Nachdem die gestrige Nacht ohne weitere Gewitter verlief, konnte man beim heutigen Frühstück wieder die Sonne genießen. Wobei es deutlich bewölkter als noch die letzten Tage war. Heute sollte das Zigeunerleben weitergehen. Wie sich herausstellte, sollte das Wetter insbesondere in Österreich deutlich umschlagen und schon am Nachmittag war mit heftigem Regen zu rechnen.
Perfekter Zeitpunkt also, um weiterzuziehen. Nach einer kurzen Roadsurfer Beratung für die benachbarten Zeltmenschen, ging es los. Da die Reisegruppe im Zusammenpacken inzwischen wieder super eingespielt ist, hatte jeder seine Station. Manche mehr, andere weniger.


Der Campingplatz „Seecamping Müller“ ist wirklich sehr zu empfehlen. Alleine schon, dass man nicht reservieren kann und den Platz selbst wählen darf, ist ein Knaller.
Wieder einmal – sobald die entsprechenden Reiseteilnehmer auf dem Beifahrersitz Platz nahmen – ging es einen kleinen Pass runter. Serpentiene um Serpentiene. Aber da hatte man schon deutlich Schlimmeres erlebt. Hätten die Campingplatz Nachbarn nicht auf das aufkommend schlechte Wetter aufmerksam gemacht, hätte die Reisegruppe dies erst bemerkt, wenn es da gewesen wäre. So wusste man schon, worauf man sich einstellen musste. Wie sich herausstellte, sollte es allerdings nicht nur in Österreich schlechter werden, sondern auch in Bayern, wohin es die Reisegruppe verschlagen sollte.
Auf der Fahrt in Richtung Deutschland kam dann besagtes Unwetter. Und zwar gewaltig. Auf der Autobahn sah man quasi gar nichts mehr. Ein Glück, dass die Reisegruppe in eine Blockabfertigung vor einem Tunnel schlitterte. So konnte sich das Wetter zumindest soweit beruhigen, dass man wieder etwas von der Straße sehen konnte. Von Hitze in Aquaplaning – ab gehts.

Immer wieder kamen Zweifel auf, ob der angepeilte Chiemsee eine gute Entscheidung war. Doch man vertraute auf den Gourmet der Gruppe und lenkte gegen 15.30 Uhr in Bernau am Chiemsee ein. Das Ziel: das Restaurant „Fischerei Minholz“, in dem man bereits im Urlaub vor sechs Jahren den besten Fisch und den allerbesten Wein (für alle, die ihn noch nicht kennen: Sauvignon Blanc vom Weingut Potzinger) zu sich genommen hatte. Daher stand das Restaurant bereits seit sechs Jahren auf der erneut zu besuchenden Liste eines Reiseteilnehmers. Direkt am Parkplatz gegenüber angedockt, ging es in den Garten des Restaurants.
Da wurden Erinnerungen wach. Und selten gibt es Speisekarten, auf denen die meisten Reiseteilnehmer wirklich alles bestellen könnten. Absolute Empfehlung für alle Gourmets! Man orderte also Zander und Bachforelle, gepart mit Pfifferlingen in verschiedensten Formen. Und natürlich durfte auch der gute Tropfen dazu nicht fehlen. Ein wirklich herrlicher Stop.



Im Garten des Restaurants ging es dann an die weitere Tagesplanung. Die Reisegruppe entschied sich, dem Chiemsee noch etwas die Treue zu halten und zwei weitere Nächte dort zu verbringen. Die Frage war nur, wo? Am See direkt hatte man bereits einen Wohnmobilstellplatz entdeckt und kurzerhand zu Fuß erkundet. Abgesehen davon, dass kein Platz mehr frei war, fand die Reisegruppe auch keinen Gefallen an diesem Flecken. Parkten die Wohnmobile Hintern an Hintern wie die Sardinen in der Dose, um sich dann auch noch in der prallen Sonne vor ihrem Camper auszubreiten. Nicht geeignet.
Daher ging die Suche weiter. Bei Park4Night entdeckten die Füchse der Reisegruppe einen privaten Stellplatz in Höslwang. Funfact: Hier hatte die Reisegruppe bereits vor sechs Jahren geurlaubt und den Ort als sehr schön empfunden. Jackpot! Direkt bei der Platzinhaberin angerufen, hatte sie tatsächlich noch einen Platz für zwei Nächte frei. Einziges Manko: es gibt keine Dusche und kein WC. Aber auch darin ist die Reisegruppe schon erprobt. Daher: kein Problem! Auf dem Weg zum Stellplatz fuhr die Reisegruppe an so manch bekannten Orten vorbei. Hier war der Supermarkt, in dem man vor Jahren eingekauft hatte, da war der Arzt, bei dem man aufgrund von heftigen Bremsenstichauswirkungen vorstellig wurde. Man kennt sich. Nach einem kurzen Einkaufsstopp ankerte die Gruppe in Höslwang auf einem kleinen Bauernhof. Dort wurde sie von Magdalena, der sehr netten Besitzerin des Grundstücks herzlich empfangen. Man hatte den „Gartenstellplatz“ zugewiesen bekommen.

Herrlich ruhig, keine Holländer und keine sonstigen Menschen, die einem auf den Keks gehen könnten. Wieder Jackpot.

Nach einer kurzen Einweisung und Stromanstecken tappte die Reisegruppe mit ihrem Führer durch den nahe gelegenen Wald, um sich noch etwas die Beine zu vertreten. Auf dem Rückweg ging es noch kurz bei den Hofeigenen Hühnern vorbei, die inzwischen wirklich großen Auslauf erhalten hatten. Auch um den Camper herum gefiel es ihnen sehr gut. Wie auch immer die Oma die abends wieder in den Stall bekommen will.



Auf den Campingstühlen und hoffnungsvollerweise ohne Bremsen endet der Tag vor dem Camper auf dem Bauernhof.

