Hanni und Uschi


Wie so oft in diesem Urlaub klingelte morgens der Wecker. Es war mal wieder Abreisetag. Der Brötchenservice radelte in den Nachbarort Titting zum Bäcker. Gut, dass das Gutmann Braustüberl zu dieser Zeit noch nicht geöffnet hat, so kam es auch zu keiner ungeplanten Verzögerung.

Mit den ersten Sonnenstrahlen wird aufgestanden.

Mitten im Frühstück klopfte auf einmal die gewiefte Frau Pfisterer an die Scheibe. „Ach Sie sind schon wach“. 38€ für eine Übernachtung auf einer Kuhwiese ohne Strom und ohne Service. Frau Pfisterer lässt sich die Premiumlage zu Gutmann fürstlich bezahlen.

Camping auf dem Bauernhof.

Nach dem Frühstück ging es dann erst einmal in einen lokalen Getränkemarkt. Da Gutmann scheinbar keinen Fanshop besitzt und das übliche „Bubentäschle“ nicht erworben werden konnte, musste improvisiert werden.

So leicht lässt man sich nicht austricksen. Gutmann Fan im alternativen Souvenierladen.

Im Anschluss ging es weiter, etwas näher in Richtung Heimat. Überlegt wurde aus Nostalgie Gründen in Richtung Augsburg zu fahren. Letztendlich wurde es aber Würzburg, hier war noch niemand vom Team so wirklich. Nach der privaten Kuhwiese musste aus hygienischen Gründen wieder etwas mit Infrastruktur her. Geplant war eigentlich ein Campingplatz, aus Belegungsgründen wurde es dann aber der Schotter Stellplatz vor dem Campingplatz. Kaum eingeparkt, gab es direkt etwas zu Feiern. Unser Camping Azubi legte still und heimlich seine Camping Elektriker Prüfung ab.

Stolzer Prüfling: „Erster vollständiger Stromanschluss. Und es ist nichts passiert!“

Im Gegensatz zum unvollständigen Stromanschluss, muss der Prüfling beim vollständigen Anschluss beide Enden des Kabels einstecken. Beflügelt von der erbrachten Leistung ging es direkt weiter. Die Fahrräder wurden abgesattelt und das Team machte sich auf in Richtung Würzburg.

20 km am Main Radweg bis Würzburg.

Ausnahmsweise hat der Guide mal keine Tour mit Höhenmeter ausgesucht. Stattdessen wurde man mit ständigem Gegenwind geärgert. Nach ca. 1 Stunde radeln erreichte man die City. Über die Alte Mainbrücke machte man sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Die historische Fußgängerbrücke ist ein Wahrzeichen der Stadt und verbindet die Festung Marienberg (Einheimische nennen sie auch einfach „die Würzburg“) mit der Altstadt. Auf der Brücke war ein reges Treiben, so ist der beliebte Brückenschoppen von fränkischen Weinen eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung für die Würzburger.

Manch einer wunderte sich warum in Bad Cannstatt niemand einen Brückenschoppen Laden aufmacht.

Für die Gruppe waren eindeutig zu viele Menschen auf der Brücke, weshalb es zügig in die Stadt ging. Kaum hat man die Menschenmassen hinter sich gelassen, suchte man sich die Eisdiele mit der größten Schlange und stellte sich an. 

4,20 € für zwei Kugeln. Aufgrund der Kugelgröße wurde der Preis von den Experten dennoch als fair eingestuft.

Im Anschluss flanierte der Trupp noch etwas durch die Stadt. Nach ein paar Läden gab es eine erfrischende Getränke Pause, bevor man sich auch schon wieder auf den Rückweg machte. Auf dem Hinweg hatte man nämlich ein tolles Lokal am Main ausgemacht, welches man zum Abendessen aufsuchen wollte. Gerade so ergatterten wir noch einen letzten freien Tisch. Das Essen war vorzüglich.

Zuhause angekommen wunderten wir uns über neue Nachbarn, war der Platz doch extrem groß und wenig besucht. Bei freier Platzwahl stellt man sich doch gewöhnlich etwas weiter auseinander. Auch war noch die Schiebetür des neuen Campers auf unsere Tür ausgericht, davor saßen auf ihren Campingstühlen unsere beiden neue Nachbarn, Uschi und Hanni.

Viel los auf dem Platz. Hinten Schiebetür an Schiebetür, wir mit unseren neuen Nachbarn.

Die beiden freuten sich riesig, dass wir endlich zurück waren. Die noch berufstätigen fast Rentner wohnen in einer Doppelhaushälfte auf der Alb. Sie haben zwei Töchter, eine kommt nach Hanni, die andere nach Uschi. Am Montag war Uschi das Brautkleid für ihre Tochter aussuchen und am Dienstag war sie zur Probe Pediküre für die Hochzeit. Deswegen konnten sie nicht wie geplant in den Urlaub fahren, das hat alles etwas durcheinander gewirbelt. Dieser Informationsschwall war die Antwort auf ein einfaches und freundliches „Hallo“ unsererseits. Spätestens nach dem Wort Pediküre war ein Reiseteilnehmer für mehrere Minuten im Kofferraum verschwunden. Aus dem allerletzten Winkel wurden die Noise Cancelling Bose Kopfhörer herausgekramt. Manch einer wunderte sich, dass besagter Camper wusste, dass diese überhaupt mitgereist sind. Dabei handelt es sich genau um die Kopfhörer, welche zu Hause aufgrund eines zu großen Drucks auf die empfindlichen Ohren nie beim GZSZ schauen verwendet werden können. Während der eine sich noch die komplette Reiseroute von Uschi anhörte, war der andere aufgrund seiner Kopfhörer für den Rest des Abends quasi nicht mehr ansprechbar. Ein kurzer ergiebiger Regenschauer erlöste dann auch irgendwann den auf dem Parkplatz zurückgelassenen höflichen Zuhörer der Gruppe. Nach dem Schauer schaute Hanni nochmal kurz im Camper vorbei. Ob er mal reinschauen dürfte? Dabei steckte sein Kopf bei der Frage schon in unserem Wohnzimmer. Aus den Bose Kopfhörern weiter hinten fing es schon langsam an zu dampfen…

Bose Noise Cancelling Kopfhörer am Limit.

Noch brenzliger wurde die Situation, als Hanni und Uschi anfingen sich fränkische Comedy Videos auf Youtube anzuschauen. Scheinbar hören die Beiden nicht mehr ganz so gut. Auf jeden Fall war es trotz geschlossener Fenster und Bose Kopfhörern noch gut zu hören. In bester Jo Gerner Marnier wollte man nun durchgreifen und sich lautstark beschweren. Alternativ überlegte man die mitgebrachte Musikbox auf Anschlag zu drehen. Die Ordner im Camper hatten allerhand zu tun. Noch ist unklar, ob der morgige Brötchenservice ausrücken kann, die Gefahr einer Eskalation scheint viel zu groß.

Ein Kommentar

  1. Для приятного отдыха на природе стоит взять с собой плед, складные стулья и тент, чтобы создать уютную атмосферу.
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