Haben Sie reserviert?

Heute war es nun soweit, unsere Italien Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Der gestrige Restaurant Besuch entzog unserem Kulinarik Argument jegliche Grundlage. Mit einem Blitzfrühstück, welches sich durch lediglich eine anstatt der üblichen zwei Tassen Kaffee auszeichnet, wurde auf unserem schönen Hügel in den Tag gestartet. Beim Blitzzähneputzen wurden einige Urlauber jedoch ungewollt ausgebremst. Hier machten sich die wenigen Sanitäreinrichtungen (genau genommen gab es nur ein Bad pro Camper und Camperin) auf unserem Campingplatz bemerkbar. Nichts desto trotz rollte um 09:15 Uhr der Roadsurfer den Berg hinunter. Rekord, wie der Statistikbeauftragte der Gruppe bemerkte. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, standen als erstes weitere Verpflegungskäufe auf der Agenda. Um Zeit zu sparen wurde das Team entsprechend seiner Fähigkeiten aufgeteilt. Es gab die Wasserschlepper im Eurospar und die Pasticceria Einkäufer. Im Anschluss ging es auf in das benachbarte Slovenien (ehemals Jugoslavien).

Kaum über die Grenze, begrüßte uns das Land mit einer atemberaubenden Landschaft. Sehr steile grüne Berge, die Straße schlängelte sich durch schöne Täler. Erste Station war die Tolminska Korita, die Tolmin Klamm, der südlichste Einstiegspunkt in den Triglav-Nationalpark.

Bevor es losging wurde erst noch eine „Kleinigkeit“ gesnackt.
Auf dem Weg zur Klamm.

Die Klamm selber war ein ca. 1.5 stündiger Rundweg durch eine Bergschlucht, durch welche türkisfarbenes Wasser fließt.

Ein Wassergutachter überprüft vorsichtig die Wasserqualtität. Fazit: „ganz schön kalt“.

Der Weg durch die Schlucht war anstrengender und vorallem schwüler als gedacht. Ähnlich wie bei der Hüttentour, hat man sich kleidermäßig auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Der Rucksackhersteller Osprey wirbt mit seinem „AirScape“ Rückensystem für eine Belüftung, welche man am Rücken spürt.
Das übliche Grußzeichen an den Tourguide, wenn immer es einen kleinen Berg hinauf geht.

Nebem dem malerischen Ausblick war das Highlight eines Wanderers die VfB Mütze eines weiteren Touristen. Man grüßte ihn mit „Schöne Mütze“ und freute sich wie ein kleines Kind.

Recht erschöpft erreichten die Touristen nach genau 90 Minuten wieder ihren Parkplatz. Da es im sonnenaufgeladenen Roadsurfer ziemlich heiß war, packte man kurzerhand die Campingstühle aus und regenerierte auf dem Parkplatz.

Momentaufnahme aus dem Camper. Aus hygienischen Gründe dürfen die Roadsurfer nur barfuß in den Camper hinein…

Nach der Schlucht machten wir uns auf zum 40 Minuten entferten Kamp Liza, unser anvisierter Campingplatz im Soca Tal. Der Tag musste ja kommen. „Ob wir reservierten haben?“, fragte uns die Dame an der Rezeption. „Natürlich nicht, wir wollen uns doch treiben lassen“. Ohne Reservierung kein Platz, sie sind ausgebucht. Beim benachbarten Kamp Toni hing ein Schild an der Rezeption „Ausgebucht, nur mit Resevierung“. Der nächste Platz Kamp Kovac war zu klein für unser Gefährt, Kamp Vodenca nebenan überprüften wir online, ebenfalls ausgebucht. Also weiter nach Norden im Soca Tal zu Kamp Soca Bostan.

Hier schaffte man es ohne Reservierung nicht einmal zur Rezeption.

Wir riskierten noch die recht abenteuerliche Anfahrt zu Kamp Klin. Im Gegensatz zu allen anderen angefahrenen Campingplätze zeichnet sich Kamp Klin dadurch aus, dass man nicht reservieren kann. Auch gibt es keine festen Parzellen, freie Platzwahl, wer zu erst kommt, campt zu erst. Scheinbar ein unbeliebtes Konzept bei den ganzen Online Campern und gut für uns. Hier gab es noch sehr viele freie Plätze. Der Campingplatz besteht aus zwei abgetrennten Bereichen. Einen idylischen Teil am Flussbett und eine durch die Straße abgetrennte, eher langweiligere grüne Wiese weiter hinten. Aus uns unerklärlichen Gründen pressten die meisten sich lieber in dritter und vierte Reihe auf dem Platz neben dem Fluss. Wieder gut für uns, wir wählten nämlich die ruhige Wiese mit Bergblick.

Viel Platz für uns in Mitten der Berge. Mal schauen, was man hier so machen kann.

Nachdem die Campingstühle ausgepackt waren, macht sich die Crew auf zur Lageerkundung.

Die Lepana, ein Nebenfluss der Soca.
Kneipwanderung
Teile der Gruppe sahen sich hier schon im Freien übernachten. Erst nach einer Ewigkeit öffnete sich ein geeignetes Überquerungsfenster der Hängebrücke.

Noch geschädigt vom letzten Restaurant Besuch beschloß das Team, heute mal selber zu kochen. In malerischer Kulisse wurde geschnippelt und gebraten. Es gab einen leckeren Salat.

Keine Lust mehr auf Käse, frittiert und Fleisch…

Auf ausdrücklichen Wunsch eines Reiseteilnehmers, wurde das abendliche Blogschreiben ausgesetzt. Eine gemütliche Canasta Runde vor dem Camper wäre doch auch schön. Eine fatale Entscheidung. Manch treue Leser vermissten enttäuscht ihre Gute Nacht Geschichte, andere machten sich umgehend Sorgen und die Canasta Runde ging für einen der beiden auch noch ganz schön in die Hose…

Der Autor genießt seinen freien Abend.

Aber deswegen gibt es heute Abend nun zwei Berichte.

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