Mit einem ordentlichen Regenschauer startete der Morgen. Und natürlich mit einem Geburtstagsfrühstück. Da sich das Geburtstagskind an seinem Ehrentag alles wünschen darf, wurde draußen gefrühstückt. Die Brötchen kamen vom Brötchenservice der Reisegruppe, die an der Rezeption hinterlegt waren.

Schon beim Frühstück hatte manch einer Panik, es könnten nicht genügend Kaltgetränke zur Verfügung stehen. Also wurde zu den bereits 20 kaltgestellten Sorten einige weitere ergänzt. Und dann ging es auch schon mit dem Geburtstagsrätsel Nummer 1 los. Einige Zeit dauerte es, bis das 4 Männer, 4 Hüte Rätsel gelöst war. Um den saubersten Campingplatz nochmals in vollen Zügen auszukosten, ging es direkt nochmal unter die Dusche. Schließlich sollte der heutige Platz keine Waschmöglichkeiten haben.


Der erneute Wellnessbesuch führte allerdings dazu, dass beinahe der Checkout um 11 Uhr verpasst wurde. Andererseits auch sehr schwäbisch: der Platz wurde bis zur letzten Minute ausgekostet. So wurde der Refresh des Campers eben nach dem Checkout gemacht. Toilette leeren, Grauwasser ablassen, Frischwasser auffüllen. Echte Füchse und richtige Putzteufel hatten sich heute vorgenommen, die Toilettenkassette mal etwas besser zu reinigen. Gut gemeint, schlecht gemacht. Glücklicherweise viel noch kurz vor der Abfahrt auf, dass die Kassette nicht richtig zusammengebaut wurde. Knappe Sache, wäre da einer wirklich draufgegangen….
Weiter ging es heute in Richtung Titting. Schließlich hatte sich das heutige Geburtstagskind innerhalb der Reisegruppe gewünscht, eine Brauereiführung bei der Gutmann Brauerei zu machen. Die Tickets waren schon lange im Voraus gebucht. Bevor es jedoch in den kleinen bayerischen Ort ging, machte die Reisegruppe erst noch einen kulturellen Stop. Keine 30 Minuten vom Campingplatz entfernt ankerte die Reisegruppe daher auf einem Waldparkplatz. Bei dämpfigen Temperaturen ging es auf einem „Waldweg“ immer bergab. Kurz bevor man an der Donau angekommen wäre, zwackte der Führer der Reisegruppe panisch ab, da man am Ufer keine gute Sicht auf das Kloster Weltenburg hätte.

Daher kraxelte man den Wald hinauf, um den Aussichtspunkt mitzunehmen, von dem aus man eine tolle Sicht auf das Kloster haben sollte. Also ging es steil bergauf, immer weiter, immer weiter. Von oben konnte man sich dann einen Blick auf das Kloster gönnen, ehe es den ganzen Weg wieder zurück ging.


Da der Beifahrer heute permanent unruhig war, in der Angst, dass man zu spät bei Gutmann aufschlagen würde, ging es nun endlich nach Titting. 1,5 weitere Stunden entfernt sollte das ersehnte Ziel sein. Auf dem Weg dorthin gab es noch einen kurzen Snackstopp bei einem einheimischen Bäcker, zusätzlich noch das zweite Rätsel. Innerhalb kürzester Zeit wurde auch dieses pfiffig gelöst.
Je näher man Titting kam, umso aufgeregter waren Teile der Reisegruppe. Doch zunächst fuhr die Gruppe an Titting vorbei. Im Nachbarort „Bürg“ hatte man auf dem Ferienhof Pfisterer glücklicherweise noch einen Stellplatz ergattert, da dies der wirklich kürzeste Weg nach Titting weit und breit war. Vor Ort wurde man nur schnell vom Bauer auf dem Traktor in den Platz eingewiesen und schon ging es auch wieder los. Fahrräder abgeschnallt und 2 Kilometer bis Titting zurückgetreppelt. Ein schöner kurzer Weg.
Um 15.10 Uhr erreichte der Trupp Titting. Noch 50 Minuten bis zur Führung. Nach einem ersten Abchecken, wo es wohl los gehen würde, wurden die Räder angeschlossen. Noch 40 Minuten bis zur Führung. Damit man auch wirklich weiß, welche kühlen Getränke man im Fanshop noch kaufen möchte, besuchte die Reisegruppe das Bräustüberl. Noch 30 Minuten bis zur Führung. Die Bierliebhaber beschäftigten sich einerseits mit ihrem dritten Rätsel und bestellten sich parallel ein gutes Getränk. Andere waren gesättigt. Noch 20 Minuten bis zur Führung. Schnell wurde das Gutmann geext.

