Stand up!

Der letzte Tag am Chiemsee stand bevor. Und wieder einmal sollte die Reisegruppe getrennte Wege gehen. Wer hätte das gedacht? Aber der Reihe nach. Voller Tatendrang sollte es zur letzten auf der Liste stehenden Aktivität gehen: dem Stand Up Paddling (SUP). Bei der Wassersportart steht man aufrecht auf einem schwimmfähigen Board und paddelt mit einem Stechpaddel. Von diesen SUPs wimmelt es auf dem Chiemsee nur so. Absolute Trendsportart. Da es Wetter technisch ganz gut gemeldet war, ging es gegen die Mittagszeit in eine kleine Bucht am See, an der man die SUPs ausleihen konnte. Ein ziemlich witziger „Laden“ erwartete uns dort. Aus einem kleinen Anhänger heraus wurden die Boards verliehen. Die ursprünglich 4 Zeitstunden mit dem Board wurden mangels Bargeld zu 2 Stunden pro Kopf. Dies sollte sich noch als sinnvoll herausstellen.

Nach sparsamer Einweisung („Drauf sitzen, wenn man sich wohl fühlt aufstehen, Paddel oben halten und Achtung vor Schiffen“) ging es direkt ins kalte Nass. Glücklicherweise stellte sich die Reisegruppe extrem gut an und meisterte die Übungseinheiten, ohne ins Wasser zu fallen. Nach drei Übungsminuten ging es dann auch schon los. Die ersten Stehversuche glückten direkt. Absolute Talente. Was uns leider niemand gesagt hatte: da der Wind extrem stark war und sich innerhalb der Bucht eine ordentliche Strömung entwickelt hatte, hatte man Mühe, Kurs zu halten.

Daher war man anfangs nur damit beschäftigt, nicht ins umliegende Schilf abzutreiben. Nach nur 30 Minuten auf dem Board passierte, was passieren musste. Teile der Reisegruppe wurden seekrank. Klingt komisch, war aber so. Das Ende vom Lied: die Gruppe musste sich schweren Herzens splitten: Gruppe 1 machte sich auf, die 2 Paddelstunden auszunutzen und die Bucht zu erkunden. Gruppe 2 paddelte gerade noch so ans Festland, um das elende Schwanken zu unterbinden. Es lässt sich sagen: beide Gruppen waren auf ihrem Gebiet erfolgreich.

Nachdem die Boards zurückgegeben waren, wurde sich in der Sonne von den Strapazen erholt. Am Abend sollte es erneut ins Restaurant „Fischerei Minholz“ in Felden gehen. Dieses Mal auf der Karte: Bachsaibling mit selbst gemachten Nudeln. Ein Traum. Und zur Krönung gab es noch eine super Weinentdeckung aus der Steiermark.

Einzig der Service lässt wirklich äußerst stark zu wünschen übrig. Zeit und gute Nerven sollte man definitiv mitbringen. Zwar super freundlich, aber vergesslich ohne Ende. Nach viermaligem Fragen nach der Rechnung waren Teile der Reisegruppe gewillt, das Restaurant ohne zu zahlen zu verlassen – das ist die Regel. Aber, keine Sorge, es wurde dann doch noch gezahlt. Morgen geht es mit einem Abstecher über Augsburg und einer kleinen Stadtführung wieder nach Hause. Da beim Beladen des Autos ein Fahrradplatten beklagt werden musste, wohl leider nur zu Fuß in Augsburg.

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