Gasthof Waldwinkl, da sind wir wieder

Eine unruhige Nacht für die Lukenbeauftragte im Team. Aufgrund eines recht Regen intensiven Gewitters musste nachts ausgerückt und alle Luken des Campers geschlossen werden. Entschädigt wurde man dann jedoch von einem gemütlichen Regenprasseln auf das Camperdach. Aufgrund des Regens war die Nacht auch angenehm kühl, der Trupp wachte erholt zusammen mit den benachbarten Hühnern auf.

Abgesehen von den ganzen Tieren, glänzte unser Platz auch noch mit einem tollen Brötchenservice. Einfach morgens bestellen und 30 Minuten später sind die Brötchen da. Bei der Abnahme der Brötchen muss man aber etwas Kulanz zeigen, so können die gelieferten Brötchen doch etwas von der Bestellung abweichen.

Brötchenservice bei der Arbeit.

Aufgrund eines benachbarten Wespennestes musste erstmals im Camper gefrühstückt werden.

Ungeduldiges warten bis das Frühstücksei fertig ist.

Ein Blick auf den Wetterbericht sagte ein Gewitter mit 70% Regenwahrscheinlichkeit voraus. Sicherheitshalber packten wir unsere gerade getrockneten Stühle und die Markise wieder ein. Ansonsten freute man sich ausnahmsweise über die fehlenden Sonnenstrahlen, so ist dies doch das perfekte Fahrradwetter. Ursprünglich war eine Umrundung des Chiemsees geplant. Bei der abendlichen Lektüre der zur Verfügung gestellten Informationsbroschüren entdeckte man jedoch ein spannenderes Ziel.

Bereit zum Aufbruch. Der Kleiderschrank ist wie immer dabei.

Auf dem Weg zum Chiemsee durchquerten wir die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Ein guter Moment, um auf einen Leserbrief an die Redaktion einzugehen. Gewundert wurde sich hierbei, wieso Nicht-Seemenschen dennoch auffälig oft an Seen aufhalten. Eine berichtigte Frage fanden einige, wohingegen die Experten nur den Kopf schüttelten. Man muss schließlich auch zwischen Seemenschen und Zitat „Um den See herum Menschen“ (schreibweise unklar) unterscheiden. Beide zieht es an den See, aber nicht alle in den See.

Nach einigen gefahrenen Kilometern wunderte sich der Lastenradfahrer über fehlende Fahrdynamik am Hinterreifen. Und Tatsache, im Hinterradreifen fehlte – warum auch immer – ordentlich Luft. Dies sollte eigentlich der ganz große Moment der seit 10 Jahren ständig mitgeführten Notluftpumpe sein. Blöd nur, wenn man dann feststell, dass die Pumpe gar nicht mehr funktioniert. Schnell wurde umgesattelt, der mobile Kleiderschrank wanderte ein Fahrrad weiter und die Route wurde leicht angepasst. Neues Ziel: „Matzes Radladen in Seebruck“.

10 Minuten vor Ladenschluss noch schnell eine Pumpe ausgeliehen.

Nach dem Boxenstopp ging es weiter zum eigentlichen Ziel des Tages.

Ein Paradies für die Bäcker und Bierliebhaber der Truppe. Man betritt den Laden und steht gefühlt schon im Sudhaus, welches von einer langen Theke mit ca. 20 Zapfhähnen geschützt wird. Dreht man den Kopf nach links blickt man in eine offene Backstube, welche widerum von einem Verkaufstresen mit lecker duftenden Backwaren abgeschlossen wird. Spätestens jetzt war auch der Rest der Gruppe begeistert.

Wie in jeder guten Brauerei wurden Mischgetränke wie Radler nicht angeboten. Zur Überraschung aller wurde stattdessen kurzerhand das Craftbeer des Monats „Lovely Chiemgau“ bestellt. Der Rest der Truppe staunte nicht schlecht.

Kenner genießen ihr Craftbeer mit einem Sensorikglas.
Ein gewiefter Verkäufer wittert seine Chance.
Prost von Camba.

Nach der Pause ging es langsam wieder zurück. Die einen waren beflügelt, die anderen klagten über herausgesaugte Energie in den Oberschenkeln.

Ausnahmsweise mal etwas Kultur. Politisch interessierter Radler schaut sich das Kloster Seeon an.
Schottische Hochlandrinder im Bayernurlaub.
Richtiges Verhalten bei Sichtung einer Bremse: Langsam rechts ran fahren, Fahrrad ruhig abstellen und die Bremse ohne Panik vertreiben. Danach mit Autan einsprühen.

Sehr treue Leser erinnern sich noch an den ersten Bericht unseres ersten gemeinsamen Bayern Urlaubs im Jahre 2020: Gasthof Waldwinkel, wir kommen wieder! Im besagten Urlaub entdeckten die Gourmets der Gruppe erstmals die gutbürgerliche bayrische Küche für sich, das Hauptargument, weshalb wir schon früher wie gedacht im schönen Bayern gelandet sind. Wie der Zufall es so will, ist der Gasthof Waldwinkl nur 10 Radminuten von unserem Stellplatz entfernt. Um 17:00 Uhr eröffnet der Gasthof, 16:45 Uhr war der Trupp schon da. Praktischerweise gab es vor dem Lokal einen geeigneten Wartebereich für extra pünktliche Gäste.

Warten bis das Lokal öffnet.

Das Essen war leider nicht mehr ganz so spekakulär, wie wir es in Erinnerung hatten. Nicht schlecht, aber halt auch nicht spektakulär. Man könnte sagen gut bügerlich.

Rippal, nicht vorbestellt.

Nach dem Gasthof hieß es noch einmal zurück aufs Rad. Wie üblich am Ende einer Radtour wurde wieder kräftig geschimpft. Der Tourguide hatte es heute doch tatsächlich wieder geschafft, einen Rundweg rauszusuchen, bei welchem es ständig bergauf ging. Entsprechend verschwitzt und erschöpft kam man zu Hause an. Da unser Stellplatz keine Sanitäreinrichtung besitzt, musste sich im Camper gereinigt werden. Zwar hat unser Roadsurfer ein Duschklobad, aber Erfahrungen aus Schottland haben gezeigt, dass dessen Benutzung eine rießen Sauerei ist. Da einige unserer Waschlappen mittlerweile nach Zwiebel rochen, konnten auch diese nicht wirklich verwendet werden. Eine spontane Inventur offenbarte jedoch, dass wir hochgerechnet an unseren verbleibenden Urlaubstagen viel zu viele Geschirrhandtücher dabei hatten. Weiterhin wurde heute ja offiziell festgestellt, dass wir scheinbar lediglich „Um den See herum Menschen“ sind und somit auch keinen wirklichen Bedarf an den mitgereisten Badehandtüchern haben. Alles zusammen ergab dies vollkommen neue Möglichkeiten, um die tägliche Sonnencreme-Autan Schweiß Schicht zu entfernen. Bleibt nur zu hoffen, dass wir morgen früh beim Geschirrabwasch nicht mit den Geschirrhandtüchern durcheinander kommen.

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