Aus dem Trubel in die Oase der Ruhe

Teile der Crew schliefen die Nacht über mit Ohrenstöpseln und gefrühstückt wurde mit Beschallung von drei verschiedenen Musikboxen plus laufendem Fernseher von den Nachbarn. Das war zu viel für die spießigen Landeier. Neben der eingebauten Toilette spielte man nun den zweiten großen Vorteil des Roadsurfers aus: Markise einkurbeln, Klappstühle einklappen und Fußtritt einfahren. Wir fahren einfach woanders hin. Um 09:30 rollte der Roadsurfer dann bei bereits angenehmen 30°C vom Camping Platz.

In der Eile fast vergessen, also nochmal schnell zu Fuß zurück. Für 80€ die Nacht lassen wir La Rocca Camping noch ein Dankeschön da.

Vor dem Campingplatz packten wir die Karte aus und überlegten uns ein neues Ziel.
Für Slowenien war es uns noch zu früh, schließlich wollen wir noch etwas mehr von der italienischen Küche mitnehmen. Um den ganzen nervigen Touristen aus dem Weg zu gehen, überlegten wir uns Folgendes:
Im Gegensatz zum La Rocca Campingplatz mit Pool, Spa, Kinderbelustigung, Strand und Sportanlagen suchen wir uns einen Campingplatz mit nichts von all dem. Am Besten soll er generell eine kleine Kapazität haben. Um dennoch einen Platz zu bekommen, muss er in einer Region liegen, in der keiner auf die Idee kommt, Urlaub zu machen und am besten noch möglichst weit weg von Holland ist. Gesagt getan, auf geht’s nach Friaul-Julisch Venetien!

Die typischen AutoStrada Probleme: Zu groß für die Kleinen und zu klein für die Großen und aus dem Lautsprecher versteht man nur „Babbeldibabbeldibu“.

3 Stunden und zwei Pinkelpausen später erreichten wir das erste große Ziel für heute: Den Eurospar Supermercato. Der italienische Supermarkt Besuch ist ein fest eingeplanter Bestandteil unseres Urlaubs und es gab schon vereinzelt Panik, dass dieser vergessen werden könnte. Entwarnung, die Reiseteilnehmer konnten sich in aller Ruhe auf die nächste Coronawelle in Deutschland vorbereiten.

Pasta Hamsterkäufer in Aktion.

Nach dem Einkauf wurde in einem nahgelegenen Bistro noch zwei Espressi und „Bruschetta Classic“ genossen.

Der kulinarische Lauf hält weiter an. „Bruschetta Classic“. Der runtergeschabte Käse hat gerade so noch unter die Serviette gepasst.

Im Anschluss ging es weiter zu unserem anvisierten Campingplatz, dem „Zucco Camp Hill Valley“. Und das Camp erfüllte all unsere Wünsche. Im Vergleich zum vorherigen Platz mit 300 Stellplätzen gibt es hier lediglich 10, davon waren bei unsere Ankunft zwei belegt. Fest eingezäunte Plätze gibt es auch nicht wirklich. Man sucht sich einfach ein nettes Plätzchen auf dem Hügel und fertig.
Strom, Dusche und WC gibt es auch. Alles für 30€ die Nacht, verglichen mit den vorherigen 80€ ein Schnapper. Die Landeier sind sehr zufrieden.

Die obligatorische Wäscheleine wird gespannt.
Blick vom Spülbecken auf das Camp. Keine rauchenden Nachbarn, keine Musikboxen, kein Fernseher.
Camper beim Campen.

Um 18:00 Uhr machte sich die Crew langsam auf Richtung Abendessen. Louisa Monnie von der Rezeption hat uns einen nahegelegenen Bauernhof, den „Te Cort da Rino“, empfohlen. Wir konnten im Vorfeld weder herausfinden was, es dort zum Essen gibt, noch wann und ob dieser überhaupt geöffnet hat.

Beim Hof, welcher sich als eine Mischung von Weinbauer und Hundepension herausstellte, angekommen, mussten wir mal wieder einen Späher vorschicken, um uns zu vergewissern, dass es sich hier tatsächlich um ein Restaurant handelt. Wie immer waren wir um 18:30 Uhr deutlich zu früh. Aber alles kein Problem, der Sohn des Hauses servierte uns umgehend einen Vino Bianco und einen kalten Vino Rosso, um die Zeit bis zur Ankunft der Köchin („la mamma“) zu überbrücken.

Die Gäste warten auf die Ankunft der Köchin.

Prompt gingen am Tisch heiße Diskussionen los, wieso die italienischen Weinbauern uns einen kalten Rotwein servieren. Die Sauvignon Blanc und Biertrinker vermuteten einen Lambrusco, aber hier fehlte die Kohlensäure. Auf Nachfrage erklärte uns der Italiener, dass es sich um einen örtlichen Merlot handelt. „Wegen der Hitze trinkt doch hier niemand einen warmen Rotwein…“. Der Wein war auf jeden Fall sehr lecker.
Neben den Weinen spezialisierte sich der Hof wie gesagt auf Hunde. Von diesen (es waren mindestens 5) wurden wir regelmäßig besucht. Sehr zum Ärger des pater familias, der ständig bemüht war, seine Hunde zu rufen, wohingegen ein Mitglied der Gruppe sie immer wieder heimlich herbeischnipste.

Kontrastprogramm: Gestern 2 von hundert Gästen im Restaurant, heute alleine auf einem Weingut.

Das Essen im Restaurant war sehr gut. Die Pastaliebhaber bestellten sich Tagliolini al Funghi, wohingegen die lokalen Esser sich mit Lubianska anfreundeten. Alle waren sehr zufrieden, der kulinarische Fluch scheint nun gebrochen zu sein.

Tohuwabohu beim Warten aufs Essen.
Aller Abschied ist schwer.

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