Ein weiteres, absolutes Highlight des Banff Nationalparks ist wortwörtlich neben Lake Louise der Moraine Lake. Er liegt nicht weit entfernt von Lake Louise und gilt unter Kennern als absolutes Muss. Die Zufahrt zum See war am Vortag schon um 10 Uhr gesperrt, da alle Parkplätze belegt waren. Wie sich laut Reiseführer herausstellte, ist hier teilweise schon ab 5.30 Uhr alles dicht. Das liegt einerseits daran, dass es nur wenige Parkplätze am See gibt und andererseits, dass der See extrem beliebt ist – insbesondere zum Sonnenaufgang. Dennoch sollte ein Besuch nicht unversucht bleiben.
Da der Jetlag immer noch ordentlich sitzt, konnten wir um 6.30 Uhr am Hotel aufbrechen und erreichten gegen 7.20 Uhr den Eingang Richtung Moraine Lake. Leider war der Parkplatz auch hier schon geschlossen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass ein Shuttlebus zum See verkehrt. Das klang doch mal richtig gut. Dem P+R Schild gefolgt, konnte hier direkt ein Parkplatz ergattert werden. Doch die Ernüchterung folgte am Ticket- bzw. Check In-Schalter für die Shuttles. Tickets für die Fahrt hätten bereits im Vorfeld online gekauft werden müssen. Sie seine bis in zwei Wochen ausgebucht. Etwas bedröppelt nahmen wir dies zur Kenntnis. Doch nach nochmaligem Nachsehen konnte der Verkäufer uns Tickets für 11 Uhr an diesem Tag anbieten. Gesagt, gekauft.

Da standen wir nun, um 7.30 Uhr. Glücklicherweise befand sich der P+R direkt an der Liftstation, die normalerweise für Wintersportler gemacht ist. Direkt daneben eine Hütte zur Einkehr. Hier vergingen die Stunden bei einem heißen Tee relativ schnell. Zumal es draußen mit ordentlich Regen recht ungemütlich wurde. Man sagte uns, dass wir gegen 10 Uhr an den Schalter kommen und unsere Tickets abholen sollten. Wenn wir Glück hätten könnten wir auch mit einem früheren Bus mitfahren. Diesem Rat folgend standen wir um 10.02 Uhr am Busgate. Und tatsächlich nahm der Fahrer uns mit. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde. Die 11 Kilometer zum See, die mehr als kurvenreich verliefen, konnten nur sehr langsam zurückgelegt werden. Unten angekommen war man dann wieder einmal erschlagen vom tollen Naturspektakel. Tiefblaues, gletscher farbenes Wasser, umringt von gigantischen Bergen.

Bevor es zum Aussichtspunkt hinauf ging, sollte ein kurzer biologischer Stop eingelegt werden. Dafür gab es kleine Klohäuschen für Männlein und Weiblein. Doch ehe sich jeder in solch einem befand war schnell klar: hier wird sicher nicht aufs Klo gegangen. An Widerlichkeit nicht zu überbieten. Daher hieß es Durchhalten und ab zum Aussichtspunkt. Von diesem hatte man wirklich einen tollen Blick über den aus Gletschern gespeisten See. Es gab die Möglichkeit, einen Spaziergang um den See zu machen, was wir auch taten. Nach einiger Zeit ging es dann wieder mit dem Bus zurück zum P+R. Ein absolut lohnenswerter Ausflug.
Über den Bow Valley Trail ging es wieder zurück nach Banff (und immer noch ohne Bärensichtung). Hier wurde direkt eine empfohlene Bäckerei angesteuert, um uns mit einer Ration für den nächsten Tag einzudecken. Die Erkenntnis der letzten Tage ist jedoch, dass zu viel süß selbst uns widerstehen kann. Jeden Morgen zum Frühstück ein süßes Stückchen ist einfach nichts. Zu schade, dass es in keinem Hotel ein normales Frühstück im Angebot hat.
Ein weiterer Besichtigungspunkt in Banff war für uns das 5-Sterne-Hotel Fairmont, das an das Schloss von Walt Disney erinnert. Hier können locker 1.000 Euro pro Nacht liegen gelassen werden. Sehr imposant anzuschauen. Der letzte Tagesordnungspunkt für diesen Tag sollte ein erneuter Besuch beim Italiener unseres Vertrauens sein.

