeeps waren ja offen. Daher fand sich manch einer im Stachel eines hineingepeitschten Baumes sitzend wieder.
Je lauter das Signal wurde, umso mehr wurde umhergeschaut. Der Jeep fuhr durch ein trockenes Flussbett. Da der Guide meinte, das Signal doch von wo anders gehört zu haben, wollte er mit dem Rückwärtsgang zurück. Und in diesem Moment ereignete sich das Spektakel so unvorhergesehen, dass keiner mehr etwas sagte.



Die einen versuchten, mit ihrem Teleobjektiv ein Bild zu knipsen, die anderen machten sich in die Hose vor Angst, dass das Tier mit einem Satz bei uns im Jeep saß. Und unser Guide blieb ganz entspannt. Ein richtig geiler Moment. Der Leopard interessierte sich allerdings nicht wirklich für uns. Schaute einmal grimmig hoch und tappte dann im Flussbett weiter. Das Zeichen für den Guide, ihm weiter zu folgen. Und das tat er auch. Wenige Meter weiter erwischten wir ihn nochmal im Flussbett


Doch auch das war unserem Guide noch nicht genug. Uns natürlich auch nicht. Der Leopard hatte sich auf der anderen Flussbettseite niedergelassen. Also wurde erneut der Rückwärtsgang eingelegt (ohne Rücksicht auf die Pflanzenwelt) und zügig umher gekurvt. Und siehe da, der Peilsender schlug nochmal an. Der Leopard lag auf 10 Meter Entfernung und schlief.

Wir verbrachten einige Zeit dort. Anschließend ging es gegen 9.30 Uhr zurück zur Unterkunft, um zu frühstücken. Da endlich auch wieder alle Reiseteilnehmer am Frühstück teilhaben konnten, war das natürlich ein Fest. Von Pancakes über Bushmen Omlette war alles dabei. Eines der besten Frühstücke.

Obwohl der Check-Out eigentlich auf 10 Uhr angesetzt war, dürfen wir nochmal aufs Zimmer und uns fertig machen. Gepackt war ja schon. Und schon ging es los Richtung Flughafen in Windhoek.

Auf besten Straßen ging es vorbei an unserem ersten namibischen Zug, den namibischen Stadtmusikanten bis hin zur letzten Tankstelle der Reise.


Auch an der Tankstelle lief alles reibungslos. Ein letztes Mal volltanken, dann das Auto abgeben. Staubig, dreckig aber ohne neue Beulen und Schrammen ging der Gute zurück.

Am Flughafen war die absolute Hölle los. Schließlich gehen hier Flieger im Minutentakt.

Da der Flughafen sehr überschaubar ist, wurde schnell das Gepäck aufgegeben und im einzigen Restaurant Platz genommen.


Namibia, es war uns eine Ehre!

