Und die Giro di Bayern geht direkt weiter. Nach dem WarmUp um den Tegernsee stand heute die Etappe „Wolfratshausen-München“ an. Schließlich will man ja das perfekte „Radlwetter“ (Anmerkung der Redaktion: Nicht zu heiß und nicht zu kalt) ausnutzen. Ausgestattet mit Unmengen an Tipps und Empfehlungen unserer Gastgeberin machten sich die Sportsfreunde auf zum Wanderparkplatz nach Puppling. Von dort radelte das Peloton los und erreichte nach einem schönen kurzen Waldstück den Isarradweg. Von nun an hieß es einfach nur noch der Isar bis nach München folgen.

Dachten wir zumindest. Auf einmal zeigten die Isarradweg Schilder weg von der Isar. Unsere gemütliche Flussetappe entwickelte sich zu einer anstrengenden Bergetappe. Mühsam schlengelten wir uns die Serpentinen am Isarhang hinauf. Von der Spitze des Feldes wurde fleißig motiviert: „Auf geht’s Männer, wir brauchen Kilometer!“
Nach jedem Anstieg folgt glücklicherweise auch immer die Belohnung. Kaum waren wir in Grünwald angekommen, ging es auch prompt wieder steil bergab zurück ins Isartal.
Aufgrund der Hochwasserlage ist zur Zeit das Schwimmen in der Isar verboten. Zu gefährlich bei der aktuellen Strömung. Der sonst so blaue Fluss hatte eine aufgewühlte, braune Farbe und kam dem Radweg teilweise bedrohlich nahe.


Nach 33 km Fahrt erreichten die Rennradfahrer ziemlich stolz den Marienplatz. Gemütlich bummelte man über den Viktualienmarkt und die umliegenden Gassen. Ein Fahrer aus dem Feld war scheinbar noch nicht vollkommen ausgelastet, weshalb er noch ein paar Laufeinheiten im Sportgeschäft Schuster absolvierte. Zur Belohnung sprangen am Ende dann auch noch ein paar neue Laufschuhe heraus.

Danach ging es auch schon langsam wieder zurück, schließlich mussten noch weitere 35 km bewältigt werden. Der Weg war heute das Ziel. Auf dem Heimweg waren noch zwei Stationen zur Stärkung eingeplant. Im Biergarten Flaucher wurden Kindheitserinnerungen eines Radlers aufgefrischt, bevor es zum Geheimtipp unserer Gastgeberin ging, der Waldwirtschaft Großhesselhohe, kurz WaWi. Wer Biergarten liebt, kommt hier voll auf seine Kosten: Spareribs, Haxn, Maß, Livemusik inmitten uralter Kastanien. Wer damit nicht soviel anfangen kann: Es gibt immerhin Crêpes. Lange verweilen konnten wir hier aber auch nicht, wir hatten ja schließlich noch ein Stück zu fahren.

Ähnlich wie bei der Hinfahrt musste nun wieder ein Berg bezwungen werden, dieses Mal nun auf der anderen Uferseite. Danach ging es bei schöner Abendsonne die Serpentinen wieder hinab zur Isar. Die letzten 10 Kilometer an der Isar zogen sich besonders lang bis die Gruppe erschöpft und äußerst zufrieden am Auto ankam. Stolze 68 Kilometer lassen uns heute Nacht sicherlich gut schlafen.