Jetzt war es fast soweit. Noch 10 Minuten bis zur Führung. Aufgeregt ging es in Richtung Brauerei. Teile der Reisegruppe sind nicht wirklich Fans von Brauereiführungen. Schließlich treiben sich dort meist nur Junggesellenabschiede herum oder es endet in einem großen Saufgelage. Die Brauereiführungsliebhaber der Reisegruppe verneinten alle diese Vorurteile natürlich aufs Härteste. 5 Minuten vor Beginn der Führung bog man vor den Toren der Brauerei ein. Und was sah man? Einen Junggesellenabschied. Dachte man zumindest. Lauter Jungs in Lederhosen. Auch wenn das ein furchtbarer Anblick war – zumindest gehören sie hier her.

Die Brauerei liegt sehr malerisch in einem Wasserschloss, umgeben von vielen Gärten. Von außen würde man nicht unbedingt sehen, dass es sich um eine Brauerei handelte.

Teile der Reisegruppe hatten gehofft, dass sich kaum ein Tourist für die Brauerei interessieren würde. „Schließlich machen die ja gar keine Werbung.“ Doch dann war die Gruppe doch größer, als erhofft. Der Junggesellenabschied stellte sich als Geburtstagsgeschenk heraus. Und auch sonst stach niemand negativ hervor. Zunächst gab es Erklärvideos, dann sah man sich das Labor an. Die Führung wurde von Herrn Gutmann himself gehalten. Eines muss man ihm lassen: dafür, dass er Brauereibesitzer ist, hält sich sein Bierbauch noch sehr in Grenzen. Über die Braukessel, den Keller und die Flaschenabfüllung ging es schließlich zur Lagerung der Gutmänner.




Echte Fanboys hatten sogar zwei Biere entdeckt, „die es nirgends zu kaufen gibt“ bzw. „die nicht mal auf der Homepage sind“. Sehr zur Enttäuschung manch eines Reiseteilnehmers gab es hier keinen Fanshop, den man unsicher machen konnte. Also kein Bubentäschle für heute. Dafür, umso cooler, gab es für jeden Teilnehmer der Führung einen Getränkegutschein, der im benachbarten Bräustüberl eingelöst werden konnte. Die Führung erwies sich somit als echter Schnapper: 7 Euro für die Führung abzüglich eines Getränkegutscheins für ca. 3,90 Euro. Stark!

Spannende Info des Bierbrauers: jeden Tag findet um kurz vor 12 Uhr eine Qualitätskontrolle statt, bei der die produzierten Biere getestet werden. Und freitags werden dann zu den eigenen Bieren parallel Biere anderer Brauereien mitverköstigt, um „Marktanalyse“ zu betreiben und „sich weiterzubilden“. So nennt man Daydrinking hier also.
Im Bräustüberl ging es dann für Teile der Reisegruppe an die große Gutmann-Verkostung. Andere erlebten ihr erstes Weizen überhaupt. Während die einen schon beim zweiten Getränk waren, regte sich bei anderen großer Hunger. Wie Herr Gutmann schon gesagt hatte: „Bier macht hungrig.“ Die hochkompetente Bedienung beriet jedes Bier brutal gut – „das hier hat mehr Promille als das andere.“


Nach einem sehr knoblauchlastigen Abendessen und einigen Gutmännern später wollte sich die Reisegruppe auf den Heimweg machen. Bereits zuvor hatte es ordentlich geregnet. Die Meteorologen der Gruppe konnten auf die Minuten genau vorhersagen, wann es aufhören sollte zu regnen. Ein kurzes Missverständnis später befand man sich an den Fahrrädern. Nasser Sattel, nasse Helme. Kaum hatte man sich zur Abfahrt bereit gemacht, ging es auch schon wieder von vorne los. Regen über Regen. Nach einigen bedröppelten Minuten unter einem Baum, entschieden Teile der Reisegruppe, die Räder nochmals zu parken und ein weiteres Gutmann abzuwarten, bis es aufhörte mit regnen. Gesagt, getan.


Also fand man sich wieder in dem übervollen Bräustüberl ein, um erneut einen zu ziehen. Anschließend ging es im Trockenen zurück auf den Bauernhof.

