Urlaubstag

Heute war es nun so weit, der lang gewünschte Campingplatztag stand an. Ein Campingplatztag zeichnet sich dadurch aus, dass er hauptsächlich auf dem Campingplatz stattfindet. Der Roadsurfer darf auf keinen Fall bewegt werden, schließlich kann man ja nicht „jede Dach wie die Zigeiner dorumfahre“. Aber auch andere Ausflüge, welche einen zu lange und zu weit vom eigenen Campingstuhl entfernen, sind verpönt. Um entsprechend Energie los zu werden, starteten einige mit einer kleinen Joggingrunde am See in den Tag. Dabei stand nicht unbedingt der Spaß am Laufen im Vordergrund, vielmehr wollte man dem Rest der Gruppe den „Ich habs dir doch gesagt, die Sportklamotten brauchst du im Urlaub nicht“ Moment nicht gönnen.

Zur Belohnung wurde der Jogger mit leckerem Spiegelei begrüßt.

Ansonsten verlief der Tag recht ereignisarm, schließlich war es ja ein Campingplatztag. Zum Campingplatz könnte man eventuell berichten, dass wir nach einstimmigen Umfragewerten den besten Platz erwischt haben. Der beste Platz befindet sich in der letzten Reihe, weit weg vom See und den Toiletten. Warum auch immer, will da nie jemand hin, viel mehr pressen sich alle Außenspiegel an Außenspiegel an den See. Für uns Spießer heißt das glücklicherweise wenig Nachbarn, viel Ruhe und freier Blick in die Berge.

Letzte Reihe auf dem Campingplatz.
Camper genießen den Blick ins „Grüne“.

Ansonsten bekommt der Campingplatz von ProRoadsurferMobil einen Stern Abzug für den Wellness Bereich. Bei den Frauen gibt es nur vier Duschen, bei den Männern drei. Für solch einen große Campingplatz schon arg wenig. Weiterhin ist der Wellnessbreich recht dunkel und düster, das sauber machen ist hier schon etwas für fortgeschrittene Camper. Aber das Hauptargument für den Abzug ist der fehlende Toilettenpapierservice. Im Fall der Fälle weiß der ganze Platz Bescheid, wo man hingeht.

Anonymer Camper*in auf dem Weg zum Wellnessbereich.

Leichte und teils notwendige Programmpunkte waren trotz Campingplatztag dennoch geduldet. Hierzu zählen unter anderem Geschirr spülen, Schwimmen am See (wie gesagt handelt es sich um den höchsten Alpensee) so wie die dringend notwendigen Einkäufe erledigen. Geschirrspülen war schnell erledigt. Obwohl manche schon eingecremt in Badehose vor dem Camper saßen, zögerte sich der See Besuch etwas heraus. Recht geschickt und unauffälig bereiteten Teile der Camper eine heimliche Programmänderung vor. „Es gibt schon so richtige Seemenschen“ war zum Beispiel eine Anmerkung, als die Nachbarn mit Badehose sich auf zum See machten. „Seemenschen können den ganzen Tag am See liegen“, folgte ein paar Minuten später. „Ich bin eigentlich kein Seemensch“, fordert dann die Planänderung heraus. Das ganze Team war sich aber schnell einig, schließlich hatte man sich ja auch extra neue Campingstühle gekauft.

Das Gegenteil vom Seemensch, die Campingstühlemenschen.
Regelmäßiger Sonnenbrand Test, der größte Feind der Campingstühlemenschen. Die Haut vergisst nichts!

Entsprechend entspannt verlief der weitere Tag. Über 200 Seiten laß jeder Urlauber in seinem Stuhl. Unterbrochen von Pizza und Mangopause. Manch einer war von diesem Programm so erschöpft, dass er zwischenzeitlich noch etwas im Camper dösen musste. Um viertel vor 6 („dreiviertel 6“) rief der Zeitbeauftrage der Gruppe zum Aufbruch. Schließlich will man ja nicht das Essen verpassen. Da die Kärntner Küche selbst für schleckige Gourmets einiges zu bieten hat, riskierten wir heute wieder einen Restaurant Besuch. Mit dem Radl ging es an der Uferpromenade auf Richtung Techendorf. Hier sollten erst die notwendigen Einkäufe erledigt werden (Anmerkung der Redaktion: Es handelte sich hier ausschließlich um Softcakes), bevor man im Restaurant „Die Weissenseerin“ einkehrte. Das Restaurant war eine sehr riskante Wahl, schließlich war es das einzige mit einer wechselnde und nicht online verfügbaren Speisekarte. Aber es war eine sehr gute Wahl. Das komplette Team hatte Probleme, sich auf der DinA4 großen Karte ein Gericht auszusuchen, einfach weil jedes Gericht so lecker klang.

Eat local: Forelle vom See und Stropzzapretti vom sizilianischen Koch.

Nach dem Essen mussten wir Gas geben. Immer wieder blitze es über den Bergen und die ersten Regentropfen vielen vom Himmel. Das wird eine gemütliche Nacht.

Schnell nach Hause.

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