Samstag 5.30 Uhr, der Wecker klingelt. Der große Wandertag steht bevor. Der erste Wandertag des Urlaubs, wohl gemerkt. Ziel ist der Berg Jenner am Königssee. Trotz Wochenende und wahrscheinlich vielen Touristen ist die Wahl auf diesen Samstag gefallen, da das Wetter am stabilsten aussah. Also machte sich die Early Bird Reisegruppe auf nach Berchtesgaden. Pünktlich um 8 Uhr konnte der Parkschein gelöst werden.

Obwohl es noch reichlich frisch war, versprach es schon jetzt, ein warmer Tag zu werden. Die Route sah vor, mit der Gondel bis zur Endstation zu fahren, dort noch etwas aufzusteigen und anschließend den Weg nach unten zu wählen, der flexibel zu gestalten war. Ganz wichtig: Mundschutztragepflicht in der Gondel. Egal, ob man mit seiner Kontaktperson unterwegs war oder nicht…Regel ist Regel.

Um 9 Uhr wurde die Endstation erreicht, nur wenige Minuten später der Gipfel. Von oben hatte man einen traumhaften Blick auf den türkisfarbenen Königssee. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt – die zahlreichen angekündigten Touristen saßen noch gemütlich beim Frühstück.



Nach einem ersten Vesper am Gipfel – schließlich war die Gruppe schon lange auf den Beinen – ging es bergab.


Die Wanderstöcke von Teilen der Reisegruppe erwiesen sich als extrem nützlich. Auf dem Weg zur ersten Alm wimmelte es nur so vor entspannten Kühen, die mit ihren Glocken läutend in den Wiesen lagen. Jeder entgegenkommende Wanderer grüßte mit einem freundlichen „Servus“ oder „Grias di“.

Die Königsbachalm, die zunächst angesteuert werden sollten, wurde bereits um 11.30 Uhr erreicht. Von hier aus gab es die Überlegung, weiter in Richtung einer weiteren Alm zu wandern. Doch bevor diese Entscheidung getroffen wurde, gab es pünktlich zur Mittagspause eine kleine Jause: Schinkenbrot und „Vegetarierbrot“. Es hieß wirklich so. Ein bisschen abwertend, aber okay. Lecker war es allemal. In Kombination mit Skiwasser und Weizen einfach herrlich.

Nach kurzer Stärkung fiel die Entscheidung, die nächste, 2,5h entfernte Alm anzusteuern. Unterwegs immer noch die Option offen haltend, Richtung Königssee abzuzweigen und das Boot zu nehmen. Der Weg führte zunächst malerisch durch Wald und Wiesen, immer wieder einen Blick auf den See preisgebend.



Am Ende der schönen Strecke, auf der man tatsächlich alleine unterwegs war, musste die Entscheidung getroffen werden, ob es weiter in Richtung Alm oder zum See und somit Richtung Rückweg geht. Die Entscheidung fiel zunächst auf die Alm. Doch ab diesem Moment ging es nur noch aufwärts. Und zwar so richtig. Da half selbst der ergonomische Gang nichts mehr – es war nur anstrengend. Ein Ziel lange nicht in Sicht. 2,5 Stunden sollte der Marsch aufwärts dauern. Und zurück nochmal mindestens genauso lang – eher länger, je nach Ziel. Nach einiger Zeit fiel die Entscheidung, dass dies für die erste Wanderung des Jahres wohl doch etwas zu stramm ausfällt. Gesagt, getan, der Rückweg wurde angetreten.

Dieser führte auf anderem Wege als der Hinweg bergauf, wenn man sich die Karte ansah etwas im Kreis.

Außerdem wurde es zunehmend heißer. Die zart besaitete Haut mancher Reiseteilnehmer wird hier stark auf die Probe gestellt, während andere ihren Indianerlook fast schon gar nicht mehr ausbauen können. Eine weitere Vesperpause später ging es nochmals richtig steil bergauf, ehe nach einer gefühlte Ewigkeit doch noch eine Hütte erreicht wurde.


Doch dann gings erst richtig los. Da die Schwaben nicht nochmals in eine teure Gondelfahrt investieren wollten, ging es zu Fuß bergab. Und zwar die rote Piste. Blöd nur, dass die Knie der Wandergruppe auch nicht mehr die Jüngsten sind und das nicht mehr so einfach weg stecken, wenn es gefühlt 80% hinunter geht.

Da musste schon mal der Rückwärtsgang herhalten, um dies zu meistern. Nach vielen Stunden auf dem Berg erreichten Winnetou und der rote Old Shetterhand die Talstation. Völlig im Eimer, aber auch stolz.
