Auf nach Banff

Nach einer eher kurzen Nacht ging es auf Frühstücksjagd. Scheinbar ist es für kanadische Hotels unüblich, optional ein Frühstück anzubieten. Doch schon direkt um die Ecke konnte das Café Green Earth unsere Bedürfnisse befriedigen: Croissant, Muffin, Scone und Puddingschnecke. Ein absolut ausgewogenes Frühstück. Was will man mehr. Schon am Morgen hingen wieder zahlreiche zwielichtige Gestalten rund um das Café und auch das Hotel ab. Ein kurzer Abstecher in den nahegelegenen Seven Eleven zeigt, wie das Publikum hier unterwegs ist. Die Kassiererin steht permanent an der Eingangstüre und schließt, nachdem ein halbwegs normaler Mensch den Laden betreten hat, direkt hinter ihm ab. Verlassen kann man den Laden nur, wenn sie wieder öffnet. Sobald sie einen der Junkies auf dem Parkplatz entdeckte, ging die Prozedur los. 

Nach dem Frühstück brauchte der Mietwagen mal wieder eine extra Steicheleinheit. So wirklich warm werden das Auto und die Reisegruppe bisher nicht. Themen wie Kofferraum öffnen, Schlüssel aus dem Zündschloss ziehen und Nichtaktzeptanz unseres Handynavis sind hier zu nennen. Aber gut, man arrangiert sich ja und schreckt vor nichts zurück. Der Parkplatzwächter kann ein Lied davon singen.

ML1 – neues Mitglied der Reisegruppe
On the Road

Ein kurzer Checkout später ging es los Richtung Banff, der Stadt im Banff National Park inmitten der Rocky Mountains. Laut Navi ist hierfür der Trans-Canada-Highway vorgesehen. Wir entschieden uns jedoch für die schönere Variante, den Bow Valley Trail, der fast parallel zum Highway verläuft, jedoch deutlich leerer und landschaftlich schöner verläuft. Den Blick aus der Frontscheibe stets auf die Rocky Mountains gerichtet waren es 140 Kilometer bis Banff. Etwa 10 Kilometer zuvor erstreckt sich die Kleinstadt Canmore. Aus einem kurzen Abstecher nach Canmore wurde ein Einkaufsstraßenbummel sowie ein kleiner Spaziergang entlang des Bow Rivers. Einerseits ist der Ort touristisch extrem überlaufen – so viele Menschen hat man seit Pandemiebeginn selten in einem Städtchen aufeinander gehabt. Andererseits hat der Ort süße kleine Läden und schöne Flecken zum Verweilen. Unser Fazit: Canmore kann!

Canmore kann!

Weiter ging die Fahrt an den Zielort Banff, der nicht nur für sein jährliches Festival bekannt ist. Das Juniper Hotel liegt nicht direkt im Ortskern von Banff, sondern auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt, etwas abseits. Die Zufahrt verläuft über ein kleines Waldstück, das mit Schildern “Achtung vor Bären” lockt. Überall stehen Mülleimer, die es Bären verbieten, darin zu wühlen. In die Straße sind extra Eisenpoller mit großen Zwischenabständen eingelassen, über die Wildtiere nicht gehen können. Für Touris auf Bärenjagd sehr vielversprechend. Nach dem Checkin ging es direkt zu Fuß ins 2 Kilometer entfernte Banff. Schon am Ortseingang bildeten sich lange Autoschlangen in den kleinen Ort. Abseits der Hauptstraßen lässt es sich am Bow River ganz gut aushalten. Sehr idyllisch gelegen führt ein kleiner Weg ins die Ortsmitte. Und hier steppt tatsächlich der Bär. Touris über Touris, wohin das Auge reicht. Glücklicherweise waren keine Deutschen zu hören.

In Banff steppt der Bär

Erstmals stand eine kulinarische Einkehr bevor. Die Wahl fiel auf “Una Pizza + Wine”, einem Italiener in Kanada. Und diese sollte sich als wahrer Geheimtipp entpuppen. Eine Pizza Margherita und ein einfacher grüner Salat – der absolute Knaller. Insbesondere der Salat war nicht zu toppen (*). Die Gewohnheitstiere werden definitv nochmal kommen. In einer nahegelegenen Bäckerei gab es noch die typischen Banff-Bärentatzen, die natürlich probiert werden müssen. Dabei handelt es sich um mit Schokolade überzogenem Karamell, das mit gesalzenen Cashewkernen getoppt wird. 

Beim Welcomedrink des Hotels, den man im Haus befindlichen Bistro zu sich nehmen kann, konnte die Planung für den Folgetag gemacht werden. Bis die Reisegruppe von einem kanadischen Hörnchen eingeschüchtert wurde. Da das Nagetier zu frech wurde, musste der traumhafte Platz auf der Außenterrasse leider nach drinnen verlagert werden.

Willkommen in Kanada, willkommen im Urlaub

(*) Anm. d. Red.: Verschieden grüne Salate (Gartensalat), Raddichio, Apfelstifte mit Schale, in Ahornsirup geröstete Sonnenblumenkerne, Grana Padano geraspelt, Green Goddess

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