Der Morgen begann ohne den zweireifigen Frühstücksservice. Schließlich hatte man sich am Vortag in der Camba Bio-Bäckerei bereits mit Backwaren eingedeckt. Wieder einmal übertraf sich die Reisegruppe mit einem neuen Rekord: Abfahrt um 9 Uhr. Und das ganz ohne Wecker. Manch ein Leser staunt nun möglicherweise über das erste Streckenziel der Reisegruppe: es ging erneut zur Camba Brauerei. Mit mehreren Zielen: die einen freuten sich auf eine Toilette, die man nicht selbst leeren musste, die anderen wollten den Fanshop unsicher machen und ganz andere hofften auf einen guten Kaffee oder ein leckeres süßes Stückle. Daher rollte der Roadsurfer dieses Mal auf den Parkplatz der Camba Brauerei & Bäckerei.

Ganz aufgeregte Reiseteilnehmer hatten sich bereits am Vortag ein Probierbier mitgenommen, um auch wirklich sicher zu sein, was sie im Fanshop erwerben wollten und was nicht. Und sie waren noch schlauer: da das Probierbier ja nun schon leer war, konnte man die Flasche direkt an Ort und Stelle zurückgeben. Dachte man zumindest.


Etwas beschämt betraten manche Teilnehmer der Reisegruppe die Lokalität – in der Hoffnung, dass man nicht als Wiederholungstäter entlarvt würde. Plottwist: man kannte die Reisegruppe. Zumindest der Bierausschank.

Während die einen bei einem Cappuccino und einem zweiten Frühstück in Form eines Schokocroissants saßen, hielt es die anderen nicht auf ihren Stühlen. Die Anziehungskraft der Zapfhähne war zu groß. Und als Beifahrer kann man sich das um 10.13 Uhr im Urlaub ja auch mal gönnen.


Nachdem man alle Annehmlichkeiten des Gebäudes mitgenommen hatte, ging es in den Fanshop, was schließlich der Hauptgrund des Besuchs war. Es wurde geschmökert und überall einmal die Nase reingesteckt. Und fündig wurde man auch.



Das heutige finale Ziel sollte Neustadt an der Donau sein. Oder wie andere sagen würden: Mitten in der Hallertau. Für alle Leser, die die Hallertau nicht kennen: Die Hallertau ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. 40 Prozent der weltweiten Hopfenproduktion werden hier angebaut. Und somit für alle Hopfenliebhaber ein absolutes Muss. Den ein oder anderen Hopfenfanboy hatte es auch große Überredungskünste gekostet, ehe die Reisegruppe spontanerweise hierher einlenkte.
Da die Autobahn zeitweise sehr voll war, gab es eine praktische Umleitung über die Käffer. „Jaaaaaa, wir fahren direkt durch die Hopfenfelder. Tolle Umleitung“ oder auch „Juhu, viele kleine enge Straßen mit Stadtverkehr.“ Manch einer konnte sich kaum noch auf seinen vier Buchstaben halten, so aus dem Häuschen war er.

Der Campingplatz „Felbermühle“ sollte das heutige Nächtigungsdomizil werden. Schließlich war es dringend erforderlich, dass die gesamte Reisegruppe mal wieder eine Dusche von innen zu Gesicht bekommt. Gesagt, getan. Der Campingplatz wurde nach einem kurzen Einkaufsstopp angesteuert. Doch leider hing an der Rezeption ein Zettel „Mittagspause von 13-15 Uhr“. Juhu, es war 14 Uhr.

Doch wer nun denkt, man hätte sich eine Stunde vor der Rezeption aufgehalten, um auf die Öffnung zu warten, der täuscht sich. Teile der Reisegruppe sind auch als absolute Bierjäger bzw. Biersommelier bekannt. Daher fakelte man nicht lange und parkte den Roadsurfer gekonnt aus. Neues Ziel: die Brauerei Kuchlbauer in Abensberg. Keine 10 Minuten vom Campingplatz entfernt, befindet sich eine (!) der Lieblingsbrauereien eines Reiseteilnehmers. Sogar der Rest der Reisegruppe konnte damit etwas anfangen. Schließlich besitzt die Reisegruppe zwei Weizenbiergläser von Kuchlbauer, die in Form des Kuchlbauerturms gestaltet sind.
Schon von Weitem war tatsächlich der Turm, der ein Hundertwasser Architekturprojekt war, zu sehen. Teile der Reisegruppe konnten es nicht glauben, dass es ihn wirklich gab. Nach einigen Lenkungsmanövern fand man sich direkt vor dem Kuchlbauer Biergarten wieder. Da es für das Besteigen des Turms eine Führung gebraucht hätte, entschied sich die Reisegruppe lediglich für einen kleinen Snack an Ort und Stelle.




Wirklich klein war der Snack nicht (größter Obatzda unseres Lebens), dafür der Durst umso größer. Für Teile der Reisegruppe natürlich mal wieder ein Traum. Wie man es von einem Bierjäger kennt, jagen sie nicht nur in der freien Natur, sondern am liebsten in Fanshops. Daher ging es auch hier wieder in den Shop. Und wie es sich für einen echten Jäger gehört, geht man nicht unverrichteter Dinge aus einem Shop. Das Bubentäschle war voll, die halbe Reisegruppe auch.


Da es inzwischen nach 15 Uhr war, konnte man endlich auf den Campingplatz. Und, halleluja, sie hatten sogar noch einen Platz frei. Schön gelegen am Fluss, großzügige Parzellen und keine komischen Leute. Lieben wir. Andere Teilnehmer der Reisegruppe würden vermutlich die direkte Sicht auf die Hopfenfelder als USP nennen.

Nachdem der Roadsurfer eingeparkt war, hielt es die Gruppe wieder einmal nicht auf ihren Stühlen. Erst wurde die Pipibox geleert, dann ging die Jagd weiter. Dieses Mal in der freien Natur. Hopfenplantagen muss man sich schließlich von Nahem anschauen.


Sehr zum Ärger manch eines Reiseteilnehmers, dass ja erst im August die Hopfenernte sei und die Hopfenboppel jetzt noch so klein wären, schaute man sich ausgiebig und naturnah die Plantagen an. Manch einer wäre am liebsten durch die Streben spaziert, andere hielten dies für nicht erlaubt.



Da der heutige Tag unter dem Motto „Bier, Bier, Bier“ steht, ging es direkt an die Campingstühle zurück. Schließlich wollte ein kühles dunkles Hefeweizen verhaftet werden. Profis hatten es zuvor im Kühlfach deponiert.

Ein weiteres Highlight des Campingplatzes sind seine unfassbar neuen und sauberen Sanitäranlagen. Sehr zur Freude aller. Schließlich war heute großer Duschtag.

Nach einem selbst zubereiteten Pfifferling Salat war es dann endlich soweit, die drei Tage alte Sonnencreme-Autan-Schweiß-Schicht abzuwerfen.
Man muss es nochmal betonen: sowas von sauber hier alles. Nichts wirkt wie auf einem Campingplatz, sondern eher wie im Hotel. Wirklich herrlich für den Wellnesstag.
