„Der beste Campingplatz der Reise“

Nachdem es die Nacht mal wieder richtig geschüttet (und auch in den Camper geregnet) hatte, musste die Reisegruppe mit dem Wecker aufstehen. Denn man wollte den letzten Campingplatz der Reise noch vor der Mittagspause erreichen, um einen weiteren Campingplatztag einzulegen.

Ein guter Morgen kann natürlich nur mit Hanni und Uschi starten. Die beiden sind auch von der frühen Sorte und bauten schon lauthals ihre Sitzgelegenheiten auf. Mit einer Kippe in der Hand lies Uschi Hanni schuften und gab gute Tipps. Bei einem „guten Morgen“ konnte sie es auch in Hinblick auf die Reisegruppe nicht belassen. Während die einen sich um die Brötchen kümmerten, kämpften die anderen gegen Hanni und Uschi an. „Jetzt kommt endlich die Sonne raus“, bemerkte Uschi, bevor sie Hanni gute Tipps gab, wie sie die Geschirrtücher zuhause kochen würden. Die zurückgebliebenen Teilnehmer der Reisegruppe hofften auf eine baldige Rückkehr des Brötchenservice.

Was im gestrigen Bericht keine Erwähnung gefunden hat, allerdings ein absoluter Knackpunkt zwischen der Begegnung von Hanni und Uschi und der Reisegruppe war: während die Reisegruppe bei einsetzendem Regen ihre 7 Sachen im Camper verstaute (natürlich unter Zeitdruck), schlappte Hanni gemütlich Oberkörperfrei an den Camper der Reisegruppe. Sein herausstehender Bauchnabel betrat zuerst das Wohnzimmer der Reisegruppe, danach sein neugieriger Kopf. Da Teile der Reisegruppe von diesem Move sehr erschrocken reagierten, schubsten sie ein halbvolles Weizenbier um, das sich genüsslich im Camper verteilte. Da es nun schnell gehen musste, das Getränk aufzuwischen, entstand angespannte Stimmung. Allerdings kein Grund für Hanni, sich wieder auf seinen eigenen Stuhl zu bewegen. Gemütlich und ohne jegliches Wimpernzucken stand er vor der Türe und interviewte die Reisegruppe über das Innenleben des Campers. Manch ein Teilnehmer der Reisegruppe konnte ihm dies verzeihen, andere eher nicht.

Nachdem die Diskussion geführt wurde, ob es „der Butter“ oder „die Butter“ heißt, stellte sich heraus, dass Uschi und Hanni stark homophob sind. Spätestens hier hatte die gesamte Reisegruppe die Schnauze von ihnen voll. Mit einem schnellen Früstück verabschiedete man sich, packte den Camper zusammen und düste los ins eine Stunde entfernte Taubertal.

Der Campingplatz Schwabenmühle sollte laut Bewertungen sehr sauber und toll sein. Daher entschied man sich für diesen Platz. Schon die Anmeldung gefiel. Alles sah sehr einladend aus, die Betreiber waren sehr nett und die Stellplätze riesig. Auf dem Campingplatz „La Rocca“ am Gardasee wären hier doppelt so viele Menschen untergebracht worden.

Der Platz, den man sich eigentlich bei der Begehung ausgesucht hatte, war leider schon von den schnelleren Campern ausgewählt worden. So wurde es Platznummer 22 – eine vorzügliche Wahl. Viel Platz, viel Sonne und keine nervigen Nachbarn.

Man vermutete, dass die Voraussetzung, dass man auf diesen Platz darf, sei, dass man aktuell mitten in einem Buch sei oder stumm ist. Denn gesprochen hat hier kaum einer – es war einfaach ruhig und angenehm. Schnell aufgebaut ging es mitten in den Campingplatztag. Während die einen verstanden, wie ein solcher Tag abzulaufen hat, zogen sich andere ihre Laufschuhe an und quälten sich.

Nachdem es deutlich heißer als erwartet wurde, musste Abkühlung her. Das gelang bei einer kurzen Kneipprunde. Rentnerleben, hier sind wir!

Auch die Sanitäranlagen des Platzes hielten das, was von ihnen versprochen wurde. Sehr sauber, sehr großzügig und wirklich in Summe die besten, die auf der Reise erlebt wurden.

Mit einem selbstgekochten Abendessen und viel Wein bzw. Weizen ging der letzte Campingtag zu Ende. Manch ein Reiseteilnehmer war besonders traurig, war dies doch der „Beste Campingplatz der Reise“. Man sprach sogar davon, dass man eher ein „Taubertal-Camper“ sei und nicht wie bisher vermutet, ein „Hallertau-Camper“.