„Im Winter fahr ich immer langsamer“

Und wieder ging eine gute Nacht zu Ende. Und wieder einmal konnte kein Sonnenaufgang begutachtet werden, weil zu spät dafür. Von brütender Hitze im Bungalow geweckt, ging es direkt an den Frühstückstisch. Zimtschnecken und Kardamomknoten standen auf dem Speiseplan. Und die seit dem gestrigen Abend plagende Frage machte sich breit: kommt die Reisegruppe wieder aus ihrem Bungalow oder nicht?

Man könnte sich jetzt fragen, wieso darüber überhaupt diskutiert wird. Die Antwort ist einfach: aus gutem Grund. Denn am Vorabend gab es erneut einen kleinen „Türvorfall“. Dieser ereignete sich, wie der Name schon vermuten lässt, an der Türe. Die Reisegruppe hatte auf Anraten der Vermieterin beschlossen, nach Polarlichtern Ausschau zu halten. Doch schon am Nachmittag gab es große Probleme mit der Bungalowtüre. Long Story short: sie konnte von außen ohne Schlüssel geöffnet werden. Das galt es zu vermeiden. Doch selbst die Vermieterin hatte keine Idee, wie das klappen könnte. Über ein Kläppchen am Schloss schien sie es regeln zu können. Problem an der Sache war jedoch, dass dadurch weder jemand von außen nach drinnen kam (auch nicht mit Schlüssel) und von innen auch niemand mehr nach draußen kam. Ein klassisches Eigentor.

Deshalb musste die Reisegruppe ihre Expedition zu den Polarlichtern über die Balkontüre regeln und hatte große Unruhe, als es ans Suchen der Polarlichter ging. Kurzerhand wurde der Rückweg angetreten – natürlich wieder über den Balkon.

Folglich war an diesem Morgen unklar, ob das Haus überhaupt regulär verlassen werden konnte. Einige Testversuche später konnte die Frage mit „ja“ beantwortet werden. Mit Schmackes zur richtigen Zeit an die richtige Stelle der Tür getreten, funktionierte alles bestens.

Das heutige Ziel sollte der Riisitunturi Nationalpark sein, der sich nur 20 Fahrminuten von der Unterkunft entfernt befand. Aufgrund eines Fahrerwechsels innerhalb der Reisegruppe wurde der Park mit minimaler Verzögerung und einem überglücklichen Fahrer erreicht. Die Straßen dorthin wurden immer enger und weißer. Letztlich fuhr man nur noch auf einer dicken Schneedecke.

Am Eingang des Nationalparks waren dann endlich auch mal anderen Menschen zu sehen. Wenig Touristen, viele Einheimische. Am Parkeingang empfing das Café Tykky die Besucher und lies durchblicken, was sie bei der Rückkehr zu erwarten hatten. Von Rentiersuppe über Donuts und selbst gemachte Kuchen war alles dabei.

Die Reisegruppe entschied sich für eine kleine Wanderung in den Nationalpark. Über Schnee bedeckte kleine Wege hangelte man sich Schritt für Schritt im Gebirge hinauf, bis man schließlich eine tolle Aussicht über den Park hatte. Die Nadelbäume rings herum waren teilweise noch mit fetten Schneemassen bedeckt, die sie kaum halten konnten.

Nach der Rückkehr am Parkplatz gab es zur Belohnung erstmal einen Kuchen in der Sonne. So schön das auch war, so sehr fluchte manch einer nach der Einkehr, hatte die Reisegruppe doch gefühlt ein halbes Rentier am Po kleben. Details werden an dieser Stelle erspart.

Weiter ging es erneut in Richtung Ruka das heute etwas genauer unter die Lupe genommen werden sollte. Der Weg dorthin führte wieder zurück über die engen Schneestraßen. Kurz nach Fahrtantritt musste direkt ein Manöver gestartet werden. Ein entgegenkommender Reisebus brauchte zu viel Platz auf der Straße. Deshalb hieß es Rückwärtsgang rein und Platz machen. Gar nicht so leicht bei so viel Enge.

In Ruka angekommen suche man erneut vergeblich nach einem richtigen Ort. Viel mehr war das finnische Skigebiet in verschiedene Täler unterteilt. Für geschmeidige 58€ kann hier ein Tagesskipass erworben werden. Auch wenn das Skigebiet nicht groß ist, so können ein paar Schwünge gemacht werden. Der Besuch in einer Pizzeria rundete den Tag kulinarisch ab. Mit viel Vitamin D im Gepäck konnte die Rückfahrt zum Bungalow angetreten werden.

Übrigens: Wie nennt man eigentlich Menschen aus Lappland? Lappen?