Der Urlaub neigt sich nun leider so langsam dem Ende entgegen. Für heute soll es noch einmal hoch hinaus gehen. Genauer gesagt auf die benachbarte Kampenwand, welche einen herrlichen Blick über den Chiemgau verspricht.
Wie üblich in unserem Urlaub rödelte um 6:00 Uhr morgens die Weckmannschaft durchs Schlafgemach. Das Zeichen für den Brötchentrupp auszurücken. Dieses mal aber mit dem Fahrrad anstatt dem Auto. Bei herrlich frischer Morgenluft ging es über Feld und Wald zu unserem Bäcker des Vetrauens im benachbartemn Bad Endorf. 50 Minuten später wurde gemütlich gefrühstückt, mit grünem Tee, Spiegelei und Stuttgarter Zeitung. Ein toller Start in den Tag.

Danach ging es los zur Talstation der Kampenwand Bergbahn. Am Parkplatz trennten sich dann das erste Mal für diesen Urlaub die Wege der beiden Reisegefährten. Die Leseratten in der Gruppe, noch immer geplagt vom bösen Königssee-Muskelkater, strebten einen eher gemütlicheren Ausflug an, wohingegen die richtigen Schwaben in der Gruppe sich die Auffahrt mit der Gondel sparten und den Gipfel zu Fuß erklommen. Schnell wurde noch ein Treffpunkt samt Zeitfenster ausgemacht, dann ging es los.
Schon die Auffahrt mit der Kampenwandseilbahn ist ein aussichtsreiches Erlebnis, überblickt man zunächst das Priental mit dem Schloss Hohenaschau, so öffnet sich kurz darauf der Blick über das Seengebiet mit dem Chiemsee und seinen Inseln. Wie eine bunte Perlenkette hängen die bunten Gondeln der Seilbahn in der Luft. Nach 14 Minuten Schaukelei erwartet einen an der Bergstation ein beispielloser Blick auf die Zentralalpen mit den Hohen Tauern, dem Großglockner, auf den wilden Kaiser und die Berchtesgadener Alpen mit dem Watzmann. So ganz genießen konnte man den Ausblick aber noch nicht. Schwitzte man im Tal noch in kurzer Hose und T-Shirt, war es auf dem Berg doch ganz schön frisch. Gut, dass mal wieder jemand mitgedacht und lange Hose und Jacke mitgenommen hat. Nach einer kleinen Modeshow hieß es dann den „Panoramaweg“ zur Steinlingalm, dem vereinbarten Treffpunkt, zu finden. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, schließlich war das Navigationsgerät noch etliche Höhenmeter tiefer im Wald unterwegs. So ging es etwas vor, immer mal wieder zurück, mal links, mal rechts bis man eine Hütte erblickte. Das muss doch sicherlich die Steinlingalm sein. Unterwegs freundete man sich noch mit der Wandersfrau Berta an. Gemeinsam wartete man nun bei ein paar entspannten Seiten im Buch auf den Rest der Gruppe.
Auch der Aufstieg zu Fuß war ein tolles Abenteuer. 3 Stunden veranschlagten die Wanderschilder für die 840 Höhenmeter. Im Sauseschritt ging es los, schließlich will man die bessere Hälfte nicht all zu lange warten lassen. Die ersten hundert Höhenmeter schlängelten sich über tolle schattige Waldpfade nach oben. Weitere Wandersleute waren nicht unterwegs. Man war alleine in der Natur unterwegs, richtig entspannend.
Ohne nennenswerte Pausen ging es stets weiter nach oben. Nach dem Wald folgten Wiesen, Kühe und die ersten Hütten. Je näher man sich der Steinlingsalm näherte, desto voller wurden die Wanderwege. Die Ruhe war dahin, stattdessen wurde man mit einem tollen Panorama belohnt.

Nach 2 1/4 Stunden erreichte man vollkommen erschöpft die Hütte. Schnell wurden die beiden Wartenden ausfindig gemacht, dann ging es zur Stärkung in die Alm. Was bei der letzten Bergtour nicht geklappt hatte, klappte jetzt: Es gab endlich eine Germknödel.
Nach der Verköstigung ging es gemeinsam zurück zur Bergstation. Ein weiterer toller Urlaubstag ging somit zu Ende.






